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07.01.2005

07:37 Uhr

Aktie stürzt nach Bekanntgabe der neuen Vorstandschefin

Laura Ashley verliert zweite Vorstandschefin in zwei Monaten

VonFelix Schönauer und Thomas Knüwer

Es sind turbulente Zeiten für das Mode- und Einrichtungshaus Laura Ashley: Am Donnerstag verlor das Unternehmen zum zweiten Mal innerhalb von nur zwei Monaten seine Vorstandschefin.

HB LONDON. Amtsinhaberin Ainum Mohd-Saaid quittierte ihren Job, „aus persönlichen Gründen“ und schickte damit die Aktie der zuletzt arg gebeutelten Ikone britischen Lebensstils auf eine Talfahrt: Zeitweise sank der Kurs um mehr als elf Prozent auf 10,5 Pence.

Bereits im November hatte Laura Ashley seine Chefin Rebecca Navarednam verloren, die bis dahin mit Mohd-Saaid eine Doppelspitze gebildet hatte. Immerhin wird der Abgang der Vorstandsvorsitzenden sich nicht in der Bilanz niederschlagen: Weil sie selbst kündigte, erhält sie keine Abfindung.

Laura Ashley verzeichnete zuletzt sinkende Verkaufszahlen – gekoppelt mit größer werdenden roten Zahlen. Im ersten Halbjahr 2004 kletterte der Verlust vor Steuern um 200 000 Pfund auf 1,2 Millionen Pfund. Die Umsätze sanken von 138 auf 118 Millionen Pfund.

Der Modestil des Hauses – geprägt von biederen Blumenmustern – gilt als überholt, die junge Kundschaft tummelt sich lieber bei H&M oder Next. Gleichzeitig trägt der Versuch, mit dem Verkauf von Möbeln die Abhängigkeit von Kleidung zu reduzieren, noch keine Früchte. Analysten kritisieren außerdem eine schwache Informationspolitik sowie Laura Ashleys Versuch, einen neuen Stil zu einzuführen – ohne dies den Verbrauchern zu kommunizieren.

Noch hat das Management kein Wort darüber fallen lassen, wie das Weihnachtsgeschäft ausfiel. Gestern wurden Kommentare dazu mit Hinweis auf eine geplante Veröffentlichung am 20. Januar abgelehnt. Allerdings stellten Marktbeobachter fest, dass Laura-Ashley-Filialen zu den Geschäften gehörten, die schon relativ früh Rabatte ankündigten – kein gutes Zeichen.

Besorgt zeigt sich der Markt auch über die Wahl der Nachfolgerin von Mohd-Saaid. Künftig soll Lillian Tan die Geschicke des Traditionshauses lenken. Die 50-Jährige verfügt – wie Mohd-Saaid, die früher als Generalstaatsanwältin in Malaysia gearbeitet hatte – über wenig Erfahrungen im derzeit schwierigen Handelsgeschäft Großbritanniens. Sie war seit 2002 Managing Director von Metrojaya Berhad, einer kleinen Kette von Bekleidungs- und Warenhäusern in Malaysia. Es dürfte also weiter turbulent bleiben im Hause Ashley.

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