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26.08.2012

18:19 Uhr

Alfred Ritter

Quadratisch, praktisch, vielseitig

VonMartin-W. Buchenau

Alfred Ritter leitet seit Jahren das Traditions-Unternehmen Ritter Sport und ist nebenbei der wohl engagierteste Atomkraftwerkgegner unter den Mittelständlern. Bereits seit 1988 baut er Anlagen für Solarthermie.

Alfred Ritter, der Vorsitzende der Geschäftsführung des Schokoladenherstellers „Ritter Sport“. dpa

Alfred Ritter, der Vorsitzende der Geschäftsführung des Schokoladenherstellers „Ritter Sport“.

StuttgartEr ist eine der ungewöhnlichsten Unternehmerfiguren im Land: Alfred Ritter. Als Gründerenkel steht der Schwabe seit sieben Jahren nicht nur operativ an der Spitze des 100 Jahre alten Unternehmens Ritter Sport. Der 59-Jährige ist nebenbei auch noch Solarunternehmer und der wohl engagierteste Atomkraftgegner unter den Mittelständlern.

Die Schwäche für Süßes liegt im Blut der Familie. Seit 80 Jahren sind die Tafeln der Familie Ritter schon "quadratisch" - und seit dem in den 70er-Jahren entwickelten Werbespruch "Quadratisch, praktisch, gut" auch weltbekannt. Heute ist Ritter Sport als Ein-Produkt-Unternehmen der drittgrößte Schokoladenhersteller in Europa, nur Lebensmittelkonzerne rangieren noch vor dem schwäbischen Mittelständler mit zuletzt 330 Millionen Euro Umsatz und jährlich zehn Prozent Wachstum.

So konzentriert die Firma, so vielfältig der Lenker. Ritter studierte erst vier Semester Volkswirtschaft, wechselte dann zur Psychologie. Mit seinem wuscheligen Haar, der großen, runden Brille umgibt ihn noch heute ein Hauch der John-Lennon-Generation und ihrer Sehnsucht nach einer besseren Welt. "Es gab zwei Schlüsselerlebnisse in meinem Leben, den frühen Tod meines Vaters 1974 und den GAU des Kernkraftwerks in Tschernobyl", sagt Ritter.

Beide Ereignisse hatten unmittelbare Folgen: So übernahm Ritter 1978 den Vorsitz im Beirat und begann, sich für regenerative Energien zu interessieren. Seit 1988 baut Ritter schon Anlagen für Solarthermie. Jahrelang machte die Firma Verlust. "Ich bin mit meinen Ideen meiner Zeit voraus gewesen. Am Anfang hielten mich alle für einen weltfremden Spinner", sagt Ritter. Mit der Schokoladenfabrik im Rücken hielt er aber durch. Heute erzielt das Solarthermiegeschäft mit 1 850 Beschäftigte 75 Millionen Euro Umsatz und macht Gewinn. Ritter über sich selbst: "Ich habe eine Schokoladen- und eine Sonnenseite."

Der Schoko- und Solarfabrikant ist einer der Lieblingsunternehmer von Baden-Württembergs grünem Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann. "Ritter hat früh gezeigt, dass Ökonomie und Ökologie kein Gegensatz sind", sagt Kretschmann.

Für Nachhaltigkeit ist auch in der Familie gesorgt: Ritter der Vierte ist bereits über die Familienholding Renaissance aktiv.

Kommentare (2)

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26.08.2012, 20:08 Uhr

Ritter Sport gibt es mittlerweile sogar schon in Shanghai, Hong Kong etc. Haben eine beachtliche Erfolgsstory hingelegt.

vandale

26.08.2012, 20:45 Uhr

Das Marketing der Fa. Ritter ist offensichtlich sehr stark und erfolgreich. Häufig vermissen kommunikativ begabte Charaktere analythische Fähigkeiten, bzw. meinen keine Zeit zu haben, oder meinen dass Sie zu wichtig sind um sich stundenlang mit Fakten zu beschäftigen. Das führt dann dazu das diese gegenüber irgendwelchen Schwindeleien wie der Solarenergie sehr offen sind. Mit dem Solarspleen soll Ritter gem. Wiwo bereits viel Geld verloren haben. Vielleicht wird er aus dem Schaden klug und versucht die Fakten abzuwägen.

Vandale

Vandale

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