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25.01.2005

07:00 Uhr

Als Nachfolger von Manfred Gentz tritt Finanzvorstand Bodo Uebber in große Fußstapfen

Rechts neben Schrempp

VonCarsten Herz

Am 10. Februar hat Bodo Uebber seinen ersten großen Auftritt. An diesem Tag wird der versammelte Daimler-Vorstand wie jedes Jahr vor einer blauen Bühnenwand mit silbernem Firmenschriftzug im Werk Sindelfingen den Jahresabschluss vorstellen.

Doch auf dem Podium wird diesmal nicht alles wie immer sein, wenn Daimler-Chef Jürgen Schrempp auf der Bühne des Mercedes-Event-Centers zur Jahrespressekonferenz Platz nimmt. Zu seiner Rechten wird dann Bodo Uebber sitzen – ein neues Gesicht für Investoren, Anleger und Öffentlichkeit. Dann wird der 45-jährige Manager zum ersten Mal als neuer Daimler-Finanzvorstand die Zahlen für das abgelaufene Jahr von Deutschlands größtem Industriekonzern präsentieren.

Seit Mitte Dezember ist der sportlich wirkende Finanzfachmann der neue Herr der Zahlen im Daimler-Konzern – und es sind große Fußstapfen, in die Uebber mit der Nachfolge von Manfred Gentz bei Daimler-Chrysler getreten ist. Doch die Vergleiche mit dem hochaufgeschossenen Preußen, der das Unternehmen nach 35 Jahren aus Altersgründen verließ, bringen Uebber nicht aus der Ruhe. „Ich werde meinen persönlichen Stil fortführen, ob man mich vergleicht oder nicht“, sagt er trotzig in kleinem Kreis. Klar ist aber, dass der Finanzmarkt ihn vor allem daran messen wird, ob er auch in puncto Unabhängigkeit ein würdiger Nachfolger sein wird. Galt Vorgänger Gentz doch als einer der wenigen, die Schrempp schon mal ruhig, aber bestimmt in die Parade fuhren.

Uebber selbst umschreibt als seine erste wichtige Aufgabe als Finanzvorstand, die Mittel- und Langfristprognosen des Konzerns rascher an die volatilen Marktentwicklungen anzupassen. Ganz wichtig ist ihm, dass „zuallererst die Company kommt“. Und dass er auch kontroversen Diskussionen nicht aus dem Weg geht.

Als der gebürtige Solinger zur Finanzdienstleistungstochter Daimler-Chrysler Financial Services wechselte, sollen die ersten Vorstandssitzungen recht turbulent verlaufen sein, erzählt man sich auf den Bürofluren. Im Gegensatz zu dem als unnahbar und bedächtig wirkenden Gentz ist Uebber ganz nach dem Geschmack von Schrempp. Hemdsärmelig, unkompliziert, jovial, mit guten Manieren – so charakterisieren ihn Mitarbeiter. Die Tür zu seinem Büro habe immer offen gestanden, erzählt ein Ex-Mitarbeiter aus der Zeit beim Luftfahrtunternehmen MTU.

Der neue Finanzmann sieht sich selbst nicht nur als Zahlenmensch, sondern auch als Manager mit Interesse für Technik und das operative Geschäft. „Ich bin gerne eng am Geschäft, eng an der Entscheidung“, sagt er über sich selbst und seinen Anspruch für die Zukunft. Dass dies bei einem großen Unternehmen wie Daimler nicht einfach ist, weiß auch Uebber. Doch der studierte Wirtschaftsingenieur, der nun als jüngstes Mitglied im Daimler-Vorstand sitzt, gilt als scharfer Analytiker, der Dinge rasch auf den Punkt bringt.

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