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21.04.2016

19:13 Uhr

Asklepios will Konkurrenten kaufen

Übernahme von Rhön-Klinikum „eine Frage des Timings“

Die Pläne sollen in der Schublade liegen, doch das Angebot scheint noch zu teuer: Asklepios-Eigentümer Bernard Broermann habe Interesse am Konkurrenten Rhön-Klinikum, sagen Vertraute. Doch erst müsse dessen Kurs sinken.

Sollte die Rhön-Aktie unter 22 Euro fallen, könnte Asklepios den Konkurrenten kaufen, sagen vertraute Kreise. Reuters

Kurs zu hoch

Sollte die Rhön-Aktie unter 22 Euro fallen, könnte Asklepios den Konkurrenten kaufen, sagen vertraute Kreise.

FrankfurtMilliardenschwerer Übernahmeplan am deutschen Krankenhausmarkt: Der in Hamburg beheimatete Asklepios -Konzern möchte Branchenkreisen zufolge mittelfristig den Konkurrenten Rhön-Klinikum schlucken. Aktuell sei dem Asklepios-Eigentümer Bernard Broermann eine Übernahme des MDax -Konzerns zwar zu teuer, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Doch wenn die Rhön-Aktie unter eine bestimmte Schwelle falle, wolle der 72-Jährige Firmenpatriarch zuschlagen. „Die Pläne liegen in der Schublade“, sagte einer der Insider. „Es ist eine Frage des Timings.“

Asklepios ist hinter der Fresenius -Tochter Helios der zweitgrößte private Klinikbetreiber in Deutschland. Rhön-Klinikum, das derzeit rund 1,9 Milliarden Euro wert ist, liegt hinter den Münchener Sana Kliniken auf Platz vier. Die Unternehmen haben sich bereits vor einigen Jahren eine schlagzeilenträchtige Schlacht um die Vorherrschaft am deutschen Krankenhausmarkt geliefert. Asklepios stieg 2012 bei Rhön-Klinikum ein und torpedierte damit die geplante Übernahme des Konzerns durch Fresenius. Doch Fresenius schlug zurück und kauften der fränkischen Firma zwei Jahre später einen Großteil ihrer Krankenhäuser ab.

In der Zwischenzeit hat Asklepios seinen Anteil an Rhön-Klinikum auf rund 18 Prozent aufgestockt und ist damit hinter dem Medizintechnikkonzern B. Braun (knapp 20 Prozent) zweitgrößter Aktionär. Die Familie von Rhön-Gründer Eugen Münch, der Aufsichtsratschef des Konzerns ist, hält rund zwölf Prozent. Asklepios plane eine Übernahme von Rhön, wenn der Kurs des Unternehmens unter 22 Euro falle, sagte einer der Insider. Am Donnerstag schoss die Rhön-Aktie nach der Reuters-Meldung zeitweise zwei Prozentpunkte nach oben, beendete den Handel dann aber 0,8 Prozent schwächer bei 27,61 Euro.

Rhön-Klinikum: Krankenhausbetreiber will hohe Dividende ausschütten

Rhön-Klinikum

Krankenhausbetreiber will hohe Dividende ausschütten

Der Krankenhausbetreiber Rhön-Klinikum will weiterhin eine aktionärsfreundliche Dividendenpolitik betreiben. Anteilseigner sollen wie auch 2015 0,80 Euro je Anteilsschein erhalten. Die Klinikkette gibt sich optimistisch.

„Wir beteiligen uns nicht an Gerüchten und Marktspekulationen“, sagte ein Asklepios-Sprecher. Rhön-Klinikum erklärte, dem Unternehmen liege kein Übernahmeangebot zu 22 Euro je Aktie vor. Zu Gerüchten äußere man sich nicht. Rhön-Finanzchef Jens-Peter Neumann hatte vergangene Woche erklärt, er rechne nicht mit einer Übernahme des Konzerns. „Aus meiner Sicht ist das komplett ad acta gelegt.“

Die Firma ist nach dem Verkauf zahlreicher Krankenhäuser an Fresenius 2014 deutlich geschrumpft. Nun will sie Investoren mit der Aussicht auf neuartige Technologien und einer attraktiven Dividende bei der Stange halten. Für 2015 sollen wie im Vorjahr 80 Cent je Aktie ausgeschüttet werden. „Wir denken, die Aktionäre werden mit knapp drei Prozent Dividenden-Rendite happy sein“, sagt Neumann. Eine Übernahme durch Asklepios werde vermutlich erst ein Thema, wenn Rhön seine Aktionäre mit der Dividende nicht mehr zufriedenstellen könne, sagte einer der Insider. Dann sei ein deutlicher Kurseinbruch zu erwarten.

In der Branche wird sein Jahren darüber gerätselt, wie Milliardär Broermann seinen Nachlass regeln will. Eine Übernahme von Rhön, über die das Familienunternehmen an eine Börsennotierung kommen könnte, sei dabei eine Option, sagte der Insider. Broermann gab am Donnerstag bekannt, dass er nach dem Finanzchef auch Vorstandschef Ulrich Wandschneider austauscht. Er soll in den Aufsichtsrat wechseln. Geleitet wird der Konzern ab Mai von einer Doppelspitze, die aus den langjährigen Asklepios-Managern Kai Hankeln und Thomas Wolfram besteht.

Von

rtr

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