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09.01.2008

07:00 Uhr

Aufgabe: Rückführung aufs Kerngeschäft

Erste Bewährungsprobe für Klaus Kleinfeld bei Alcoa

VonMatthias Eberle und Joachim Hofer

Seit Herbst ist der ehemalige Siemens-Chef für das Tagesgeschäft des US-Aluminiumkonzerns zuständig. Heute kommen die Quartalszahlen.

NEW YORK/MÜNCHEN. Es war einer seiner letzten Tage in der Siemens-Zentrale am Wittelsbacher Platz in München. Draußen schien die warme Juni-Sonne, und der scheidende Siemens-Chef Klaus Kleinfeld riss das Fenster seines Büros weit auf, um einen Blick ins Freie zu werfen. Entgeistert schaute ihn ein Mitarbeiter an: "Haben Sie keine Angst vor einem Attentat?" Kleinfeld antwortete fatalistisch: "Jetzt ist es auch egal."

Die kleine Szene zeigt, wie schwer Kleinfeld der Abschied nach 20 Jahren Siemens gefallen ist. Ob er da schon wusste, dass er ein Vierteljahr später ein Büro mitten in New York beziehen würde? Gut möglich, denn bereits im August verkündete der US-Aluminiumhersteller Alcoa die Verpflichtung des deutschen Managers. Mit einem Wechsel in die USA hatte Kleinfeld, den die Korruptionsaffäre von Siemens aus dem Amt gespült hat, schon mal kokettiert.

Am heutigen Mittwoch rückt Kleinfeld zum ersten Mal als neuer Chief Operating Officer ins Licht der Öffentlichkeit, denn Alcoa legt als erstes großes US-Unternehmen seine Quartalszahlen vor. Noch steht Kleinfeld nicht an der Front, die Ergebnisse wird Konzernchef Alain Belda mit Finanzvorstand Charles McLane präsentieren. Doch Kleinfeld ist für das Tagesgeschäft zuständig. Voraussichtlich wird Alcoa erneut schwache Zahlen präsentieren. Eine Vorlage für Kleinfeld, im Konzern mächtig aufzuräumen. Denn Marathonläufer Kleinfeld steht schon in den Startlöchern, um den 64-jährigen Belda zu beerben. Der hat Kleinfeld vor Mitarbeitern als seinen Wunschnachfolger auserkoren.

In den ersten Wochen hat der 50-jährige Deutsche, der seit 2003 im Board von Alcoa sitzt, den Konzern erst einmal genau unter die Lupe genommen. Die Touren führten ihn von der Kommandozentrale in New York City bis zu den Aborigines ins west-australische Kwinana, wo der Alcoa -Kronprinz das Naturschutzgebiet "The Spectacles" besuchte. Das Feuchtgebiet ist zu einem Drittel im Besitz von Alcoa.

So weit verstreut die Aktivitäten des Aluminium-Riesen auch sind: Kleinfelds Aufgabe ist es, den Konzern auf sein Kerngeschäft, die Produktion von Metall, zurückzuführen. Alcoa ist mit 30 Milliarden Dollar Umsatz zwar nicht annähernd so groß wie Siemens, dafür aber fast so verschachtelt. Neben Aluminium vertreibt der Konzern Räder, Befestigungssysteme, Präzisions- und Feinguss- sowie Bausysteme.

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