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12.08.2016

20:21 Uhr

Antonio Horta-Osorio

Lloyds-Anleger bangen um affärengeplagten Bankchef

Brexit, Sparprogramm, Seitensprung: Antonio Horta-Osorio, Chef der britischen Großbank Lloyds, steht unter Druck. Investoren fürchten, in einer kritischen Zeit sei Horta-Osorio nicht mehr der richtige Steuermann´.

Noch zu Jahresbeginn war der Vorstandschef der strahlende Held bei Großbank Lloyds. Doch in diesem Jahr folgten die Hiobsbotschaften. Reuters

Antonio Horta-Osorio

Noch zu Jahresbeginn war der Vorstandschef der strahlende Held bei Großbank Lloyds. Doch in diesem Jahr folgten die Hiobsbotschaften.

LondonBei der britischen Großbank Lloyds geht die Angst um: die Angst, dass Vorstandschef Antonio Horta-Osorio die Brocken hinwerfen könnte. Noch im vergangenen Jahr war der Portugiese der große Star in der Branche in Großbritannien. Dann kamen das Brexit-Votum, das den Bankern gehörig die Stimmung verhagelte, ein Sparprogramm mit dem Abbau von 3000 Stellen bei Lloyds – und schließlich diese Schlagzeile in der „Sun“.

Das Boulevard-Blatt berichtete auf der Titelseite von einem Seitensprung des verheirateten 52-Jährigen, und dass dabei eine Hotelrechnung von umgerechnet 4430 Euro angefallen sei. Seither fürchten Investoren, dass der Vorstandschef schneller die Lust an seinem Job verlieren könnte als gedacht.

Lloyds stellte sich eilends hinter Horta-Osorio. Chairman Norman Blackwell habe die Vorwürfe überprüft – und festgestellt, dass Horta-Osorio seine privaten Ausgaben während einer Konferenz in Singapur auch privat bezahlt habe, betonte eine Bank-Sprecherin.

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„Antonio hat als Vorstandschef das volle Vertrauen und den Rückhalt des Aufsichtsrats.“ Er sei voll auf die Bank und seine strategischen Ziele konzentriert. Horta-Osorio selbst sei für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Auch in einer internen Mitteilung wurde noch am gleichen Tag klargestellt, dass er nicht gegen Vorschriften verstoßen habe.

Investoren drängen aber darauf, dass sich Lloyds zumindest Gedanken macht, wer dem seit fünf Jahren amtierenden Bankchef folgen könnte. „Das ist ein Problem, wenn man bedenkt, dass die Aufgabe in den nächsten Jahren schwieriger wird als er dachte“, mahnte einer der 20 größten Lloyds-Eigentümer, der seinen Namen nicht nennen will.

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