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02.10.2013

06:29 Uhr

Arbeitsmarkt für Akademiker

Für Juristen wird es enger

VonMiriam Bax

Die Zahl der offenen Stellen für Akademiker steigt wieder leicht nach oben. Für Juristen gibt es - im Vergleich zum Gesamtstellenmarkt - allerdings weniger Offerten. Der Handelsblatt Jobturbo zeigt, wo Chancen bestehen.

Die Stellenangebote für Juristen sind gesunken. Foto: Fotolia

Die Stellenangebote für Juristen sind gesunken. Foto: Fotolia

KölnDie Nachfrage nach Akademikern auf dem Arbeitsmarkt steigt seit August wieder leicht an, das zeigt der Stellenindex des Handelsblatt Jobturbos. Allerdings zeigt die genaue Betrachtung der Stellenangebote schwierige Zeiten für Juristen: Im Verhältnis zum Gesamtstellenmarkt sind seit April sinkende Vakanzen für Juristen, eigentlich eine der fünf wichtigsten akademischen Berufsgruppen, zu verzeichnen.

Berufe im Bereich Recht allgemein zählen in der Regel zu den wenigen mit einem konstanten Angebot an offenen Stellen für Fach- und Führungskräfte. In der Zukunftsstudie 2030 des Deutschen Anwaltsvereins (DAV) heißt es dazu: „Im Vergleich zu anderen Branchen ist der Rechtsdienstleistungsmarkt relativ konjunktur- und saisonunabhängig. Die internationale Wirtschafts- und Finanzkrise hatte bislang kaum Auswirkungen auf die Gesamtnachfrage nach Rechtsdienstleistungen in Deutschland und erfreut sich – gemessen am Umsatz – einer guten wirtschaftlichen Entwicklung.“

Die Arbeitslosigkeit speziell unter Juristen gilt laut Bundesagentur für Arbeit (BA) als Randphänomen. 2012 lag die Arbeitslosenquote vier Prozent unter der des Vorjahres. Nach Angaben der BA ist die Anzahl der gemeldeten Stellen für Juristen zudem im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Allerdings beziehen sich diese Angaben lediglich auf einen Teil dieser Berufsgruppe, denn Beamte im Staatsdienst oder Freiberufler, die nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, werden nicht berücksichtigt.

Tipps für Bewerbung und Einstieg

Keine zweite Chance für einen ersten Eindruck

Wer beim ersten Gespräch unangenehm auffällt, für den gibt es keine zweite Chance. Wir beurteilen Menschen in den ersten drei bis fünf Sekunden- dieser Eindruck bleibt haften. Personalreferenten wissen: Wer schon beim Vorstellungsgespräch ein Gespür dafür hat, was angemessen ist, der wird auch im Job Situationen richtig einschätzen.

Wer ruft wen an?

Das Bewerbungsgespräch ist gut überstanden. Jetzt beginnt die nächste Zitterpartie: Habe ich das Rennen gemacht? Soll ich nachfragen oder abwarten? Wer nicht tagelang das Telefon fixieren möchte, sollte dies schon beim Gespräch klären. Sagen Sie, dass Sie interessiert sind und fragen Sie, wie es weiter geht.

Bewerbungs-Outfit

Wenn Sie nicht gerade in einer Kinderkrippe oder für eine Rockband vorstellen, gilt für die meisten Branchen: Männer tragen Anzug und Frauen ein Kostüm. Bis Sie ein Gefühl dafür haben, wie Ihre Kollegen erscheinen, sollten Sie das beibehalten.

Die ersten Wochen

Nachwuchskräfte aufgepasst! Unsicherheit mit Coolness zu überspielen klappt nicht. Fragen Sie erfahrene Kollegen, lernen Sie die Gepflogenheiten des Unternehmens kennen. Üben Sie sich in Bescheidenheit- das erste große Projekt kommt bestimmt, und dann können Sie Ihrem Übermut freie Fahrt gewähren.

Auch wenn Sie privat andere berühren oder Gespräche aus nächster Nähe führen- kommen Sie Kollegen und Geschäftspartnern nicht zu nahe! Die Distanzzone liegt bei einigen bis zwei Metern.

Wer ist der Neue?

Neue Kollegen bedeuten Stress für alle, denn Ihre Mitarbeiter sorgen sich vielleicht, dass ihre Routine durcheinandergewirbelt wird oder dass ihr Job in Gefahr ist. Sympathiepunkte sammelt man jetzt durch Interesse und Respekt. Tipp: Schmeicheln Sie den neuen Kollegen, und machen Sie Bemerkungen über vergangene Projekte, die Ihnen gefallen haben.

