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18.01.2010

16:20 Uhr

August von Finck

Portrait eines der reichsten Deutschen

Der FDP hat er über eine Million Euro gespendet und laut Medienberichten bekam auch die CSU von ihm sechsstellige Summen: August Baron von Finck hat offenbar kräftig Lobbyismus betrieben. Doch was steckt hinter dem Milliardär: ein Portrait.

HB HAMBURG. August von Finck ist der bekannteste Kopf einer der reichsten Familien in Deutschland. Schon oft geriet der 79-jährige Bankier und Industrielle, der eigentlich Landwirt werden wollte, mit spektakulären Transaktionen in die Schlagzeilen. Er selbst allerdings scheut meist das Licht der Öffentlichkeit. Laut "Manager-Magazin" gehört August von Finck zu den zwanzig reichsten Deutschen. Das "Forbes Magazine" hievte ihn im März 2007 mit einem geschätzten Vermögen von 8,4 Mrd. Dollar sogar auf Platz 8.

Unter seiner Führung verkaufte die Familie das von Großvater Wilhelm 1870 gegründete Münchner Privatbankhaus "Merck Finck & Co." 1990 für einen dreistelligen Millionenbetrag überraschend an die britische Barclays-Bank. In kurzen Abständen folgten weitere Beteiligungen an der Allianz und der Münchner Rück, der DSK-Bank und dem Stromversorger Isar-Amperwerke. Aufsehen erregte der Vater von vier Kindern in seiner Heimat auch, als er die traditionsreiche Löwen-Brauerei 1997 dem Konkurrenten Spaten-Franziskaner überließ.

Die Millionen-Erlöse investierte der Unternehmer in der Schweiz - beim Maschinenbauer Von Roll, dem Mischkonzern Oerlikon-Bührle, dem Aluminiumhersteller Alusuisse und nicht zuletzt bei der Hotel- und Restaurant-Kette Mövenpick. 1999 ließ sich Finck mit seiner Familie im Schloss Weinfelden im Kanton Thurgau nieder - aus Angst vor dem deutschen Fiskus, wie es heißt. Von dort lenkt er nun seine Investmentgeschäfte.

Schon einmal war der Baron mit einer Spende in die Schlagzeilen geraten, als er die rechtsgerichtete deutsche Splitterpartei "Bund Freier Bürger" (BFB) in den 90er Jahren im Kampf gegen den Euro unterstützte. Bayerns früherer FDP-Landesvorsitzender und BFB-Gründer Manfred Brunner wurde im Oktober 2002 wegen Steuerhinterziehung zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt. Im Rechenschaftsbericht seiner Partei hatte er die 8,5 Mio. Euro nicht als Spende ausgewiesen.

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