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29.02.2012

07:19 Uhr

Anno August Jagdfeld

Der charmante Pleitier von Heiligendamm

VonReiner Reichel, Christoph Schlautmann

Die Insolvenz des Grandhotels Heiligendamm ist eine peinliche Niederlage für den Fondsinitiator Anno August Jagdfeld. Nun fürchtet der charmante Geschäftsmann um seinen Ruf.

Der Geschäftsfuehrer der Fundus Gruppe und der Grand Hotels Heiligendamm GmbH, Anno August Jagdfeld. dapd

Der Geschäftsfuehrer der Fundus Gruppe und der Grand Hotels Heiligendamm GmbH, Anno August Jagdfeld.

DüsseldorfDieses Mal hat der Charme des Anno August Jagdfeld versagt. 32,5 Millionen Euro hätten die 1.900 Anleger dem Chef der Immobilienfondsfirma Fundus geben müssen, um den Fonds für das „Grandhotel Heiligendamm“ vor der Pleite zu bewahren. Doch dieses Mal schossen sie kein Geld nach.

Diese prestigeträchtige Niederlage ist eine neue Erfahrung für den charismatischen 65-Jährigen. Noch immer hatte er es in den vergangenen Jahren geschafft, Anlegern Sanierungspläne schmackhaft zu machen und ihnen frisches Geld für seine Luxushotels „Adlon“ in Berlin und das Grandhotel in Heiligendamm an der Ostsee aus der Tasche zu ziehen.

Um Heiligendamm, die „Weiße Stadt am Meer“, ist es nun geschehen. Am Montag meldete der Fundus-Fonds 34 Insolvenz an. Die Zinsen für die Bankkredite können nicht mehr bedient werden. Die Gehälter der 300 Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld gesichert.

Dabei hatte es Jagdfeld vor drei Jahren nach der ihm eigenen Art des Grandseigneurs mit einem Neustart versucht. Damals übernahm er einfach selbst das Hotelmanagement, nachdem der alte Betreiber Kempinski wegen „ständiger Einmischung des Besitzers in den täglichen Hotelbetrieb“ ausgestiegen war. Doch das Fünf-Sterne-Haus war nicht profitabel genug.

Der Turn-around an der Ostsee misslang. Dabei sind Luxushotels in Deutschland derzeit so gefragt wie nie. Die Auslastung ist, so rechnet der Hotelverband Dehoga vor, mit 64 Prozent besser als der Durchschnitt. Im ersten Halbjahr 2011 ging es mit den Erträgen um mehr als sieben Prozent nach oben.

Diese positive Entwicklung ist in Heiligendamm kaum angekommen. Doch von Selbstzweifeln ist bei Jagdfeld keine Spur: Schuld am Scheitern sei „eine kleine Truppe von Stadtvertretern, die dem Hotel immer wieder Steine in den Weg legt“, klagt er.

Kommentare (15)

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Account gelöscht!

29.02.2012, 08:08 Uhr


Herr Jagstfeld hat sich nicht nur mit diesem Objekt überschätzt. Angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung anderer geschlossener Fonds, hinter der er steht, könnte man auch von systematisch zugeordneten Verlusten sprechen. So viel Pech oder Unvermögen kann niemand haben - das ist System. Wahrscheinlich ist sein Privatschatulle prächtig gefüllt.

barfussbader

29.02.2012, 08:42 Uhr

So ist eben sein verdien model, geld abzocken und hoffen dass es lange gut geht.

Glaubemir

29.02.2012, 08:44 Uhr

Jagdfeld sollte nachweisen , bei welchen der 34 aufgelegten
Fonds die Anleger bisher nachweislich Geld verdient haben.
Selbst das Adlon-Hotel war für Anleger nicht erfolgreich.
Aber damit hat Jagdfeld sein Image aufgebessert, der an-
sonsten recht bieder auftritt.

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