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16.01.2008

07:09 Uhr

Aktie auf Talfahrt

Pfleiderer kommt einfach nicht zur Ruhe

VonMarkus Fasse

Wer so seinen Posten verliert, der muss etwas ausgefressen haben. "Mit sofortiger Wirkung" hatte der Holzwerkstoffspezialist Pfleiderer am Montagabend seinen Finanzvorstand Derrick Noe, 50, vor die Tür gesetzt. Dabei hatte der Spitzenmanager noch einen Vertrag bis 2011.

Pfleiderer-Mitarbeiter bei der Laminat-Produktion. Foto: dpa

Pfleiderer-Mitarbeiter bei der Laminat-Produktion. Foto: dpa

MÜNCHEN. Über die Gründe des plötzlichen Rauswurfs herrschte auch am Dienstag Rätselraten. Offiziell nannte eine Unternehmenssprecherin nur "persönliche Differenzen" zwischen Noe, dem Vorstandschef Hans Overdiek und dem Aufsichtsrat. In der Pressemitteilung fehlten die üblichen Floskeln über Dank und Verbundenheit zwischen dem entlassenen Manager und dem Unternehmen.

Es muss zu einem plötzlichen Knall gekommen sein. Denn noch am Freitag schien die Welt zwischen dem Finanzchef und dem Aufsichtsrat in bester Ordnung. So kaufte Suterco, ein mit Pfleiderer kooperierendes Unternehmen, drei Prozent der Aktien der Oberpfälzer. Suterco-Chef Friedhelm Päfgen ist Mitglied des Aufsichtsrates von Pfleiderer. Sein Investment war nach der Bekanntgabe des Noe-Rauswurfs am Dienstag gleich zehn Prozent weniger wert. Pfleiderer -Aktien fielen auf einen neuen Tiefstand.

Auch an den Unternehmenszahlen soll es nicht gelegen haben, versicherte Konzernchef Hans Overdiek am Dienstag gegenüber Analysten. Overdiek bestätigte die Gewinnprognose für 2007. Der Holzwerkstoffspezialist will trotz der Immobilienkrise einen operativen Gewinn von 250 Millionen Euro erwirtschaftet haben bei einem Umsatz von 1,9 Milliarden Euro. Mittelfristig soll das Unternehmen vier Milliarden Euro umsetzen, betont Overdiek stets. Der ehemalige Stahlmanager will Pfleiderer zu einem global führenden Anbieter von Laminat, Spanplatten und mitteldichten Faserplatten aufbauen, einem wichtigen Vorprodukt für die Möbelindustrie.

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