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03.07.2013

18:51 Uhr

Asklepios will klagen

Streit um Rhön-Kontrolle spitzt sich zu

Das Ringen um die Kontrolle des fränkischen Klinikbetreibers Rhön-Klinikum wird härter. Nun bereitet mit dem Klinikbetreiber Asklepios ein weiterer großer Rhön-Anteilseigner eine Anfechtungsklage vor.

Der Schriftzug der Rhön-Klinikum AG in Bad Neustadt an der Saale. Der Streit um die Kontrolle des Rhön-Klinikums spitzt sich zu. dpa

Der Schriftzug der Rhön-Klinikum AG in Bad Neustadt an der Saale. Der Streit um die Kontrolle des Rhön-Klinikums spitzt sich zu.

FrankfurtDer Streit um die Kontrolle des fränkischen Klinikbetreibers Rhön-Klinikum wird immer kritischer. Nachdem bereits der Medizintechnikkonzern und Rhön-Großaktionär B. Braun eine Anfechtungsklage gegen eine strittige Satzungsänderung bei Rhön angekündigt hatte, prüft mit dem Klinikbetreiber Asklepios nun ein weiterer großer Rhön-Anteilseigner den Gang vor Gericht, wie ein mit dem Unternehmen Vertrauter sagte. Asklepios habe sich fachlichen Rat von der Kanzlei Clifford Chance geholt und arbeite an der Klage. Asklepios wollte sich zu den Informationen am Mittwoch nicht äußern. Die Frist zur Einreichung von Anfechtungsklagen läuft noch bis zum 12. Juli.

Einer der Gründe für die Klage sei, dass die Aktionäre von Rhön auf der Hauptversammlung im Juni nicht über die Nichtberücksichtigung eines sehr großen Stimmenpakets bei einer wichtigen Abstimmung informiert wurden, sagte der Insider. Bei der Hauptversammlung im Juni waren die Stimmen von B. Braun nicht berücksichtigt wurde. Nur dadurch wurde mit knapp ausreichender Stimmenzahl eine Klausel gekippt, die bei wichtigen Firmenentscheidungen eine Zustimmungsquote von 90 Prozent vorsah.

B. Braun und Asklepios hatten sich 2012 mit Anteilspaketen von jeweils rund fünf Prozent in Stellung gebracht, als der Gesundheitskonzern Fresenius Rhön-Klinikum in einer milliardenschweren Transaktion übernehmen wollte. Der Vorstoß scheiterte aber an der Zustimmungshürde von 90 Prozent in der Rhön-Satzung. Mit dem Wegfall der Hürde hätte ein erneuter Vorstoß von Fresenius viel größere Chancen auf Erfolg, da dann für wichtige Entscheidungen nur noch eine Zustimmungsquote von 75 Prozent erforderlich wäre.

Rhön-Aufsichtsratschef Eugen Münch rechtfertigt den Ausschluss der Stimmen von B. Braun bei der entscheidenden Abstimmung mit der fehlenden Legitimation des B. Braun-Stimmrechtsvertreters. Das nordhessische Unternehmen spricht hingegen von einer gezielten Verfälschung des Ergebnisses.

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