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26.06.2015

13:52 Uhr

Angriff auf K+S

Ein Weckruf für deutsche Vorstände

VonPeter Köhler

Der Angriff von Potash auf den Dax-Konzern K+S ist eine Seltenheit. Deutsche Unternehmen spielten bei feindlichen Übernahmen bisher kaum eine Rolle. Doch sie sollten wissen: Aggressiv sein lohnt sich.

K+S-Übernahme: Bitte keine Panikmache!

Video: K+S-Übernahme: Bitte keine Panikmache!

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FrankfurtFeindliche Übernahmen mit Beteiligung deutscher Unternehmen – sei es als Angreifer oder Verteidiger – spielen im internationalen Maßstab bisher eine untergeordnete Rolle. Prominentestes Beispiel aus den vergangenen Jahren war eher der „innerdeutsche“ Übernahmekampf zwischen den Automobilzulieferern Schaeffler und Continental. Dass ein ausländischer Konzern nach einer deutschen Gesellschaft greift – so wie jetzt Potash nach K+S – hat Seltenheitswert.

Legendär ist die Schlacht um Mannesmann Mobilfunk durch die britische Vodafone – das ist jetzt aber auch schon rund 15 Jahre her. Allerdings glauben Investmentbanker, dass es in den kommenden Monaten vermehrt zu solchen Transaktionen kommen könnte, wobei Werte aus dem MDax und dem SDax im Fokus stehen sollten.

Analysten zum Potash-Vorstoß: Die Chancen stehen bei 50 zu 50

Analysten zum Potash-Vorstoß

Die Chancen stehen bei 50 zu 50

K+S plant eine Großinvestition in Kanada. Bisher galt die als Risikofaktor für den Dax-Konzern, doch nun gerät das „Legacy“-Projekt durch den Potash-Vorstoß in den Fokus. Analysten sagen: Die Übernahmeofferte macht Sinn.

Im bisherigen Jahresverlauf ist davon noch wenig zu spüren. Unerwünschte Angebote addierten sich in Deutschland gerade mal auf knapp drei Milliarden Dollar – dabei handelte es sich meistens um Deals mit Immobiliengesellschaften.

Die Parteien verständigten sich in der Regel auf eine Transaktion, ohne dass es zu einer richtigen feindlichen Übernahme eskalierte. Ganz anders ist die Situation in den USA – alleine in den ersten sechs Monaten summierten sich die Übernahmegefechte auf rund 180 Milliarden Dollar. Selbst wenn man die zurückgezogenen Gebote herausrechnet, bleibt noch ein Volumen von 140 Milliarden Dollar.

Die größten Kaliproduzenten

Uralkali (Russland)

Kaliproduktion: 12,1 Millionen Tonnen

Weltweite Produktion 2014

Belaruskali (Weißrussland)

Kaliproduktion: 10,3 Millionen Tonnen

Potash Corp (Kanada)

Kaliproduktion: 8,8 Millionen Tonnen

Mosaic (USA)

Kaliproduktion: 8,3 Millionen Tonnen

K+S (Deutschland)

Kaliproduktion: 5,7 Millionen Tonnen

ICL (Israel)

Kaliproduktion: 5,1 Millionen Tonnen

In Europa gibt es sozusagen schon einen Referenz-Deal dafür, dass auch auf dem alten Kontinent eine härtere Gangart in Mode kommt. Gemeint ist das 45 Milliarden Dollar schwere Übernahmeangebot für die schweizerische Syngenta durch den US-Konkurrenten Monsanto. „Auch unfreundliche oder besser "unaufgeforderte" Übernahmeangebote nehmen in der Regel in starken M-&-A- Märkten zu“, sagt Christian Kames, der bei der US-Großbank Citi das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen (M & A) für Deutschland leitet.

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