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05.11.2013

09:02 Uhr

Amazon-Rezension

Ehefrau kritisiert Bezos-Biographie

„Viel zu viele Ungenauigkeiten”: MacKenzie Bezos verreißt die neue Biografie über ihren Ehemann und Amazon-Gründer Jeff Bezos – in einer Amazon-Rezension. Der dadurch unter Druck geratene Biograf reagiert.

Mackenzie Bezos hat ein Wörtchen mitzureden, wenn es um die Biografie ihres Manns Jeff geht. ap

Mackenzie Bezos hat ein Wörtchen mitzureden, wenn es um die Biografie ihres Manns Jeff geht.

New YorkDie neue Biografie von Amazon-Chef Jeff Bezos (49) bekommt von seiner Ehefrau nur einen Stern als Bewertung - wegen „viel zu vieler Ungenauigkeiten“. Die ihr bekannten Fehler stellten jede andere Episode in dem Buch in Frage, kritisierte MacKenzie Bezos, selbst eine Schriftstellerin. Als Plattform für ihre Rezension wählte sie die Bewertungs-Funktion bei Amazon. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte unter anderem dem „Wall Street Journal“ am Montag, dass die Kritik tatsächlich von Bezos' Frau stamme.

Schon der tonangebende Einstieg des Buchs des Journalisten Brad Stone enthalte einen Fehler, schrieb MacKenzie Bezos. So heiße er dort, Jeff Bezos habe vor der Entscheidung, sein Leben umzukrempeln und Amazon zu gründen den Roman „Was vom Tage übrigblieb“ von Kazuo Ishiguro gelesen. „Es ist ein guter Anfang und verwebt sich nett mit dem, was folgt. Aber es ist nicht wahr“, erklärte die Ehefrau.

Aufstieg mit Schattenseiten: Wie funktioniert Amazon?

Wie fing Amazon an?

Jeff Bezos gründete amazon.com im Jahr 1995. Den deutschen Ableger amazon.de gibt es seit 1998. Groß wurde das Unternehmen mit dem Versand von Büchern, Videos und Musik-CDs. Seit dem Jahr 2000 können auch fremde Händler ihre Produkte bei Amazon anbieten. Mittlerweile macht der Konzern mit Sitz in Seattle zwei Drittel seines Umsatzes mit Waren wie Computern, Digitalkameras, Mode oder Lebensmitteln. Amazon ist auch einer der Vorreiter bei elektronischen Büchern sowie Musik- und Video-Downloads. Zweites großes Standbein neben dem Handel sind die Webservices mit dem Cloud Computing.

Wie konnte der Konzern so mächtig werden?

Amazon fährt eine riskante Wachstumsstrategie: Der Konzern lockt die Kunden mit günstigen Preisen sowie einer schnellen und vielfach kostenlosen Lieferung. Zudem investiert er kräftig, in die Versandzentren wie auch in die Entwicklung neuer Technologie. Dieser Wachstumskurs hat jedoch eine Kehrseite: Die Gewinnmargen sind eher dünn. 2012 machte Amazon einen Verlust von 39 Millionen Dollar. Im Jahr 2013 blieben unterm Strich 274 Millionen Dollar (204 Millionen Euro) – bei einem Nettoumsatz von 74,45 Milliarden Dollar im Jahr 2013.

Wie relevant ist der deutsche Markt?

Es ist der größte Auslandsmarkt. 2012 setzte Amazon hierzulande 8,7 Milliarden Dollar um, umgerechnet sind das derzeit etwa 6,5 Milliarden Euro. Damit lag Deutschland noch vor Japan mit 7,8 Milliarden Dollar und Großbritannien mit 6,5 Milliarden Dollar. Der wichtigste Markt überhaupt ist allerdings Nordamerika mit 34,8 Milliarden Dollar. Amazon wuchs in seiner Heimat zuletzt auch deutlich schneller als im Ausland.

Wie wichtig ist Amazon für Deutschland?

Gemessen am Einzelhandelsumsatz insgesamt ist die Rolle von Amazon überschaubar. Etwa 1,5 Prozent trägt Amazon zum Branchenumsatz von fast 428 Milliarden Euro bei. Das meiste sind jedoch Lebensmittel. Betrachtet man den Online-Handel von Unterhaltungselektronik bis hin zu Büchern, sieht die Sache ganz anders aus: Amazon hält hier fast ein Viertel des Marktes.

Wie ist der Konzern aufgestellt?

In Deutschland unterhält das Unternehmen Logistikzentren in Graben bei Augsburg, Bad Hersfeld, Leipzig, Rheinberg, Werne, Pforzheim, Brieselang und Koblenz. Dort arbeiten nach Auskunft von Amazon etwa 10.000 fest angestellte Vollzeitmitarbeiter. In Spitzenzeiten wie dem Weihnachtsgeschäft kommen in jedem dieser Zentren Tausende Saisonkräfte hinzu. Weltweit arbeiteten 124.600 Mitarbeiter (Stand: März 2014) im Unternehmen.

Bezos habe das Ishiguro-Buch erst ein Jahr nach der Amazon-Gründung gelesen. Außerdem schreibe der Autor oft „Bezos glaubte“ oder „Bezos wollte“ - ohne es wirklich wissen zu können. Der Amazon-Gründer hatte sich nicht für die Biografie befragen lassen. Autor Stone sagte dem „Wall Street Journal“, er werde Fehler wie die Episode mit dem Roman korrigieren.

Von

dpa

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