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28.10.2014

17:24 Uhr

Alexander Dibelius

Deutschlandchef von Goldman Sachs tritt ab

Er ist der wohl bestverdienende Banker der Republik. Jetzt tritt Alexander Dibelius als Deutschlandchef von Goldman Sachs zurück. Er bleibt im Unternehmen. Doch an seine Stelle soll eine Doppelspitze treten.

Alexander Dibelius war 13 Jahre lang Deutschlandchef der Investmentbank Goldman Sachs. dpa

Alexander Dibelius war 13 Jahre lang Deutschlandchef der Investmentbank Goldman Sachs.

FrankfurtGenerationswechsel bei Goldman Sachs: Alexander Dibelius gibt seinen Posten als Deutschlandchef der US-Investmentbank nach 13 Jahren auf. Wie aus einer internen Mitteilung der Bank vom Dienstag hervorgeht, die Reuters vorliegt, sollen Wolfgang Fink und Jörg Kukies die Position künftig gemeinsam ausfüllen.

Der 55 Jahre alte Dibelius soll sich als einer von drei Co-Chairmen der Investmentbanking-Sparte von London und Frankfurt aus auch weiterhin um große Kunden des Geldhauses kümmern, wird aber von Führungsaufgaben entlastet. „In seiner neuen Rolle wird Alex Dibelius unverändert unsere wichtigsten Klienten betreuen und die Investment Banking Division als Ganzes prägen“, heißt es in der Mitteilung.

Der Münchener ist einer von wenigen Goldman-Bankern in Europa, die vor dem Börsengang 1999 zum Partner aufgestiegen waren und noch an Bord sind. Dibelius hatte 1993 bei Goldman Sachs begonnen. Seit 2002 steht er als Nachfolger von Paul Achleitner an der Spitze des Deutschland-Geschäfts, seit 2005 führt er es allein.

Er hatte sowohl die Übernahme von Chrysler durch Daimler wie auch die Trennung der beiden Autobauer begleitet, die Rekord-Übernahme von Mannesmann durch Vodafone und die Rettung des Autozulieferers Schaeffler nach dem milliardenschweren Kauf von Conti.

2010, kurz nach der Finanzkrise, sorgte Dibelius für Diskussionen, als er sagte, Banken hätten „keine Verpflichtung, das Gemeinwohl zu fördern“. Der promovierte Chirurg gehört zudem zu einem kleinen Kreis von Bankern in Deutschland, die nicht nur durch ihre Transaktionen bekannt sind, sondern auch in den Klatschspalten auftauchen.

Dibelius gilt als bestverdienender Banker der Republik. Die Schätzungen seines Vermögens reichen von einem zweistelligen Millionen-Betrag bis zu rund 300 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr war der Investmentbanker immer wieder wegen vermeintlicher Unregelmäßigkeiten in seinen persönlichen Finanzen in die Schlagzeilen geraten und hatte darauf Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

In die Schlagzeilen geriet der Mann auch durch einen über Monate tobenden Scheidungskampf. Dibelius war seit 2002 mit seiner österreichischen Frau Andrea verheiratet – ohne Ehevertrag. „Ich bin eben Romantiker“, soll er gegenüber Freunden gesagt haben. Er selbst hatte Anfang April 2013 in München die Scheidung eingereicht. Seine Frau war allerdings zwei Tage schneller mit dem Antrag in London. Inzwischen sollen sich beide außergerichtlich geeinigt haben.

Mittlerweile lebt Dibelius in einer neuen Beziehung mit einer Schauspielerin. Ende 2013 war er zum ersten Mal Vater geworden. Von seiner neuen Rolle erhoffe sich der Banker mehr zeitliche Flexibilität, sagte ein Vertrauter.

Der 48-Jährige Fink leitet seit dem Weggang von Dorothee Blessing das Investmentbanking von Goldman Sachs in Deutschland und Österreich allein. Er betreut Firmen wie Siemens, ThyssenKrupp und Daimler. Für Goldman Sachs arbeitet er seit 1993, seit 2008 gehört er zu den gut 300 Partnern der Bank. Kukies (46), seit 2001 bei Goldman Sachs und seit 2010 Partner, war erst in diesem Jahr von London nach Frankfurt zurückgekehrt und ist in Deutschland und Österreich für das Geschäft mit Aktien, festverzinslichen Wertpapieren und Derivaten zuständig.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Herr W. H.

28.10.2014, 15:56 Uhr

Schillernd? Dann braucht ihn bestimmt Draghi. Für die EZB ist er damit prädestiniert!

Herr Helmut Paulsen

28.10.2014, 16:20 Uhr

Ewiger salomonischer Zinsgeld Kassierer

Welt befreie Dich

Frau Pia Paff

28.10.2014, 17:14 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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