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03.10.2013

09:34 Uhr

Ausbildung und Berufsziel

Die Qual der Wahl

VonAlexander Möthe

Verkürzung der Schulzeit, straffe Bachelor-Studiengänge, Fachkräftemangel: Jugendliche werden immer früher mit der Frage nach Ausbildung und Berufswunsch konfrontiert. Umso wichtiger wird die richtige Beratung.

Studium oder nicht? Und welches Fach soll es werden? Studienberatung und Self-Assesments helfen. dpa

Studium oder nicht? Und welches Fach soll es werden? Studienberatung und Self-Assesments helfen.

Düsseldorf„Was willst Du eigentlich mal werden?“ Dieser essenziellen Frage muss sich wahrscheinlich jeder Mensch im Laufe seines Lebens stellen. In der Moderne ist diese Problemstellung jedoch nicht weniger komplex geworden, im Gegenteil. Zwar ist die Zahl der Ausbildungsberufe seit den 1970er Jahren auf mittlerweile 345 gesunken, die Zahl der möglichen Studiengänge in Deutschland liegt aktuell jenseits der 6.000.

Selbst für Experten ist es schwierig, den Überblick über den gesamten Markt zu haben. Für einen jungen Erwachsenen, sei sie oder er nun 13, 16 oder 20 Jahre alt, ist es ohne Hilfe ein Ding der Unmöglichkeit.

Unentschlossenheit und Indifferenz sind jedoch im Verlauf der beruflichen Laufbahn nicht nur ein Problem für Arbeitnehmer, sondern auch für Arbeitgeber und Hochschulen. Rund ein Viertel aller Auszubildenden bricht die Ausbildung ab, fast ein Drittel der Studierenden das Studium. Welchen volkswirtschaftlichen Schaden mangelnde Produktivität und Folgeerkrankungen aufgrund von Frustration über die eigene berufliche Situation anrichten, kann nur gemutmaßt werden. Klar ist, dass es bei der Weichenstellung für die Karriere nicht um Schnellschüsse geht – aber auch nicht um kerzengerade Verläufe.

Tipps für Bewerbung und Einstieg

Keine zweite Chance für einen ersten Eindruck

Wer beim ersten Gespräch unangenehm auffällt, für den gibt es keine zweite Chance. Wir beurteilen Menschen in den ersten drei bis fünf Sekunden- dieser Eindruck bleibt haften. Personalreferenten wissen: Wer schon beim Vorstellungsgespräch ein Gespür dafür hat, was angemessen ist, der wird auch im Job Situationen richtig einschätzen.

Wer ruft wen an?

Das Bewerbungsgespräch ist gut überstanden. Jetzt beginnt die nächste Zitterpartie: Habe ich das Rennen gemacht? Soll ich nachfragen oder abwarten? Wer nicht tagelang das Telefon fixieren möchte, sollte dies schon beim Gespräch klären. Sagen Sie, dass Sie interessiert sind und fragen Sie, wie es weiter geht.

Bewerbungs-Outfit

Wenn Sie nicht gerade in einer Kinderkrippe oder für eine Rockband vorstellen, gilt für die meisten Branchen: Männer tragen Anzug und Frauen ein Kostüm. Bis Sie ein Gefühl dafür haben, wie Ihre Kollegen erscheinen, sollten Sie das beibehalten.

Die ersten Wochen

Nachwuchskräfte aufgepasst! Unsicherheit mit Coolness zu überspielen klappt nicht. Fragen Sie erfahrene Kollegen, lernen Sie die Gepflogenheiten des Unternehmens kennen. Üben Sie sich in Bescheidenheit- das erste große Projekt kommt bestimmt, und dann können Sie Ihrem Übermut freie Fahrt gewähren.

Auch wenn Sie privat andere berühren oder Gespräche aus nächster Nähe führen- kommen Sie Kollegen und Geschäftspartnern nicht zu nahe! Die Distanzzone liegt bei einigen bis zwei Metern.

Wer ist der Neue?

Neue Kollegen bedeuten Stress für alle, denn Ihre Mitarbeiter sorgen sich vielleicht, dass ihre Routine durcheinandergewirbelt wird oder dass ihr Job in Gefahr ist. Sympathiepunkte sammelt man jetzt durch Interesse und Respekt. Tipp: Schmeicheln Sie den neuen Kollegen, und machen Sie Bemerkungen über vergangene Projekte, die Ihnen gefallen haben.

