Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.05.2012

16:21 Uhr

Arnaud Lagardère

Der neue Luftikus von Airbus

VonKarin Finkenzeller
Quelle:Zeit Online

Arnaud Lagardère soll bald den EADS-Verwaltungsrat führen. Doch heute taucht er einfach nicht auf der EADS-Hauptversammlung auf - ein Skandal. Und nicht sein erster. Sein Auftreten irritiert nicht nur die Aktionäre.

Arnaud Lagardère wird neuer Vorsitzender im Verwaltungsrat des Flugkonzerns EADS. dpa

Arnaud Lagardère wird neuer Vorsitzender im Verwaltungsrat des Flugkonzerns EADS.

Wie oft kommt es vor, dass ein Unternehmenschef bei einer Aktionärsversammlung Applaus erhält, obwohl die Geschäftsergebnisse und der Börsenkurs zu wünschen übrig lassen und die finanzielle Situation des CEO Anlass zur Sorge gibt? Und wie viele Chefs können erwarten, dass am Ende einer solchen Veranstaltung eine 30 Jahre jüngere Frau mit Model-Maßen auf das Podium stürmt und sie leidenschaftlich küsst?

Arnaud Lagardère kann. Als der Chef der französischen Mediengruppe Lagardère Anfang Mai zur Hauptversammlung nach Paris lud, trat der Verlust von 707 Millionen Euro aus dem Jahr 2011 in den Hintergrund. Der 51-Jährige kündigte an, dass er „sehr bald“ das 21 Jahre alte belgische Model Jade Foret heiraten werde und die beiden im September ihr erstes gemeinsames Kind erwarteten. „Ich habe in meinem Leben das wahre Glück gefunden und fühle mich deshalb beruflich stärker denn je.“

Wer wollte da noch mäkeln? Nun ist Lagardère aber nicht irgendwer. Er ist Chef eines der mächtigsten Medienunternehmen Europas und Sohn eines Gründungsvaters des europäischen Luftfahrt- und Rüstungsunternehmens EADS. Am 31. Mai wechselt er da vom Posten eines einfachen Verwaltungsratsmitglieds an die Spitze des Gremiums. Sein Lebenswandel wird deshalb mit, sagen wir, einiger Spannung beobachtet.

Bei den Formulierungen an dieser Stelle ist Vorsicht angebracht. Bei Lagardère ist man schnell mit Anzeigen wegen öffentlicher Verleumdung. Die französische Justiz eröffnete vorige Woche ein Ermittlungsverfahren gegen zwei Journalistinnen der Wirtschaftszeitung La Tribune.

Sie hatten im Sommer 2011 ein namentlich nicht genanntes Mitglied der Lagardère-Führungsriege mit der indirekten Forderung zitiert, den Boss wegen Unzurechnungsfähigkeit zu entmündigen. „Es heißt immer, man müsse (die L’Oréal-Hauptaktionärin) Liliane Bettencourt unter Kuratel stellen. Und was ist mit Arnaud Lagardère? Immerhin hat L’Oréal noch eine Führung.“

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

31.05.2012, 16:55 Uhr

Als "normaler" Manager oder Mitarbeiter wäre man da recht schnell auf der Suche nach einem anderen Arbeitgeber.

Treffer23

31.05.2012, 17:00 Uhr

Das kann man positiv sehen.

Ein Burn Out ist nicht zu befürchten. Fehlentscheidungen sind auch unwahrscheinlich.

Hoffentlich kommen bald Kinder aus der Beziehung mit dem Model.

pappus

31.05.2012, 17:04 Uhr

na vielleicht ist er beim Bilderberger Treffen vom 31.5.-2.6.12 im Marriot Hotel in Chantilly/Virginia USA, da war sein Chef Thomas Enders ja auch des öfteren.....

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×