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17.02.2015

14:18 Uhr

Airline mit neuem Finanzchef

Air Berlin befördert Ex-Lufthansa-Manager

Der neue Air-Berlin-Chef Stefan Pichler holt sich einen neuen Finanzchef an Bord. Der langjährige Lufthansa-Manager Arnd Schwierholz wird CFO. Sein Vorgänger geht zum Geldgeber Etihad.

Air Berlin hat einen neuen Finanzchef. Arnd Schwierholz wechselt von der Lufthansa zum Billigflieger. dpa

Air Berlin.

Air Berlin hat einen neuen Finanzchef. Arnd Schwierholz wechselt von der Lufthansa zum Billigflieger.

FrankfurtAir Berlin beruft den langjährigen Lufthansa-Manager Arnd Schwierholz zum neuen Finanzchef. Der 45-jährige, der den Job seit Oktober 2014 stellvertretend ausübt, trete die Position im April an, teilte Air Berlin am Dienstag mit.

Er folgt damit auf Ulf Hüttmeyer. Schwierholz arbeitet seit zwölf Jahren im Airline-Finanzbereich, unter anderem als Leiter des Bereichs Mergers & Acquisitions der Lufthansa.

Air Berlin – schneller Aufstieg, jahrelange Turbulenzen

Die Anfänge

Vor 37 Jahren hob der erste Air-Berlin-Flieger ab. Alles begann mit alliierten Sonderrechten zur Landung im geteilten Berlin. Gegründet wurde Air Berlin als Chartergesellschaft durch den Ex-Pan-Am-Pilot Kim Lundgren. Der Erstflug ging am 28. April 1979 von Tegel nach Mallorca. Die Flotte umfasste zunächst zwei Maschinen. Nach der Wende wuchs Air Berlin zur Nummer Zwei am Himmel über Deutschland heran, doch inzwischen steckt die Fluglinie seit Jahren in der Krise.

1990er-Jahre

1991: Im April kauft der LTU-Manager Joachim Hunold die Mehrheit der Anteile. Es gibt kurz darauf 15 Flüge pro Tag. Air Berlin expandiert und stationiert zunehmend auch Flugzeuge auf Regionalflughäfen.

1998: Mit dem Mallorca Shuttle Einstieg ins Linienfluggeschäft.

2004-2007

2004: Einstieg bei der Fluggesellschaft Niki des früheren Rennfahrers Niki Lauda

2006: Börsengang und Kauf der Fluggesellschaft dba

2007: Kauf des Ferienfliegers LTU, damit auch Interkontinentalflüge

2008

2008: Air Berlin rutscht in die roten Zahlen, legt das erste Sparprogramm auf: Strecken fallen weg, Flugzeuge werden ausgemustert. Die Übernahme des Ferienfliegers Condor scheitert.

2010

Air Berlin kündigt für 2012 den Eintritt in das Luftfahrtbündnis Oneworld an.

2011

Hunold wirft das Handtuch, Hartmut Mehdorn übernimmt. Ein weiteres Sparprogramm soll das operative Ergebnis um 200 Millionen Euro verbessern. 18 der 170 Maschinen werden verkauft.

2012

Die arabische Staatsairline Etihad erhöht ihren Anteil von knapp 3 auf 29,2 Prozent und stützt die Airline mit einem 255-Millionen-Dollar-Kredit. Ein neues Sparprogramm beginnt. Der Verkauf des Vielfliegerprogramms an Großaktionär Etihad bringt nur vorübergehend wieder schwarze Zahlen.

2013

Wolfgang Prock-Schauer wird Vorstandschef und verschärft das von Mehdorn im Vorjahr aufgelegte neue Sparprogramm. Jeder zehnte Arbeitsplatz fällt weg, die Flotte schrumpft auf 142 Maschinen. 400 Millionen Euro sollen bis Ende 2014 eingespart werden.

2015

Im Februar löst Stefan Pichler den glücklosen Prock-Schauer ab. Air Berlin macht 447 Millionen Euro Verlust - so viel wie nie.

2016

Nach einem juristischen Tauziehen kann Air Berlin den größten Teil der wichtigen Gemeinschaftsflüge mit Etihad weiter anbieten. Die Zahlen bessern sich nicht. Gespräche mit Lufthansa über einen Verkauf von Geschäftsteilen beginnen. Mit einem tiefgreifenden Umbau und der Streichung von bis zu 1200 Arbeitsplätzen will Air Berlin seine Krise überwinden.

2017

Air Berlin bekommt einen neuen Chef. Der Lufthansa-Manager und früheren Germanwings-Chef Thomas Winkelmann wird Vorstandschef. Air Berlin führt ihren Flugbetrieb in zwei getrennten Geschäftsfeldern weiter: Langstreckenflüge und Städteverbindungen in Europa werden zusammengefasst, Urlaubsflüge unter der Marke Niki geführt. Lufthansa erklärt sich bereit, Air Berlin zu übernehmen, wenn der Großaktionär Etihad zuvor die Schulden übernähme.

15. August 2017

Air Berlin meldet Insolvenz an. Zuvor hatte Etihad seine finanzielle Unterstützung eingestellt. Ein 150-Millionen-Euro-Kredit des Bundes soll den Flugbetrieb zunächst sichern.

15. September 2017

Interessenten geben Angebote für die ganze Air Berlin oder Teile davon ab.

21. September 2017

Der Gläubigerausschuss entscheidet sich, exklusiv mit der Lufthansa und Easyjet bis zum 12. Oktober zu verhandeln.

9. Oktober 2017

Air Berlin kündigt an, den Flugverkehr in eigener Regie mit dem Airline-Code AB wohl spätestens zum 28. Oktober einzustellen. Nicht betroffen sind die Töchter Niki, LGW und die Maschinen, die Lufthansa von Air Berlin mietet.

Vor dem Wechsel zu Air Berlin war er bei Sky Chefs, der Catering-Tochtergesellschaft der Lufthansa, Finanzchef für Nordamerika. Die wegen einer übereilten Expansion in die Krise geratene zweitgrößte deutsche Fluglinie Air Berlin steckt seit Jahren in der Sanierung und wird vom arabischen Etihad mit Finanzspritzen und Sachleistungen über Wasser gehalten. Auch für 2014 wird ein Minus erwartet.

Seit 1. Februar hat die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft in Stefan Pichler einen neuen Vorstandsvorsitzenden. Er will Air Berlin wieder auf Kurs bringen. Hüttmeyer steuerte Air Berlin unter anderem zum Börsengang, bei der Übernahme von dba und LTU und in die Partnerschaft mit Etihad. Dort wird er auch in Zukunft arbeiten.

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