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04.04.2016

07:03 Uhr

Anonyme Bewerbung

Bitte ohne Bild zum neuen Job

VonLisa Oenning
Quelle:WirtschaftsWoche Online

Egal ob übergewichtig, tätowiert oder schon älter – Personaler sind nicht gefeit vor Vorurteilen. Warum auch anonymisierte Verfahren dagegen machtlos sind und wieso viele Unternehmen nicht einmal Absagen schicken.

Zu alt, zu bunt, zu übergewichtig? Die anonyme Bewerbung soll verhindern, zum Opfer von Personaler-Vorurteilen zu werden. dpa

Diskriminierung im Bewerbungsverfahren

Zu alt, zu bunt, zu übergewichtig? Die anonyme Bewerbung soll verhindern, zum Opfer von Personaler-Vorurteilen zu werden.

Arbeitnehmer über 50? Die haben Alters-Wehwehchen und lassen sich von einem jüngeren Chef nichts sagen. Übergewichtige Menschen? Die sind faul und undiszipliniert – sonst würden sie ja abnehmen. Bewerber mit bunten Haaren, Tattoos und Blech im Gesicht? Das sind doch alles Asoziale, die sowieso nichts können und Unruhe stiften.

Natürlich gibt kaum ein Personaler zu, dass er einen Bewerber aufgrund seiner Vorurteile aussortiert. Nicht nur, weil er dann als spießig und intolerant gilt, sondern auch, weil es das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verbietet: Ethnische Herkunft, Glaube, Geschlecht, Alter und sexuelle Identität dürfen kein Grund sein, dass ein Personaler einen Bewerber abserviert. „Ein Unternehmen darf bei einer Absage nur sachbezogene Gründe angeben“, erklärt Arbeitsrechtler Christoph Abeln. Das heißt: weil der Bewerber nicht die in der Stellenanzeige geforderten Qualifikationen mitbringt oder ein Mitstreiter besser ausgebildet ist.

Doch viele Unternehmen halten sich nicht an das Antidiskriminierungsgesetz. Erst kürzlich lud ein Firmenchef aus dem Sauerland Schüler zu einer Tagung ein – aber nicht alle. Seine Einladung richtete sich ausschließlich an Schüler ohne Piercings, Tattoos und Schlabberhosen.

Karriereberaterin Cornelia-Ines Pfeffer weiß, dass das sauerländische Unternehmen kein Einzelfall ist. Seit einem Jahr betreut sie einen 56-jährigen, arbeitslosen IT-Projektleiter. „Er ist hochqualifiziert und bringt langjährige Arbeitserfahrung mit.“ Trotzdem findet er keine neue Stelle. 120 Bewerbungen – 120 Absagen. „Es gibt zwar kein Personaler zu, dass sein Alter ein Problem ist, aber ich kann mir keinen anderen Grund für die Absagen vorstellen“, sagt Pfeffer.

Und die klingen meistens gleich: „Die Vorgesetzten bedanken sich für das Vertrauen des Bewerbers in das Unternehmen, müssen ihm aber leider mitteilen, dass sie sich für einen Bewerber entschieden haben, der für diese Stelle besser qualifiziert ist“, sagt Pfeffer. Oft kommt es sogar vor, dass die Bewerber noch nicht einmal eine Absage auf ihr Anschreiben erhalten.

Das spart dem Unternehmen nicht nur Papierkram und Zeit, sondern ist auch Taktik: Die Unternehmen wollen dem Risiko aus dem Weg gehen, gegen das Antidiskriminierungsgesetz zu verstoßen. Sonst könnte der Bewerber gegen die Verantwortlichen vor Gericht ziehen. Also gibt es lieber gar keine Absage, als eine, die rechtliche Folgen haben könnte.

