Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.05.2014

10:51 Uhr

Arbeitsmarkt für Young Professionals

Karrieresprungbrett Trainee

VonMiriam Bax

Die Anzahl der Stellenangebote für Trainees nimmt zu, die Gehälter steigen. Dennoch winken überwiegend nur befristete Verträge. Wo gibt es die meisten Jobs und welche Qualifikationen sind besonders gefragt? Ein Überblick

Im Vertrieb und im Marketing gibt es aktuell die meisten Stellenangebote. Foto: Fotolia

Im Vertrieb und im Marketing gibt es aktuell die meisten Stellenangebote. Foto: Fotolia

KölnEine Trainee-Stelle ist der Traum vieler Hochschulabsolventen und wird einem Direkteinstieg in ein Unternehmen vorgezogen. Nach der Trainee-Studie der Handels- und Dienstleistungsgruppe Haniel in Zusammenarbeit mit der Personal- und Unternehmensberatung Kienbaum können sich 94 Prozent der Studienteilnehmer vorstellen, als Trainee ins Berufsleben einzusteigen.

Steigende Angebote in den Stellenbörsen kommen dieser Nachfrage entgegen. Die Auswertung des Handelsblatt Jobturbos zeigt, dass die Zahl solcher Stellenausschreibungen seit Februar wieder anzieht. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es im April 2014 ein Plus in Höhe von 19 Prozent (vgl. Grafik Arbeitsmarkt für Trainees). Die Jobturbo-Auswertung greift auf die Stellenangebote für Fach- und Führungskräfte der bundesweit bedeutendsten Stellenbörsen, Zeitungen und Karriereportale der Top-Unternehmen zurück.

Seit Februar geht es mit den angebotenen Trainee-Stellen nach oben. Quelle: Handelsblatt-Jobturbo

Seit Februar geht es mit den angebotenen Trainee-Stellen nach oben. Quelle: Handelsblatt-Jobturbo

Die meisten Angebote für Nachwuchstalente bieten die Berufsfelder Vertrieb und Marketing. Auch bei Versicherungen, Finanzdienstleistern und im IT-Bereich sind Einsteiger gefragt. Regional betrachtet ist der Anteil an Vakanzen laut Jobturbo-Auswertung derzeit im Süden besonders ausgeprägt. Neben München wird auch in Frankfurt am Main, Hamburg, Berlin, Düsseldorf und Stuttgart verstärkt gesucht. Verhältnismäßig gering fällt die Zahl der Stellenangebote in den neuen Bundesländern aus.

Der Blick in die Stellenanzeigen für Trainees belegt, wie wichtig Sprachkenntnisse, Berufs- sowie Auslandserfahrung sind. Der Personaldienstleister Adecco hat dazu in einer Sonderauswertung die Angebote für Young Professionals in 184 Printmedien und Online Stellenbörsen untersucht. In rund 60 Prozent der betreffenden Stellen sind Englischkenntnisse für Bewerber unabdingbar.

Tipps für Bewerbung und Einstieg

Keine zweite Chance für einen ersten Eindruck

Wer beim ersten Gespräch unangenehm auffällt, für den gibt es keine zweite Chance. Wir beurteilen Menschen in den ersten drei bis fünf Sekunden- dieser Eindruck bleibt haften. Personalreferenten wissen: Wer schon beim Vorstellungsgespräch ein Gespür dafür hat, was angemessen ist, der wird auch im Job Situationen richtig einschätzen.

Wer ruft wen an?

Das Bewerbungsgespräch ist gut überstanden. Jetzt beginnt die nächste Zitterpartie: Habe ich das Rennen gemacht? Soll ich nachfragen oder abwarten? Wer nicht tagelang das Telefon fixieren möchte, sollte dies schon beim Gespräch klären. Sagen Sie, dass Sie interessiert sind und fragen Sie, wie es weiter geht.

Bewerbungs-Outfit

Wenn Sie nicht gerade in einer Kinderkrippe oder für eine Rockband vorstellen, gilt für die meisten Branchen: Männer tragen Anzug und Frauen ein Kostüm. Bis Sie ein Gefühl dafür haben, wie Ihre Kollegen erscheinen, sollten Sie das beibehalten.

Die ersten Wochen

Nachwuchskräfte aufgepasst! Unsicherheit mit Coolness zu überspielen klappt nicht. Fragen Sie erfahrene Kollegen, lernen Sie die Gepflogenheiten des Unternehmens kennen. Üben Sie sich in Bescheidenheit- das erste große Projekt kommt bestimmt, und dann können Sie Ihrem Übermut freie Fahrt gewähren.