Das gekonnte Selbstmarketing

Der erste Tag ist fast überstanden, dann soll man sich in großer Runde vor allen Kollegen vorstellen. Bereiten Sie sich gut vor. Wichtig ist, Berufserfahrung und Ausbildung sachlich und Knapp auf den Punkt zu bringen. Lenken Sie die Aufmerksamkeit dabei auf Ihre größten Erfolge. Verkaufen Sie nicht mehr, als Sie liefern können.

In der Ruhe liegt die Kraft

Nur wer in Stress- Situationen Höflichkeit und Respekt wahrt, beweist, dass er umgänglich ist. Auch wenn es schwerfällt, sollten Sie Verärgerung nicht offen zeigen. Eine wutverzerrte Miene wirkt nicht souverän. Hören Sie sich die Argumente Ihres Gegenübers ruhig an. Beschreiben Sie, was Ihnen Probleme macht, ohne Kollegen zu beschuldigen.

Richtiger Umgang mit Mails

Gerade wenn man seinen Ansprechpartner nicht kennt, verfällt man oft in gestelztes Briefdeutsch. Besser ist es, so zu formulieren, wie man es mündlich tun würde. Allerdings sollte ein guter Ton gewahrt bleiben: Verzichten Sie unbedingt auf saloppe Smileys und auf Abkürzungen („MFG“ statt „Mit freundlichen Grüßen“). So viel Zeit sollte sein.

Grundkurs Netikette

Nur weil es eine E-Mail ist, sollten Sie nicht automatisch "Hallo Frau Meyer" oder "Lieber Herr Müller" schreiben. Das "Sehr geehrte Frau Schulze" ist durchaus nicht altmodisch. E-Mails erreichen ihre Adressaten schnell- das heißt aber nicht, dass diese ebenso schnell antworten müssen. Geben Sie ihnen zwei bis drei Tage Zeit, oder vermerken Sie in der E-Mail, dass es eilt. Entgegen allen Gerüchten: Großbuchstaben sind noch nicht aus der Mode. Rechtschreibung und Grammatik sind auch bei E-Mails essenziell.

Ordnung muss sein! Vergessen sie nie eine aussagekräftige Betreffzeile, denn die hilft dem Empfänger, seine E-Mail-Flut zu ordnen. Anlagen sollten Sie in gängigen Dateitypen verschicken und darauf achten, dass Sie mit großen Datenmengen nicht das Postfach des Adressaten verstopfen.

Entspannungsphase

Im Meetingraum, beim Geschäftsessen oder bei offiziellen Anlässen dürfen Sie Ihr Jackett oder ihre Kostümjacke erst ablegen, wenn die Gastgeber Sie dazu auffordern oder es vormachen. Stoßen sie zu einer Gruppe, die sich bereits "entspannt", fragen Sie erst. Werden Ihnen Getränke angeboten, sollten Sie annehmen. So geben Sie Ihrem Gegenüber die Möglichkeit, ein guter Gastgeber zu sein. Mit exotischen Wünschen (Bananensaft, Brennnessel-Tee) bringen Sie Ihren Gastgeber allerdings in Verlegenheit.

Quelle: www.trust-wi.de

Die Empfehlung, sich möglichst frühzeitig und stichhaltig um das Thema Berufswahl zu kümmern, ist nicht neu. Die Bundesagentur für Arbeit, IHKs und Handwerk betonen regelmäßig wie wichtig das zeitige Kümmern ist, die Berufsorientierung in der Schule schon länger Pflicht. Tatsächlich besteht für Jugendliche und Erwachsene laut Sozialgesetzbuch (§29 SGB III) ein Rechtsanspruch auf entsprechende Beratung.

Zwei junge Menschen, die sich gut beraten fühlen, sind Philipp Verstege aus Recklinghausen und Felix Lücking aus Löhne, beide 17 Jahre alt und kurz vor dem Abitur. „Ich war relativ unentschlossen“, gibt Verstege zu. Über eine Schulveranstaltung führte ihn der Weg bis zu den Studienfeldbezogenen Beratungstests. Der wird für sechs Studienfelder angeboten, zwei davon hatte Verstege im Vorfeld ausgeschlossen. Es folgten Multiple Choice Test, zwei Stunden pro Studienfeld. „Am Ende folgte eine abschließende Gesamtauswertung“, sagt der Schüler. Eine klare Empfehlung gab es nicht, die Entscheidung liegt nach wie vor bei ihm selbst.

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