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18.03.2014

19:23 Uhr

Aktionärberatungs-Unternehmen

MSCI verkauft Aktionärsberater ISS an Finanzinvestor

Der amerikanische Börsenindex-Anbieter MSCI verkauft die Institutional Shareholder Services (ISS), die große Investoren wie Fonds berät. Zuletzt war ISS in den USA genau deswegen unter Beschuss geraten.

In den vergangenen Jahren hat ISS mehrfach den Besitzer gewechselt und gehörte seit 2010 dem Index-Anbieter. dpa

In den vergangenen Jahren hat ISS mehrfach den Besitzer gewechselt und gehörte seit 2010 dem Index-Anbieter.

FrankfurtDas Aktionärsberatungs-Unternehmen ISS gehört künftig einem Finanzinvestor. Der amerikanische Börsenindex-Anbieter MSCI verkauft die Institutional Shareholder Services (ISS) für 364 Millionen Dollar (262 Millionen Euro) an die Beteiligungsgesellschaft Vestar Capital Partners, wie MSCI am Dienstag mitteilte. ISS berät große Investoren wie Fonds, wie sie sich bei Abstimmungen in Hauptversammlungen - etwa zu Übernahmen, Aufsichtsratswahlen oder Gehaltsfragen - verhalten sollten.

Zuletzt war ISS deswegen auch in USA unter Beschuss geraten. In Deutschland hatte das Beratungsunternehmen im vergangenen Jahr für Aufsehen gesorgt, als es beinahe die Wahl von Wolfgang Mayrhuber zum Aufsichtsratschef der Lufthansa hätte platzen lassen. ISS hatte eine längere "Abkühlungsphase" vor dem Wechsel gefordert. Auch Commerzbank -Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller hatten Berater wie ISS, Glass Lewis & Co oder Hermes bei seiner Wiederwahl ein schlechtes Ergebnis verpasst. Die Kommission zur guten Unternehmensführung hatte angekündigt, sich mit der Rolle der Aktionärsberater zu beschäftigen.

Die größten Beratungsunternehmen in Deutschland

Berater in Deutschland

Unternehmensberatungen sind gefragt wie nie. In Deutschland hat sich der Branchenumsatz seit 2010 jährlich um zwei Milliarden Euro auf zuletzt 22,3 Milliarden Euro erhöht. Der Wunsch der Kunden lautet häufig Betriebsoptimierung, manchmal aber auch Schadensbegrenzung. Die Liste zeigt die acht größten in Deutschland aktiven Beraterfirmen.

Quelle: Bundesverband Deutscher Unternehmensberater

Platz 8

Deloitte mit hiesigem Sitz in Düsseldorf setzte 2012 in Deutschland 275 Millionen Euro um. Die Mitarbeiterzahl beläuft sich auf 1405.

Platz 7

Die US-amerikanische Strategieberatung Oliver Wyman füllte die eigenen Kassen 2012 mit einem Umsatz von 280 Millionen Euro. In Deutschland beschäftigt das Unternehmen 730 Mitarbeiter. Die Kunden der Firma kommen aus den verschiedensten Branchen etwa Verkehr, Energie und Industrie. Insgesamt lassen sich in Deutschland am meisten Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes von Beratern unter die Arme greifen. Finanzdienstleister und Firmen, die aus öffentlicher Hand finanziert werden, sind ebenfalls häufig Kunden.

Platz 6

Die irische Beratungsfirma Accenture setzte im vergangenen Jahr 296 Millionen Euro um (825 Beschäftigte). Generell ist die Umsatzentwicklung innerhalb der Branche bis auf eine minimale Ausnahme in 2009 stetig gestiegen. Erwirtschafteten Managementberater 2003 noch 12,2 Milliarden Euro, stieg der Umsatz im vergangenen Jahr in Deutschland um zehn Milliarden auf 22,3 Milliarden Euro.

Platz 5

Der US-Riese Price-Waterhouse-Coopers erwirtschaftete 2012 in Deutschland 315 Millionen Euro – mit 1470 Beschäftigten. Die Kundenliste der Beratungsgruppe ist alles andere als schlecht besetzt: Bayer, Lufthansa und Lanxess sind einige Namen.

Platz 4

KPMG machte in Deutschland 403 Millionen Euro Umsatz. Der Wirtschaftsprüfer und Unternehmensberater ist weltweit aufgestellt. Großkunden sind keine geringeren als Adidas und BMW. In Deutschland betreuen 2150 Mitarbeiter die Belange der Firmen.

Platz 3

Die deutsche Unternehmensberatung Roland Berger machte 2012 445 Millionen Euro Umsatz. Die Firma benannt nach ihrem Gründer und Unternehmer Roland Berger beschäftigt 1250 Mitarbeiter.

Platz 2

The Boston Consulting Group – mit rund 1880 Beschäftigten – berät Unternehmen seit 1963. Im vergangenen Jahr setzte der Konzern 490 Millionen Euro um.

Platz 1

McKinsey machte mehr als 600 Millionen Euro Umsatz in Deutschland im vergangenen Jahr. Die Berater sind nicht nur in der Unternehmensberatung aktiv, sondern entwickeln auch Strategien für Parteien. So ließ sich die CDU 2003 bei einem Parteiprogramm von McKinsey unterstützen. Das Unternehmen mit deutschem Sitz in Düsseldorf beschäftigt 2300 Mitarbeiter.

MSCI hatte ISS im Herbst zum Verkauf gestellt. Analysten sagten, damit ließen sich mögliche Interessenkonflikte vermeiden. ISS hatte in den vergangenen Jahren mehrfach den Besitzer gewechselt und gehörte seit 2010 dem Index-Anbieter. Das Unternehmen zählt 1700 Kunden und hat im vergangenen Jahr rund 120 Millionen Euro umgesetzt. Analysten sagten, MSCI habe einen guten Kaufpreis erlöst.

Von

rtr

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