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10.01.2013

13:49 Uhr

Aserbaidschan

Nabucco steht vor großem Gasdeal

Gemeinsam mit den großen Förderfirmen will das Pipeline-Konsortium Nabucco schon bald Gas aus Aserbaidschan nach Europa transportieren. Nun steht nur noch ein Konkurrent dem Milliardengeschäft im Weg.

Aserbaidschanisches Gas soll schon bald durch die Pipelines von Nabucco nach Europa fließen. Pressebild

Aserbaidschanisches Gas soll schon bald durch die Pipelines von Nabucco nach Europa fließen.

SofiaDas Pipeline-Konsortium Nabucco ist dem erhofften Zuschlag für Gas aus Aserbaidschan einen Schritt näher gekommen. Am Donnerstag einigten sich die Nabucco-Partner mit den Gasförderfirmen auf eine gemeinsame Finanzierung und die Anteilsverteilung für das Vorhaben. Die Förderfirmen - Schwergewichte wie BP, Statoil, Socar, Total und Eni - könnten sich mit 50 Prozent an der Pipeline beteiligen, sagte Nabucco-Manager Hans-Peter Floren am Donnerstag. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass die Röhre auch tatsächlich den Zuschlag für die umfangreichen Gasreserven aus Aserbaidschan bekommt. Unterschrieben werden soll das Abkommen in den nächsten Wochen in Wien.

Damit macht Nabucco Boden auf das Konkurrenzprojekt TAP gut, das bereits im vergangenen August mit den Förderfirmen einen möglichen Einstieg von ebenfalls bis zu 50 Prozent ausgehandelt hat. Ein solcher Vertrag gilt als wichtiger Schritt im Rennen um den Zuschlag für den Transport des Gases nach Europa. Eine Entscheidung welche der beiden Röhren zum Zug kommt, wird früheren Angaben zufolge bis zur Jahresmitte erwartet.

OMV-Chef Gerhard Roiss zeigte sich zufrieden. "Ich begrüße diesen bedeutenden Schritt vorwärts", sagte er. Die Gasförderfirmen würden sich ab sofort an der Entwicklung der Röhre beteiligen.

Europa will sich mit dem Gas aus Aserbaidschan unabhängiger von russischem Erdgas machen. Das Shah-Deniz-Konsortium erschließt dort ein riesiges Gasfeld und hat nach einer jahrelangen Vorausscheidung TAP und Nabucco als Finalisten unter mehreren Pipelineprojekten ausgewählt.

An Nabucco sind die österreichische OMV, die ungarische MOL, die türkische Botas, BEH aus Bulgarien und die rumänische Transgaz beteiligt. Der deutsche Energiekonzern RWE will aus dem Konsortium aussteigen.

Die größten börsennotierten Ölkonzerne der Welt

Die größten Öl- und Gaskonzerne

Sie fördern und raffinieren Erdöl oder Gas und betreiben riesige Tankstellennetze. Wie viel die zehn größten Öl- und Gaskonzerne der Welt an der Börse wert sind.

Quelle: Bloomberg, Stand: 26.7.2012

Platz 10

ENI (Italien)

Der italienische Öl- und Gaskonzern erreicht mit einer Marktkapitalisierung von 70 Milliarden Dollar Rang zehn unter den Energiekonzernen. Das Unternehmen mit Sitz in Rom ist der größte Gasversorger Italiens. Neben dem Öl- und Gasgeschäft mit Exploration, Förderung, Raffinerie und Vertrieb sind die Italiener auch im Stromgeschäft aktiv.

Platz 9

Sinopec (China)

Der chinesische Mineralölriese zählt zu den größten Energiekonzernen des Landes und erreicht an der Börse eine Marktkapitalisierung von 80,9 Milliarden Dollar. Das Unternehmen mit Sitz in Peking ist im Hang-Seng-Index notiert.