Bewerbung: Den richtigen Fotografen auswählen

Der Profi

Inzwischen gibt es in jeder Stadt Fotografen, die Bewerbungsfotos machen. Es empfiehlt sich einen Profi aufzusuchen. Auf keinen Fall sollten Sie das Bewerbungsfoto in einem Fotoautomaten machen. Personaler sehen das sofort und Sie zeigen damit nur, dass Sie nicht bereit sind, in Ihre Zukunft zu investieren. Doch wie finden Sie einen guten Fotografen und worauf sollten Sie achten?

Quelle: karrierebibel.de

Erfahrung

Ein guter Fotograf hat Erfahrung auf seinem Gebiet. Schauen Sie sich seine Arbeiten an und studieren Sie die Website. Auf diese Weise erhalten Sie einen Eindruck davon, wie das Ergebnis aussehen könnte. Sie merken gleich, ob Ihnen die Bilder gefallen oder nicht.

Shooting

Ein guter Fotograf wird Ihnen ein Shooting vorschlagen. Gehen Sie nicht bloß rein und setzen sich fünf Minuten lang auf einen Hocker und lassen Sie so die Bilder machen. Nehmen Sie sich Zeit für ein richtiges Bewerbungsshooting. Auf diese Weise können Aufnahmen in verschiedenen Posen und mit unterschiedlichen Hintergründen gemacht werden.

Positiion und Branche

Ein guter Fotograf wird nach Position und Branche fragen. Je nachdem für welche Branche Sie sich bewerben, sollen die Bilder mehr oder weniger konservativ sein. Weiß der Fotograf für welche Stelle Sie sich bewerben, kann er Sie bezüglich der Körperhaltung und der richtigen Pose beraten.

Outfit und Make-Up

Ein guter Fotograf bespricht mit Ihnen Outfit und Make-Up. Er kann Sie beraten, was gut auf den Bildern wirkt und Ihre Ausstrahlung betont. Sie können mehrere Outfits mitbringen und gemeinsam entscheiden, in welchem Sie fotografiert werden. Auch gibt er Ihnen Tipps, ob Ihre Haare schön fallen und Ihre Haut ebenmäßig aussieht und keine Augenringe oder Unreinheiten zu sehen sind.

Keine Angst

Ein guter Fotograf nimmt Ihnen die Angst. Die meisten Fotografen sind sehr umgängliche Menschen, die es verstehen, die Stimmung aufzulockern. Deswegen sollte Ihnen der Fotograf sympathisch sein und Sie sogar zum Lachen bringen können. Fühlen Sie sich in seiner Gegenwart wohl, werden Sie auch auf den Bildern weniger nervös wirken.

Digitale Variante

Ob Bewerbungsfotografen in Hamburg, München, Berlin, Frankfurt oder Köln – die meisten verstehen zwar Ihr Handwerk, doch sollten Sie darauf achten, dass Sie nicht nur Abzüge der Fotos auf Papier bekommen, sondern dass Sie auch eine digitale Variante (jpg, png, tif) erhalten und Ihnen der Fotograf das dauerhaft uneingeschränkte Recht zur Veröffentlichung einräumt.

Doch finanziell lohnt sich der Aufwand einer Klage laut Arbeitsrechtler Abeln nicht: Bis zu drei Bruttomonatsgehälter kann ein Kläger herausschlagen, wenn das Gericht ihm Recht gibt. Weil der Kläger noch Anwalts- und seinen Anteil an den Prozesskosten davon bezahlen muss, muss der Kläger meist sogar noch draufzahlen.

Auch muss der Bewerber beweisen können, dass Aussehen, Alter, Geschlecht oder Herkunft der Grund für die Absage waren. Und das ist aus Sicht des Arbeitsrechtlers heutzutage schier unmöglich. „Allenfalls wenigen kleinen Unternehmen kann man noch Diskriminierung beim Bewerbungsverfahren nachweisen“, weiß Abeln. Zum Beispiel, wenn sie ihre Stellenanzeige unwissentlich nur für Bewerber in einer gewissen Altersklasse ausschreiben oder nur männliche oder weibliche Bewerber wünschen.

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