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31.01.2007

09:03 Uhr

Areva legt Umsatzzahlen vor

Lachen unter Spannung

VonHolger Alich

Anne Lauvergeon weiß sich gut zu verkaufen. Die Chefin der französischen Nuklearholding Areva gilt als Liebling der Medien, obwohl ihre Managementqualitäten von Seiten der Politik in letzter Zeit öfters angezweifelt wurden.

Präsentiert sich stets im rechten Licht: Anne Lauvergeon. Foto: dpa

Präsentiert sich stets im rechten Licht: Anne Lauvergeon. Foto: dpa

PARIS. Vergleichbare Schwierigkeiten können für das Topmanagement höchst unterschiedliche Konsequenzen haben. Ein Beispiel dafür liefern derzeit zwei deutsch-französische Vorzeigeprojekte, bei denen es hakt. Airbus fliegt wegen der Probleme beim doppelstöckigen Superairbus A380 in diesem Jahr in die roten Zahlen. Topmanager wie Noël Forgeard und sein Stellvertreter Gustav Humbert mussten daher gehen.

Ganz anders sieht es dagegen bei Frankreichs Nuklearholding Areva und ihrer Chefin Anne Lauvergeon aus, die heute neue Umsatzzahlen präsentieren: Zwar hinken Areva und ihr deutscher Partner Siemens beim Bau des neuen Atomkraftwerks im finnischen Olkiluoto stolze 18 Monate dem Zeitplan hinterher, was Schleifspuren in der Areva-Bilanz hinterlassen wird.

Doch die selbstbewusste Konzernchefin Lauvergeon hat nicht nur im Juni ihre Vertragsverlängerung um fünf Jahre bekommen – sie wurde gar noch ausgezeichnet: Die Hörer des Wirtschaftssenders BFM vergaben ihr den „BFM Award 2006“.

Unumstritten ist Frankreichs Nuklearkönigin aber nicht. Im Gegenteil. Das Verhältnis zu ihrem Großaktionär, vertreten durch Finanz-Minister Thierry Breton, darf als gespannt bezeichnet werden. Die jüngsten Misserfolge geben den Kritikern von Lauvergeon neue Munition: Denn trotz Verkaufshilfe durch Staatspräsident Jacques Chirac zog es die chinesische Regierung vor, vier neue Atomkraftwerke beim US-Konkurrenten Westinghouse zu ordern.

Doch Lauvergeon gilt als machtbewusst und zielstrebig. Sie weiß, dass sie als Chefin der strategisch wichtigen Nuklearholding stets von Neidern und Heckenschützen umzingelt ist: „Als Frau an der Spitze eines solchen Unternehmens zu sein, das löst Spannungen aus“, sagte sie einmal.

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