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06.08.2015

08:11 Uhr

Appel kürzt die Prognose

Streiks kosten die Post 100 Millionen Euro

Die Streiks der Gewerkschaft Verdi haben die Deutsche Post rund 100 Millionen Euro gekostet. Zusammen mit der Krise im Frachtgeschäft drückt das den Gewinn deutlich. Der Konzern muss daher seine Prognose kippen.

Folgen des Post-Streiks

Umsatz-Tief der Deutschen Post: 100 Millionen Euro Verlust

Folgen des Post-Streiks: Umsatz-Tief der Deutschen Post: 100 Millionen Euro Verlust

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BonnDas kriselnde Frachtgeschäft und die Streiks der Gewerkschaft Verdi haben den Gewinn der Deutschen Post im zweiten Quartal deutlich sinken lassen und den Konzern zur Senkung seines Ergebnisziels gezwungen. Allein der Tarifkonflikt riss ein Loch von rund 100 Millionen Euro in die Bilanz des Bonner Konzerns. Aber auch den seit knapp zwei Jahren andauernden Gewinnrückgang im Frachtgeschäft konnte Konzernchef Frank Appel nicht stoppen. Der Gewinnrückgang fiel zudem stärker aus als von Analysten erwartet, die Aktie verlor vorbörslich rund zwei Prozent.

Das operative Ergebnis (Ebit) des Konzerns fiel um 18,1 Prozent auf 537 Millionen Euro, wie die Post am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt 631 Millionen Euro erwartet. Der Konzerngewinn brach auf 326 (Vorjahr: 461) Millionen ein. Den Umsatz konnte die Post hingegen um 7,3 Prozent auf 14,7 Milliarden Euro steigern - unter anderem verzeichnete das florierende Express-Geschäft deutliche Zuwächse.

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Die Post strich ihre Gewinnprognose für 2015 zusammen – „aufgrund der Belastungen durch die Streik-Aktionen“, sagte Finanzchef Larry Rosen. Der Konzern erwartet einen operativen Gewinn (Ebit) zwischen 2,95 und 3,1 Milliarden Euro. Zuvor war er von 3,05 bis 3,2 Milliarden Euro ausgegangen. 2016 soll der operative Gewinn dann auf 3,4 bis 3,7 Milliarden Euro steigen.

Im deutschen Heimatmarkt hatte Appel einen erbitterten Tarifkonflikt mit der Gewerkschaft ausgefochten. Erstmals seit ihrem Börsengang vor 15 Jahren sah sich die Post mit einem unbefristeten Streik konfrontiert. Warnstreiks und unbefristeter Ausstand dauerten rund 50 Tage an, erst Anfang Juli wurde der Streit beigelegt. Millionen von Päckchen und Briefen blieben liegen.

Die Konkurrenten der Deutschen Post

DPD

DPD Deutschland gehört zur DPD Group, nach eigenen Angaben das zweitgrößte Netzwerk von Paketdiensten in Europa. Die Zentrale des Unternehmens mit 7500 Mitarbeitern ist in Aschaffenburg (Bayern). Im März 2015 kündigte der Paketdienst an, die Deutsche Post DHL mit einer einheitlichen europäischen Marke herauszufordern. So soll das Paketnetz europaweit auf 22.000 Stationen erweitern werden.

Quelle: dpa

Pin Mail AG

Bei dem Postdienstleister mit Sitz in Berlin dominiert die Farbe Grün - statt Post-Gelb. Die Firma hat rund 1150 Mitarbeiter und beförderte 1999 in der Hauptstadt die ersten Briefsendungen.

Hermes

Der international tätige Handels- und Logistikdienstleister ist ein Tochterunternehmen der Otto Group und beschäftigt rund 9000 Mitarbeiter in Deutschland. In Europa bewegte die Hamburger Firma im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 530 Millionen Sendungen im Paket- und Logistikgeschäft. Deutschland gehört zu den Kernmärkten.

TNT

Das niederländische Unternehmen ist nach eigenen Angaben einer der weltweit führenden Anbieter von Expressdienstleistungen für Geschäftskunden. Dazu gehört die deutsche TNT Express GmbH mit Sitz in Troisdorf (Nordrhein-Westfalen) mit etwa 3700 Mitarbeitern. Im Jahr 2013 hatten die EU-Wettbewerbshüter eine Fusion mit dem US-Paketdienst UPS untersagt.

UPS

Der US-Paketdienstleister bezeichnet sich als der größte Express- und Paketzustelldienst weltweit mit rund 435 000 Mitarbeitern. Im April 2015 kündigte UPS-Deutschland-Chef Frank Sportolari in der „Wirtschaftswoche“ an, dass der Konzern eine Milliarde Euro in Europa investieren wolle - unter anderem in den Ausbau seiner Sortierzentren und in neue Paketshops.

Ende April setzte Post-Chef Appel seinen Speditionsvorstand Roger Crook vor die Tür und machte die Sparte rund um Lkw-, See- und Luftfracht zur Chefsache. Dass das 15 Milliarden Euro Umsatz schwere Speditionsgeschäft Sorgen bereitet, war seit langem klar. Schon 2014 hatte dort der Cashflow nicht mehr ausgereicht, um die Investitionen zu bezahlen.

Kommentare (2)

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Herr Teito Klein

06.08.2015, 08:59 Uhr

Das ist unverschämt
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Früher dauerte eine Reise mit der Postkutsche ins Nachbardorf vier Wochen. Das war normal!
Heute wird erwartet, dass ein Brief/Paket am nächsten Tag ankommt. Das ist unrealistisch!
Das mag zwar bei Hermes und Co. so sein, aber nicht bei der "Beamtenpost".

Herr Udo Eulenspiegel

06.08.2015, 16:50 Uhr

Hallo Herr Klein,

da muss ich Ihnen aus eigener Erfahrung gerade bei der Deutschen Post DHL hier in Deutschland widersprechen. Bestellen Sie mal zB bei ELV vor 12 Uhr, in mehr als 99% meiner Bestellungen, ist die Lieferung innerhalb von 24 Stunden da.

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