Auch wenn Sie privat andere berühren oder Gespräche aus nächster Nähe führen- kommen Sie Kollegen und Geschäftspartnern nicht zu nahe! Die Distanzzone liegt bei einigen bis zwei Metern.

Wer ist der Neue?

Neue Kollegen bedeuten Stress für alle, denn Ihre Mitarbeiter sorgen sich vielleicht, dass ihre Routine durcheinandergewirbelt wird oder dass ihr Job in Gefahr ist. Sympathiepunkte sammelt man jetzt durch Interesse und Respekt. Tipp: Schmeicheln Sie den neuen Kollegen, und machen Sie Bemerkungen über vergangene Projekte, die Ihnen gefallen haben.

Das gekonnte Selbstmarketing

Der erste Tag ist fast überstanden, dann soll man sich in großer Runde vor allen Kollegen vorstellen. Bereiten Sie sich gut vor. Wichtig ist, Berufserfahrung und Ausbildung sachlich und Knapp auf den Punkt zu bringen. Lenken Sie die Aufmerksamkeit dabei auf Ihre größten Erfolge. Verkaufen Sie nicht mehr, als Sie liefern können.

In der Ruhe liegt die Kraft

Nur wer in Stress- Situationen Höflichkeit und Respekt wahrt, beweist, dass er umgänglich ist. Auch wenn es schwerfällt, sollten Sie Verärgerung nicht offen zeigen. Eine wutverzerrte Miene wirkt nicht souverän. Hören Sie sich die Argumente Ihres Gegenübers ruhig an. Beschreiben Sie, was Ihnen Probleme macht, ohne Kollegen zu beschuldigen.

Richtiger Umgang mit Mails

Gerade wenn man seinen Ansprechpartner nicht kennt, verfällt man oft in gestelztes Briefdeutsch. Besser ist es, so zu formulieren, wie man es mündlich tun würde. Allerdings sollte ein guter Ton gewahrt bleiben: Verzichten Sie unbedingt auf saloppe Smileys und auf Abkürzungen („MFG“ statt „Mit freundlichen Grüßen“). So viel Zeit sollte sein.

Grundkurs Netikette

Nur weil es eine E-Mail ist, sollten Sie nicht automatisch "Hallo Frau Meyer" oder "Lieber Herr Müller" schreiben. Das "Sehr geehrte Frau Schulze" ist durchaus nicht altmodisch. E-Mails erreichen ihre Adressaten schnell- das heißt aber nicht, dass diese ebenso schnell antworten müssen. Geben Sie ihnen zwei bis drei Tage Zeit, oder vermerken Sie in der E-Mail, dass es eilt. Entgegen allen Gerüchten: Großbuchstaben sind noch nicht aus der Mode. Rechtschreibung und Grammatik sind auch bei E-Mails essenziell.

Ordnung muss sein! Vergessen sie nie eine aussagekräftige Betreffzeile, denn die hilft dem Empfänger, seine E-Mail-Flut zu ordnen. Anlagen sollten Sie in gängigen Dateitypen verschicken und darauf achten, dass Sie mit großen Datenmengen nicht das Postfach des Adressaten verstopfen.

Entspannungsphase

Im Meetingraum, beim Geschäftsessen oder bei offiziellen Anlässen dürfen Sie Ihr Jackett oder ihre Kostümjacke erst ablegen, wenn die Gastgeber Sie dazu auffordern oder es vormachen. Stoßen sie zu einer Gruppe, die sich bereits "entspannt", fragen Sie erst. Werden Ihnen Getränke angeboten, sollten Sie annehmen. So geben Sie Ihrem Gegenüber die Möglichkeit, ein guter Gastgeber zu sein. Mit exotischen Wünschen (Bananensaft, Brennnessel-Tee) bringen Sie Ihren Gastgeber allerdings in Verlegenheit.

Quelle: www.trust-wi.de

Erik Bethkenhagen von Kienbaum erklärt im Rahmen der Trainee-Studie: „Die Geschäftswelt wird immer internationaler. Deshalb legen die Unternehmen verstärkt Wert auf die interkulturelle Kompetenz ihrer Berufseinsteiger. Fehlende Fremdsprachenkenntnisse sind deshalb für viele ein Ausschlusskriterium bei der Auswahl ihrer Trainees“.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×