Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.01.2009

15:19 Uhr

Alan Hippe

Neuer Thyssen-Kronprinz kommt in schwierigen Zeiten

VonMartin Murphy

Der scheidende Continental-Finanzchef Alan Hippe, der im Laufe des Frühjahrs zu Thyssen-Krupp wechseln will, muss sich auf unruhige Zeiten einstellen. Der Industriekonzern ringt mit den Folgen der Wirtschaftskrise, die vor allem die wichtige Stahlsparte unter Druck setzt. Was auf den noch Conti-Finanzvorstand zukommt.

Gilt bei Thyssen-Krupp als einer der Kronprinzen für die Nachfolge von Vorstandschef Ekkehard Schulz: Alan Hippe. Foto: dpa dpa

Gilt bei Thyssen-Krupp als einer der Kronprinzen für die Nachfolge von Vorstandschef Ekkehard Schulz: Alan Hippe. Foto: dpa

BOCHUM. Der Geschäftsbereich, der in den vergangenen Jahren ein verlässlicher Gewinnbringer war, verbuchte im November und Dezember einen Auftragseinbruch von bis zu 50 Prozent. Vorstandschef Ekkehard Schulz sprach auf der Hauptversammlung am Freitag davon, dass er einen derart abrupten Einbruch wie in den letzten Monaten während seiner 40 Berufsjahre noch nicht erlebt habe.

Mit einer Prognose für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr 2008/2009 hielt sich Schulz zurück. Im Konzern heißt es, frühestens im Februar werde man sehen können, wie sich die Nachfrage entwickle. Dann seien bei vielen Kunden die verlängerten Werksferien ausgelaufen.

Der Ruhrkonzern ist in hohem Maße von der gebeutelten Automobilindustrie abhängig; rund 40 Prozent des Stahls werden in Fahrzeugen verbaut. In der Branche gilt Hippe deshalb wegen seiner Tätigkeit beim Autozulieferer Conti als geeigneter Nachfolger für den scheidenden Thyssen-Finanzchef Ulrich Middelmann. Beide eint, dass sie hohe Akzeptanz bei Analysten und Investoren haben.

Thyssen-Krupp bestätigte am Wochenende, dass Hippe zum April zu seinem neuen Arbeitgeber wechseln soll. Das muss zwar der Thyssen-Aufsichtsrat noch absegnen, doch dessen Zustimmung gilt als Formsache. Hippe war beim Conti-Mehrheitsaktionär Schaeffler in Ungnade gefallen, da er sich zusammen mit dem früheren Continental-Chef Manfred Wennemer gegen eine Übernahme durch das Familienunternehmen gestemmt hatte.

Bis zum Ausscheiden von Amtsinhaber Middelmann im Januar kommenden Jahres wird Hippe das Ressort mit dem 64-Jährigen teilen. Wesentliche Bereiche kommen unter die Fittiche von Hippe, bei Middelmann verbleiben "Investor Relation" und "Corporate Finance".

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×