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22.09.2014

18:21 Uhr

Aus Altersgründen

Soffin-Chef Pleister hört auf

Christopher Pleister, Chef des Bankenrettungsfonds Soffin, geht Ende des Jahres in den Ruhestand. Der Fonds war 2008 nach der Lehman-Pleite gegründet worden, um deutsche Banken in der Krise zu unterstützen.

Der 66-jährige Christopher Pleister hat sich aus Altersgründen dazu entschieden, Ende des Jahres in den Ruhestand zu gehen. dpa

Der 66-jährige Christopher Pleister hat sich aus Altersgründen dazu entschieden, Ende des Jahres in den Ruhestand zu gehen.

Der Chef des Bankenrettungsfonds Soffin, Christopher Pleister, geht Ende dieses Jahres in Ruhestand. Der 66-Jährige habe sich aus Altersgründen zu diesem Schritt entschieden, sagte eine Sprecherin der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA) am Montag in Frankfurt.

Sie bestätigte damit einen Bericht der Oldenburger „Nordwest-Zeitung“ (Samstag).

Pleister war zum 1. Juli 2011 auf den Chefposten des FMSA-Leitungsausschusses gerückt, dem er seit 1. Februar 2009 angehört. Zuvor war er Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Über Pleisters Nachfolge an der Soffin-Spitze entscheidet das Bundesfinanzministerium.

So ist die Bankenaufsicht organisiert

Nationale Behörden

Bei der Kontrolle der Banken in Europa sind derzeit in erster Linie die nationalen Behörden entscheidend.

EBA

Seit Anfang 2011 gibt es auf europäischer Ebene zwar die EBA (European Banking Authority) in London. Die Behörde hat allerdings kaum Durchgriffs- und Weisungsrechte.

Bafin und Bundesbank

In Deutschland sind die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) und die Deutsche Bundesbank für die Überwachung verantwortlich. Die Notenbank ist für die operative Aufsicht zuständig, die Bafin übernimmt die Verantwortung für die hoheitlichen Maßnahmen.

EZB

Nach einem Beschluss des Euro-Gipfels vom Juni soll es künftig eine mächtige europäische Aufsicht geben, und zwar von der Europäischen Zentralbank (EZB).

Der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin) war Ende Oktober 2008 kurz nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers aufgelegt worden. Ausgestattet mit ursprünglich 480 Milliarden Euro unterstützte der Fonds Deutschlands Banken in der Finanzkrise mit Garantien und Kapitalspritzen. Nach jüngsten Zahlen (Stand 31.8.) summieren sich die Soffin-Hilfen noch auf rund 17,1 Milliarden Euro.

Bis zu einer Endabrechnung müssen sich Deutschlands Steuerzahler noch gedulden: Die Bundesregierung beschloss Anfang Juli ein Gesetzespaket – unter anderem zu einer Verlängerung des Soffin-Einsatzes bis Ende 2015. Ursprünglich sollte der Fonds Ende 2010 stillgelegt werden. Nun will Deutschland die Zeit bis zum Start des europäischen Abwicklungsfonds Anfang 2016 überbrücken.

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