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29.07.2013

19:01 Uhr

Aufsichtsrat uneinig

Siemens-Chef Löscher hat wohl Verbündete

Siemens-Chef Peter Löscher steht im Machtkampf um die Führung des Konzerns nicht alleine da. Mindestens drei Aufsichtsratsmitglieder halten ihm demnach noch die Treue. Der Showdown geht weiter.

Die Chef des Maschinenbauers Trumpf, Nicola Leibinger-Kammüller, soll zu den Verteidigern Löschers zählen.

Die Chef des Maschinenbauers Trumpf, Nicola Leibinger-Kammüller, soll zu den Verteidigern Löschers zählen.

MünchenDie Ablösung von Siemens-Chef Peter Löscher reißt neue Gräben in der Führungsriege des Technologiekonzerns auf. Unter Druck gerät vor allem Aufsichtsratschef Gerhard Cromme, der den Sturz des von ihm einst geholten Österreichers eingefädelt hat. Drei prominente Vertreter auf der Kapitalseite des Kontrollgremiums stören sich Insidern zufolge an der Art und Weise, wie Löscher herausgedrängt wird.

Der frühere Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, Allianz-Chef Michael Diekmann und die Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller sind demnach gegen eine Ablösung auf der Aufsichtsratssitzung am Mittwoch. Sie kritisieren das Verfahren der Absetzung als unwürdig für einen Weltkonzern, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Montag aus dem Umfeld des Unternehmens erfahren hat. Die Rede ist von einer „Nacht-und-Nebel-Aktion“ oder gar von einem „Putsch“ gegen Löscher.

Nach „Spiegel“-Informationen soll sich Ackermann bereits am vergangenen Samstag vehement gegen eine Beschlussempfehlung des Aufsichtsratspräsidiums zur Absetzung von Amtsinhaber Löscher und einer Bestellung von Finanzchef Joe Kaeser als Nachfolger gestemmt haben. Demnach hatte Aufsichtsratschef Cromme ursprünglich geplant, schon am vergangenen Wochenende einen Konsens über die avisierte Personalrochade herbeizuführen. Doch der Ex-Deutsche-Bank-Chef stellte sich quer. Ackermann und zwei weitere Vertreter der Anteilseignerseite würden erwägen, Kaeser am Mittwoch ihre Stimme zu verweigern, heißt es.

Der Missmut des Aufsichtsrats gegenüber Löscher entzündet sich an der knappen Gewinnwarnung vom Donnerstag, mit der Siemens seine Renditeziele für 2014 aufgab. Insidern zufolge hätten sich Löschers Vorstandskollegen gegen seinen Willen durchgesetzt, die Öffentlichkeit zu informieren. Kritisch wird dabei auch die Rolle von Finanzchef Joe Kaeser gesehen, der Löscher an der Konzernspitze beerben soll.

Kaeser soll auf eine weitergehende Erläuterung der Gründe verzichtet und damit Löscher dem Zorn des Kapitalmarkts preisgegeben haben. Wegen zahlreicher Misserfolge wie die verspätete Lieferung von Zügen an die Bahn oder nach wie vor fehlenden Anschlüssen von Windparks in der Nordsee stand Löscher bereits massiv in der Kritik.

Kommentare (13)

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Account gelöscht!

29.07.2013, 15:37 Uhr

Früher dachte ich immer, das Buch "Nieten in Nadelstreifen" sei ein typisches Werk eines Sozialneiders.
Inzwischen ist mir längst klar geworden, dass der Autor Recht hatte/hat.
Unternehmen werden nur noch durch eine aktive mittlere/untere Ebene mitgezogen. Wenn die mal endgültig desillusioniert sind, dann ist wohl Feierabend.
Der Fisch stinkt vom Kopf zuerst, warum sollte dies in Konzernen anders sein als in der Politik ?!

hermosa

29.07.2013, 15:51 Uhr

@ Hardie 67

...gut erkannt!

Jedoch was ist die Lösung??

wir Deutsche lassen alles mit uns machen. Wir erkennen die Zeichen, jedoch tun nichts.

Man kann uns belügen, betrügen & wir stehen nicht auf!

Das spiegelt sich im Verhalten der deutschen Arbeitnehmer & im Verhältniss zur unserer Politik wieder !

Wir sollten dringenst lernen öfter "NEIN" zu sagen , statt uns einschüchtern zu lassen!

Denn ohne uns Bürger geht gar nichts!
Wir deutsche Bürger habes in der Hand, sonst niemand!

...das sollten wir verstehen & daraus mehr Selbstbewusstsein entwickeln!

APO-Man

29.07.2013, 15:58 Uhr

Bei DSDS (Deutschland sucht den Superstar) gewinnen auch nicht die besten Sänger, sondern jene, die am meisten Lärm um nichts machen. Ob Herr Löscher bei SIEMENS die schlechte Performance alleine verursacht hat, kann ich nicht beurteilen. Aber er ist nun mal an erster Stelle dafür verantwortlich, das der Laden brummt.
Allgemein ist es doch so, wenn Unternehmen erfolgreich sind, schreiben sich die angestellten Manager das auf Ihre Fahnen und es gibt schöne Bonuszahlungen. Stottert der Unternehmensmotor, sind exogene Einflüsse (Weltkonjunktur, die Sterne oder Harvey) daran schuld. Und das ist es auch glaube ich, was viele Menschen nervt. Vor allem jene, denen die Führungsscgwäche ihren Job kostet.
Leider werden jene angestellten Manager in den (Witschafts-) Medien auch gerne als Unternehmer bezeichnet, obwohl sie gar kein Unternehmerisches Risiko mit selbst eingebrachtem Kapital tragen.
Und ich brauch hier wohl keine Namen der Manager zu nennen, die Milliardenschwer versagt haben und anschließend den nächsten Topjob bekommen haben.
Na, an wenn denken Sie da zu erst?

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