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15.04.2013

17:12 Uhr

Asklepios-Einstieg

Rhön-Klinikum geht gegen Kartellamts-Bescheid vor

ExklusivDas Bundekartellamt hatte Asklepios genehmigt, seine Anteile am Klinikbetreiber weiter aufzustocken. Es geht um die Sperrminorität. Rhön-Klinikum wirft den Kartellwächtern vor, zu kurz zu denken.

Krankenhaus von Rhön-Klinikum in Bad Neustadt: Das Unternehmen legt sich mit dem Bundeskartellamt an. Reuters

Krankenhaus von Rhön-Klinikum in Bad Neustadt: Das Unternehmen legt sich mit dem Bundeskartellamt an.

FrankfurtDer Klinikbetreiber Rhön-Klinikum hat Beschwerde gegen die Entscheidung des Bundeskartellamtes eingelegt, dass Konkurrent Asklepios seine Anteile an dem fränkischen Klinikbetreiber aufstocken kann. „Wenn Asklepios eine Sperrminorität bei Rhön erreichen kann und auch will, könnte das Unternehmen bei wesentlichen strategischen Fragen zukünftig bremsen, wie etwa beim Konzept der flächendeckenden Netzwerkmedizin“, sagte Martin Siebert, seit November vergangenen Jahres Vorstandsvorsitzender von Rhön-Klinikum, im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Die Vision eines bundesweiten Versorgungsnetzwerks von Rhön-Gründer Eugen Münch ist unverändert ein Ziel der Rhön-Klinikum AG. Dazu hatte Münch im vergangenen Jahr den Dax-Konzern Fresenius in Boot geholt, der Rhön-Klinikum übernehmen sollte. Der Versuch scheiterte, unter anderem weil Asklepios-Gründer Bernard große Broermann wie auch die Familie des Fresenius-Konkurrenten B.Braun Melsungen kurzfristig mit mehr als fünf Prozent bei Rhön-Klinikum einstiegen.

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Asklepios hatte im August beim Bundeskartellamt beantragt, seinen Anteil an Rhön auf 10,1 Prozent der Aktien aufstocken zu können. Diese Grenze ist laut Rhön-Satzung die Sperrminorität, mit der grundlegende Entscheidungen wie Kapitalerhöhungen oder Rechtsformwechsel blockiert werden können. Das Bundeskartellamt hatte Mitte März die Aufstockung unter Auflagen genehmigt. Weil das Vorhaben im Raum Goslar zu einer marktbeherrschenden Stellung führen würde, muss Asklepios dort zunächst eine Klinik und ein Medizinisches Versorgungszentrum veräußern, bevor der Konzern weitere Anteile erwerben kann.

Rhön-Klinikum ist der Ansicht, dass die beim Bundeskartellamt übliche Marktabgrenzung der regionalen Märkte der Gesamtthematik nicht gerecht wird. „Die regionale Betrachtung der Märkte greift unserer Ansicht nach im Gesundheitswesen inzwischen viel zu kurz, denn die Vision von Rhön-Klinikum hat bundesweiten Charakter“, sagt Siebert.

Der Manager ist überzeugt, dass die Beschwerde Aussicht auf Erfolg hat. „Denn einerseits will das Kartellamt mit seiner Entscheidung regional die Freiheit des Wettbewerbs erhalten. Andererseits behindert die Entscheidung zugleich aber die bundesweite Etablierung der Netzwerkmedizin massiv – letztlich zu Lasten von Patienten. Diese Thematik wird das Oberlandesgericht in Düsseldorf nun prüfen“, sagt Siebert. Wohl wissend, dass damit ein juristischer Präzedenzfall geschaffen wird.

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