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16.07.2011

16:23 Uhr

Arbeitsplatz der Zukunft

Bunter, flexibler = kreativer?

VonDana Heide

Kein festes Büro, keine festen Arbeitszeiten, keine festen Regeln - so stellen sich Experten den Arbeitsplatz der Zukunft vor. Bei manchen Unternehmen hat die Zukunft bereits begonnen. Besonders eine Firma gilt als Vorreiter.

Google-Mitarbeiterin am Hauptquartier im kalifornischen Mountain View. Quelle: dapd

Google-Mitarbeiterin am Hauptquartier im kalifornischen Mountain View.

DüsseldorfWie ein riesiger Haufen orangefarbener Wackelpudding sieht das Gebilde aus. Vereinzelt sind braune Polster angebracht - offensichtlich sollen sich hier Menschen hinsetzen. Das eigentümliche Werk steht nicht etwa auf einem Spielplatz, sondern im Modellbüro des Fraunhofer Instituts in Stuttgart. Die außergewöhnliche Sitzgelegenheit soll Mitarbeiter zur Kreativität anregen.

Das Institut erforscht, wie das Büro der Zukunft aussehen könnte. Die Antwort geben die Experten in Stuttgart. Das "Office21", in dem die Fraunhofer-Angestellten auch selbst arbeiten, gleicht eher einem gestylten Café als einem Arbeitsplatz: bunte Farben, weiche Möbel sowie Sitzgruppen zum Treffen und Plaudern.

"Ob wir im Innovationswettlauf gewinnen, hängt davon ab, dass wir die richtige Innovationskultur entwickeln. Dazu gehört auch der Arbeitsplatz", sagt Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer Gesellschaft. "Er muss zur Kreativität auffordern. Kreativität zu fördern wird in Zukunft das Wichtigste sein", sagt Bullinger.

Einige Unternehmen haben das bereits verinnerlicht. Zum Beispiel Google: Seit Jahren gilt der Suchmaschinenanbieter als Vorzeige-Arbeitgeber. Wer bei dem Unternehmen arbeitet, kann sich am Kickertisch entspannen, während der Arbeit auf bunten Sesseln fläzen und in Hängematten liegen oder bei einer kostenlosen Limo mit den Kollegen in bunter Umgebung das nächste Projekt besprechen.

Das Büro der Zukunft liegt immer dort, wo gerade genug Platz ist.

"Der Arbeitsplatz der Zukunft wird eher wie eine Lounge sein - es gibt keinen Arbeitsplatz auf Dauer, sondern man arbeitet dort, wo gerade Platz ist", sagt Fraunhofer-Präsident Bullinger. Die Individualität soll aber künftig nicht bei der Wahl des Platzes in den firmeneigenen Büroräumen aufhören. Es werde daher öfter heißen "Arbeite dort, wo du willst", sagt Bullinger - das könne im Büro, beim Kunden oder zu Hause sein.

Treiber sind dabei die neuen Technologien: Die Arbeitswelt folgt den neuen Möglichkeiten der mobilen Kommunikation und der mobilen Datenverarbeitung.

Kommentare (1)

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ssommerf

16.07.2011, 21:14 Uhr

Klingt wirklich super...auf den ersten Blick. Gerade IBM scheint mir ein gutes Beispiel: "Laut IBM arbeiten bereits zwei Drittel ihrer Mitarbeiter überwiegend beim Kunden". Das klingt doch toll. Die Wahrheit dahinter dürfte eher sein, IBM bringt seine Projektteams, Mitarbeiter beim Kunden unter. Will heißen, der Mitarbeiter der vorher um 8.00 Uhr im IBM Büro saß, sitzt nun um 8.00 Uhr bspw. bei der Commerzbank. Was genau ist daran jetzt "innovativ" oder gar "flexibel"?
Aus eigener Erfahrung - nein ich bin nicht bei IBM . weiß ich das diese Mitarbeiter dann auch in die hinterletzte Provinz entsandt werden, wenn man den Auftrag ergattern konnte. Und der Kunde? Der besteht natürlich auf vor Ort Anwesendheit.
Neu war mir allerdings das man dieses dann als "Inovativ" hochstilisieren kann.
Bitte etwas genauer hinsehen was sich hinter den Zahlen verbirgt...

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