Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.01.2011

08:28 Uhr

Apple

Der Mann hinter Steve Jobs

VonJoachim Hofer

Kaum ein Konzern ist so stark auf seinen Chef fixiert wie Apple. Nun ist Steve Jobs schwer erkrankt - in nächster Zeit muss es also auch ohne den umtriebigen Chef gehen. Die Führung übernimmt übergangsweise Tim Cook, ein Vertrauter von Steve Jobs.

Tim Cook (links) und Steve Jobs: Der COO steht seit Jahren in täglichen Kontakt mit seinem Chef. Reuters

Tim Cook (links) und Steve Jobs: Der COO steht seit Jahren in täglichen Kontakt mit seinem Chef.

MÜNCHEN. Wer ist Tim Cook? Eine Frage, die Apple-Aktionäre und viele Millionen Fans der Kultmarke seit gestern tief bewegt. Dem 50-jährigen Amerikaner hat Vorstandschef Steve Jobs am Montag die Geschäfte übertragen. Übergangsweise, wie Jobs mitteilen ließ. Wie lange der charismatische Firmengründer fehlen wird, ist derzeit völlig offen. Doch es gibt für die Apple-Aktionäre auch eine beruhigende Nachricht: Cook ist ein erfahrener Manager und vertritt seinen langjährigen Mentor Jobs nicht zum ersten Mal.

Schon 2004 musste der Sohn eines Werftarbeiters aus Alabama für zwei Monate einspringen. Damals fiel der Apple-Gründer wegen einer Krebsbehandlung aus. Vor zwei Jahren schließlich fehlte Jobs wegen einer Lebertransplantation mehrere Monate. Jetzt verursache, wie bei vielen anderen Patienten mit einer Spenderleber, das Immunsystem Schwankungen in Jobs Gesundheitszustand, schrieb die "New York Times" unter Berufung auf eine informierte Person. Zum dritten Mal übernimmt Cook das Ruder.

Erneut steht der als Arbeitstier bekannte Manager ganz oben auf der Kommandobrücke der begehrtesten Marke der Welt. Seit Jahren gilt Cook als Vorstandschef im Wartestand. Öfter war er im Gespräch für die Führungsspitze großer IT-Konzerne, zuletzt von Hewlett-Packard. Immer hat er abgelehnt.

Erfolgreicher Feuerwehrmann

An Cooks Qualifikation besteht kein Zweifel. Der Frühaufsteher ist seit 1998 bei Apple, zuvor war er lange Jahre bei IBM und schließlich ein paar Monate beim PC-Produzenten Compaq, ehe Jobs ihn anheuerte. Sein Salär spiegelt den Erfolg von Apple wider: 59 Millionen Dollar im Jahr waren es zuletzt. Selbst für US-Topmanager ist das eine Menge.

Dass Jobs Cook jetzt wieder mit der Führung seiner Firma betraut hat, liegt wohl am letzten, außerordentlich erfolgreichen Feuerwehreinsatz. Als Cook 2009 für ein halbes Jahr die Rolle des Vorstandschefs übernahm, trübte keine Delle seine Erfolgsbilanz. Analysten loben ihn: "Tim Cook hat einen guten Job gemacht. Er genießt eine Menge Respekt, intern bei Apple und extern, hat er doch bewiesen, dass er in der Lage ist, das Unternehmen gut zu führen", sagt Carolina Milanesi von der Gartner Group.

Als Vorstand, der sich um das Tagesgeschäft kümmert, ist Cook seit Jahren in täglichem Kontakt mit Jobs. Die Apple-Macher vertrauen sich. "Manche bei Apple", scherzt ein Analyst aus dem Silicon Valley, "können die beiden auf dem Campus schon gar nicht mehr auseinanderhalten."

Als Cook vor 13 Jahren zu Apple wechselte, hat er erst einmal die Werke des Konzerns geschlossen. Seither setzt die Marke voll auf Auftragsfertiger. Gleichzeitig ließ er die Lagerbestände von Monaten auf Tage schmelzen. Das half Apple, keine Ladenhüter als Altlasten herumliegen zu haben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×