Das gekonnte Selbstmarketing

Der erste Tag ist fast überstanden, dann soll man sich in großer Runde vor allen Kollegen vorstellen. Bereiten Sie sich gut vor. Wichtig ist, Berufserfahrung und Ausbildung sachlich und Knapp auf den Punkt zu bringen. Lenken Sie die Aufmerksamkeit dabei auf Ihre größten Erfolge. Verkaufen Sie nicht mehr, als Sie liefern können.

In der Ruhe liegt die Kraft

Nur wer in Stress- Situationen Höflichkeit und Respekt wahrt, beweist, dass er umgänglich ist. Auch wenn es schwerfällt, sollten Sie Verärgerung nicht offen zeigen. Eine wutverzerrte Miene wirkt nicht souverän. Hören Sie sich die Argumente Ihres Gegenübers ruhig an. Beschreiben Sie, was Ihnen Probleme macht, ohne Kollegen zu beschuldigen.

Richtiger Umgang mit Mails

Gerade wenn man seinen Ansprechpartner nicht kennt, verfällt man oft in gestelztes Briefdeutsch. Besser ist es, so zu formulieren, wie man es mündlich tun würde. Allerdings sollte ein guter Ton gewahrt bleiben: Verzichten Sie unbedingt auf saloppe Smileys und auf Abkürzungen („MFG“ statt „Mit freundlichen Grüßen“). So viel Zeit sollte sein.

Grundkurs Netikette

Nur weil es eine E-Mail ist, sollten Sie nicht automatisch "Hallo Frau Meyer" oder "Lieber Herr Müller" schreiben. Das "Sehr geehrte Frau Schulze" ist durchaus nicht altmodisch. E-Mails erreichen ihre Adressaten schnell- das heißt aber nicht, dass diese ebenso schnell antworten müssen. Geben Sie ihnen zwei bis drei Tage Zeit, oder vermerken Sie in der E-Mail, dass es eilt. Entgegen allen Gerüchten: Großbuchstaben sind noch nicht aus der Mode. Rechtschreibung und Grammatik sind auch bei E-Mails essenziell.

Ordnung muss sein! Vergessen sie nie eine aussagekräftige Betreffzeile, denn die hilft dem Empfänger, seine E-Mail-Flut zu ordnen. Anlagen sollten Sie in gängigen Dateitypen verschicken und darauf achten, dass Sie mit großen Datenmengen nicht das Postfach des Adressaten verstopfen.

Entspannungsphase

Im Meetingraum, beim Geschäftsessen oder bei offiziellen Anlässen dürfen Sie Ihr Jackett oder ihre Kostümjacke erst ablegen, wenn die Gastgeber Sie dazu auffordern oder es vormachen. Stoßen sie zu einer Gruppe, die sich bereits "entspannt", fragen Sie erst. Werden Ihnen Getränke angeboten, sollten Sie annehmen. So geben Sie Ihrem Gegenüber die Möglichkeit, ein guter Gastgeber zu sein. Mit exotischen Wünschen (Bananensaft, Brennnessel-Tee) bringen Sie Ihren Gastgeber allerdings in Verlegenheit.

Quelle: www.trust-wi.de

Und der Anwaltsmarkt wächst zunehmend - Jahr für Jahr kommen neue Rechtsanwälte hinzu. Aktuell sind nach Angaben des DAV über 160.000 Rechtsanwälte in Deutschland zugelassen – fast ein Drittel mehr als noch 1990. Offene Stellen sind zunehmend umkämpft, mögliche Arbeitgeber können sich die besten Bewerber herauspicken. Ein gutes Drittel aller in Deutschland zugelassenen Rechtsanwälte, so gibt es der DAV an, ist dabei in der Wirtschaft tätig.

Für Juristen ist die Zahl der Stellenangebote im August gesunken. Quelle: Handelsblatt Jobturbo

Für Juristen ist die Zahl der Stellenangebote im August gesunken. Quelle: Handelsblatt Jobturbo

Ein Arbeitsplatz in einer (internationalen) Großkanzlei wie beispielsweise Freshfields Bruckhaus Deringer, Hengeler Mueller oder in der Rechtsberatung in einem (Groß-) Unternehmen gehört neben dem Staatsdienst zum absoluten Wunschziel vieler Absolventen, so die azur Liste 2013 der beliebtesten Arbeitgeber für Juristen. Ein Indikator für den aktuellen Bedarf an Juristen am Arbeitsmarkt  ist der Stelleindex des Handelsblatt Jobturbos, der die Stellenangebote der bundesweit bedeutendsten Stellenbörsen, Zeitungen und Karriereportale bündelt und auswertet. Der Index belegt: Der Arbeitsmarkt für Juristen erweist sich seit Frühjahr zunehmend enger. (Vgl. Grafik Arbeitsmarkt für Juristen; Stellen für Richter, Staatsanwälte oder sonstige Beamte fließen nicht in die Statistik mit ein).

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