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16.06.2015

14:04 Uhr

Alstria will Deutsche Office

Nächste Fusion am Büro-Markt bahnt sich an

Die Fusionswelle am deutschen Büroimmobilien-Markt geht weiter: Alstria hat den Aktionären von Deutsche Office einen Tausch der Papiere angeboten. Der Hamburger Vermieter würde so zur Nummer fünf in Europa aufsteigen.

Deutsche Office ist vor allem im Raum Rhein-Main stark, wo Alstria noch kaum vertreten ist. dpa

Büros in Frankfurt

Deutsche Office ist vor allem im Raum Rhein-Main stark, wo Alstria noch kaum vertreten ist.

FrankfurtDie Hamburger Alstria Office will den annähernd gleich großen Kölner Rivalen DO Deutsche Office übernehmen. Alstria bietet den Aktionären von DO einen Aktientausch an, der das Unternehmen mit knapp 800 Millionen Euro bewertet. „Wir wollen die Aufmerksamkeit für uns und unsere Bedeutung in Europa erhöhen“, sagte Alstria-Chef Olivier Elamine in einer Telefonkonferenz am Dienstag. Die „neue“ Alstria wäre mit einem Portfolio von 125 Büroimmobilien im Wert von 3,4 Milliarden Euro und einem Marktwert von gut 1,7 Milliarden Euro die Nummer fünf unter den Büro-Vermietern in Europa. Alstria sieht Chancen, mit der Übernahme vom SDax in den Nebenwerteindex MDax aufzusteigen.

Der US-Finanzinvestor Oaktree, der die DO Deutsche Office erst vor gut eineinhalb Jahren aus seinen eigenen Büroimmobilien und der Münchener Prime Office gebaut hatte, will das Tauschangebot annehmen. Er hält 60,5 Prozent an DO – und wäre mit 27 Prozent größter Anteilseigner des fusionierten Unternehmens. Damit die Übernahme zustande kommt, müssen weitere 14,5 Prozent der DO-Aktionäre ihre Papiere eintauschen.

„Der wesentliche Grund (für die Übernahme) ist allerdings, dass wir ein besseres und stärkeres Unternehmen schaffen“, warb Elamine. DO ist vor allem im Raum Rhein-Main stark, wo Alstria noch kaum vertreten ist. Auch an Rhein und Ruhr und in Berlin werde Alstria eine größere Rolle spielen. Immobilien außerhalb der Kernregionen mit einem Wert von 200 Millionen Euro sollen verkauft und die Verschuldungsquote damit gesenkt werden. Die Hamburger wollen zudem die Finanzierung von DO neu aushandeln. Damit ließen sich dank des besseren Ratings von Alstria 15 Millionen im Jahr einsparen.

Größte börsennotierte Wohnungsvermieter in Deutschland

Vonovia (ehemals Deutsche Annington)

360.000 vermietete Wohnungen (inkl. Gagfah)

Stand: Anfang September 2016

Deutsche Wohnen

158.000 Wohnungen

Stand: Anfang September 2016

LEG Immobilien

130.000 Wohnungen

Stand: Anfang September 2016

TAG Immobilien

76.000 Wohnungen

Stand: Anfang September 2016

Grand City Properties

82.000 Wohnungen

Stand: Anfang September 2016

Bisher sind die Portfolien von Alstria und DO fast gleich groß. Trotzdem wird der Hamburger Bürovermieter mit rund einer Milliarde Euro an der Börse höher bewertet als DO. Im Zuge der Fusion müssten die DO-Immobilien um rund 80 Millionen Euro abgewertet werden, erklärte Alstria. Insgesamt 14 Prozent der gemeinsamen Flächen stehen leer. „Ich denke nicht, dass mit dem Bestand irgendetwas nicht in Ordnung ist“, sagte Elamine. Doch die Erwartungen an die Mieten seien bei DO womöglich zu hoch gewesen.

Der Vorstand von DO war erst am Montagabend in die Pläne eingeweiht worden. Widerstand ist aber nicht zu erwarten: „Wir sehen das positiv, müssen aber die Einzelheiten des Angebots erst prüfen“ sagte ein Sprecher. Die DO-Aktie sprang um neun Prozent auf 4,25 Euro. Alstria gaben leicht nach auf 11,51 Euro. Die Eigentümer der Deutsche Office sollen für je 2,625 DO-Aktien eine neue Alstria-Aktie aus einer Kapitalerhöhung bekommen. Diese muss auf einer Hauptversammlung am 23. Juli beschlossen werden. Die zehnwöchige Umtauschfrist soll spätestens Anfang September beginnen.

Von

rtr

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