Platz 8

Total (Frankreich)

Die Franzosen betreiben in Europa ein dichtes Tankstellennetz. In mehr als 30 Ländern fördert der Konzern Öl und Gas. Der Konzern mit Sitz in Courbevoie nahe Paris erreicht einen Börsenwert von 124 Milliarden Dollar.

Platz 7

Gazprom (Russland)

Der russische Konzern rangiert an der Weltspitze der Gasförderer. Das Moskauer Unternehmen ist an der Börse mit 116 Milliarden Dollar bewertet. Gazprom kontrolliert fast die gesamte Erdgasförderung Russlands.

Platz 6

Petrobras (Brasilien)

Der halbstaatliche Konzern mit Sitz in Rio de Janeiro hat eine Marktkapitalisierung von 125,1 Milliarden Dollar. Die Brasilianer sind besonders in der Offshore-Förderung von Öl stark. Der Konzern wurde ursprünglich zur Abwehr von US-Konzernen gegründet.

Platz 5

BP (Großbritannien)

Die Katastrophe im Golf von Mexiko hat den Konzern in Bedrängnis gebracht. Aktuell ist das Unternehmen mit 129,1 Milliarden Dollar bewertet. In Deutschland wird Benzin und Diesel unter der Marke Aral vertrieben.

Platz 4

Chevron (USA)

Der US-Konzern ist auf dem Parkett 213,4 Milliarden Dollar wert. Die Hauptsitze sind im kalifornischen San Ramon sowie im brasilianischen Fortaleza. Der Konzern ist im Bereich der geothermischen Energiegewinnung führend.

Platz 3

Royal Dutch Shell (Großbritannien)

Das Unternehmen mit Sitz in London und Den Haag zählt zu den drei größten Öl- und Gaskonzernen der Welt. Shell ist in mehr als 180 Ländern aktiv. An der Börse ist der Konzern mit 216,4 Milliarden Dollar bewertet.

Platz 2

PetroChina (China)

Die Chinesen schoben sich auf rang zwei der größten Öl- und Gaskonzerne vor. An der Börse ist der Konzern 249,2 Milliarden Dollar wert. Das Unternehmen ist besonders im Sudan aktiv und steht deswegen in der Kritik.

Platz 1

Exxon Mobil (USA)

Die Spitze der Öl- und Gaskonzerne erobert Exxon Mobil mit einer Marktkapitalisierung von 399,7 Milliarden Dollar. Das Unternehmen entstand 1999 durch den Zusammenschluss von Exxon mit Mobil Oil. Das Unternehmen gilt als Nachfolger der Standard Oil Company des legendären Milliardärs John D. Rockefeller.

Die Pläne für die nach einer Verdi-Oper benannten Röhre wurden vergangenes Jahr bereits deutlich eingedampft: Sie soll nun nicht mehr von Aserbaidschan bis nach Österreich reichen, sondern erst an der türkisch-bulgarischen Grenze beginnen. Das restliche Teilstück bis zu den Gasfeldern in kaspischen Raum wird durch die geplante Tanap-Röhre überbrückt. Dieses verkürzte Projekt läuft nun unter dem Namen "Nabucco West". An der Konkurrenzröhre TAP, die durch Albanien und Griechenland nach Italien führen soll, sind die Schweizer EGL und die norwegische Statoil mit je 42,5 Prozent beteiligt. Die verbleibenden 15 Prozent hält E.ON Ruhrgas.

Von

rtr

Kommentare (3)

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flyingfridge

10.01.2013, 14:42 Uhr

"Nabucco steht vor großen Gasdeal". Handelsblatt überzeugt mit guten Deutsch. Soll nach dem Genitiv jetzt auch noch der Dativ getötet werden?

flyingfridge

10.01.2013, 15:03 Uhr

Danke für die Korrektur.

Sprachlos

10.01.2013, 16:43 Uhr

Und noch ein unwirtschaftliches Projekt, das Subventionierung der EU bekommt. Wir haben´s ja...

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