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23.01.2016

08:59 Uhr

Airbnb im Westjordanland

Ferien im besetzten Land sorgen für Ärger

Bei der internationalen Mitwohnzentrale Airbnb werden auch Quartiere in israelischen Siedlungen im Westjordanland angeboten - sehr zum Ärger der Palästinenser. Eine Boykottbewegung nimmt das Unternehmen ins Visier.

Ein Gästehaus in Nofei Prat, einer  jüdischen Siedlung im Westjordanland. ap

Airbnb

Ein Gästehaus in Nofei Prat, einer jüdischen Siedlung im Westjordanland.

Nofei PratWie viele Vermieter von Ferienquartieren in aller Welt hat Mosche Gordon seine Unterkunft beim Anbieter Airbnb gelistet. Für umgerechnet weniger als 60 Euro die Nacht lockt er Besucher mit einer atemberaubenden Aussicht auf Wüstenlandschaften und der Nähe zu Jerusalem und dem Toten Meer. Was er nicht erwähnt, ist, dass sein „gemütliches, voll möbliertes Appartement mit Kabelfernsehen“ in einer jüdischen Siedlung im Westjordanland liegt.

Die internationale Mitwohnzentrale Airbnb ist wegen solcher Angebote in die Kritik der Palästinenser geraten. Der Vorwurf lautet, dass das Unternehmen nicht erwähnt, dass es sich um einen von Israel besetzten Landstrich handelt, den die Palästinenser für sich beanspruchen. So ist das Unternehmen auch in die Schusslinie einer weltweiten, aggressiven Boykott-Bewegung geraten – und die Politik hat Einzug gehalten in die sogenannte Sharing-Branche.

Welche Nation ist Reiseweltmeister?

Platz 10

Italien: Die Italiener, selbst mit einem wunderschönen Land gesegnet, gaben im Jahr 2012 über 20 Milliarden US-Dollar für Reisen ins Ausland aus.

(Quelle: UNWTO, Commerzbank Research)

Platz 9

Australien: Die Australier sind reisesüchtig. Man trifft sie an allen touristischen Hotspots der Welt. Entsprechend hoch sind ihre Ausgaben für Reisen ins Ausland - 2012 betrugen diese über 25 Milliarden US-Dollar.

Platz 8

Japan: Die Bewohner des Inselstaates gaben im vergangenen Jahr knapp unter 30 Milliarden US-Dollar bei Auslandsreisen aus. Sie bevorzugen Ziele in China, Südkorea oder den USA.

Platz 7

Kanada: Auch die Kanadier sind reisefreudig. Sie gaben im Jahr 2012 geschätzte 33 Milliarden US-Dollar dafür aus. Sie mögen besonders gerne europäische Städte: Paris und London zum Beispiel.

Platz 6

Russland: Die Russen gaben im vergangenen Jahr knapp 40 Milliarden US-Dollar bei ihren Reisen ins Ausland aus. Ein besonders beliebtes Reiseziel für betuchte Gäste aus Sankt Petersburg und Moskau: Die Mittelmeerinsel Zypern.

Platz 5

Die Franzosen gaben im Jahr 2012 knapp 40 Milliarden US-Dollar für Reisen aus.

Platz 4

England: Die Touristen aus den britischen Inseln reisen gerne nach Südeuropa - dahin, wo die Sonne den ganzen Tag scheint und das Essen schmeckt. Für ihre Reiseaufenthalte gaben die Briten im Jahr 2012 über 50 Milliarden US-Dollar aus.

Platz 3

BRD: Deutschland, lange Jahre der Reiseweltmeister, rutscht vom Thron auf Platz drei ab. Die Ausgaben betrugen das Jahr 2012 geschätzt 82 Milliarden US-Dollar.

Platz 2

Amerika: Die US-Amerikaner bleiben freudige Fernreisende. Egal, ob in der Welt oder im eigenen Land, wo sie auf faszinierende Ziele wie den Grand Canyon treffen. Ihre Ausgaben für Tourismus & Co lagen im Jahr 2012 bei über 85 Milliarden US-Dollar.

Platz 1

China: Die Touristen aus dem Reich der Mitte haben nicht nur die Deutschen vom Thron der Vielreisenden geschubst, sondern sie geben auch das meiste Geld bei ihren Reisen aus. Schätzungen zufolge betrugen die Urlaubsausgaben der Chinesen im Jahr 2012 über 90 Milliarden US-Dollar. Die Ausgaben nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent zu. Die Chinesen sind damit Reiseweltmeister.

Die Unternehmen, die unmittelbar mit chinesischen Touristen zu tun haben, stellen sich auf den Ansturm aus Asien ein. Zum Beispiel am Frankfurter Flughafen: Dort sprechen einzelne Mitarbeiter in Duty-Free-Shops mittlerweile Mandarin.

Airbnb unterstütze damit die israelische Siedlungspolitik. Saeb Erekat, ein ranghoher palästinensischer Vertreter, forderte den Airbnb-Vorstand deswegen kürzlich in einem Brief sogar auf, die Zusammenarbeit mit Siedlern zu beenden. Und der palästinensische Sonderbotschafter Husam Somlot verlangte sogar, dass jedes internationale Unternehmen, das wie Airbnb von der Besetzung und dem Blut der Palästinenser profitiere, zur Rechenschaft gezogen werde.

Am Dienstag erschien zudem ein Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, in dem es heißt, dass die Unternehmen, die in den Siedlungen aktiv seien, „von einem grundsätzlich ungesetzlichen und missbräuchlichen System“ profitierten, das die Rechte der Palästinenser verletze.

Israel besetzte das Westjordanland, den Gaza-Streifen und Ost-Jerusalem 1967 und begann kurz danach mit der Errichtung von Siedlungen. Nach dem israelischen Rückzug aus Gaza stieg die Zahl der Siedler in Ostjerusalem und dem Westjordanland auf fast 600.000. Doch die Palästinenser sehen auch diese Regionen als Teil ihres künftigen Staates - eine Forderung, für die sie weltweit viel Unterstützung erhalten.

Die Palästinenser und ein großer Teil der internationalen Gemeinschaft werden zunehmend ungeduldig wegen der israelischen Siedlungspolitik. Damit werde das Ziel eine palästinensischen Staates neben Israel unterlaufen, lautet die Kritik.

Am Montag erklärte die Europäische Union, immerhin Israels größter Handelspartner, alle Abkommen mit Israel müssten zweifelsfrei belegen, dass sie sich nicht auf die besetzten Gebiete angewendet würden. Bereits im November wurde festgelegt, dass alle israelischen Produkte aus dem Westjordanland entsprechend gekennzeichnet werden müssten.

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