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19.06.2012

12:49 Uhr

Australische Rohstoffkönigin

Keiner mag die reichste Frau der Welt

VonUrs Wälterlin

Gina Rinehart ist besessen von der Idee, alles und jeden kontrollieren zu können. Die australische Milliardärin hasst mit Leidenschaft alles, was ihrem Geschäft der Kohle- und Eisenerzproduktion im Wege stehen könnte.

Die australische Rohstoffkönigin Gina Rinehart spricht im westaustralischen Perth vor Bergwerksarbeitern. AFP

Die australische Rohstoffkönigin Gina Rinehart spricht im westaustralischen Perth vor Bergwerksarbeitern.

SydneyEs ist schwierig, Gina Rinehart zu mögen. Sogar drei ihrer Kinder können sie nicht ausstehen. Seit Jahren kämpfen sie mit der seit jüngstem reichsten Frau der Welt um die Kontrolle über einen Familien-Treuhandfonds, in dessen Genuss sie gemäß Rineharts verstorbenem Vater Lang Hancock hätten kommen sollen. Der juristische Disput ist eine der wenigen Gelegenheiten, bei denen die Öffentlichkeit etwas über Rinehart erfährt. Sie kontrolliert die Gerichte nicht. Noch nicht.

Rinehart ist besessen von der Idee, alles und jeden kontrollieren zu können. Letzte Woche hat sie für ein paar hundert Millionen Dollar ihren Anteil am Medienunternehmen Fairfax von 13 auf 18,67 Prozent erhöht. Ein paar Dollar mehr, und sie muss offiziell eine Übernahme lancieren.

Der Grund für ihr Interesse an Fairfax: der Herausgeber von Qualitätszeitungen wie „Sydney Morning Herald“, „Australian Financial Review“ und „The Age“ sei ihr zu „links“, wie ein Beobachter zu berichten weiß. Kritiker sehen die letzte Bastion des Qualitätsjournalismus in Gefahr in einem Land, in dem die rechtskonservativen Gossenblätter des Murdoch-Konzerns News Corporation schon 80 Prozent des Zeitungsmarktes ausmachen.

Die größten Rohstoffkonzerne der Welt

Platz 5

Anglo American

Das südafrikanisch-britische Unternehmen verdient sein Geld vor allem mit Industrie- und Edelmetallen, Diamanten - und Kohle. Der Konzern machte 2014 insgesamt 20,4 Milliarden Dollar Umsatz. Zu dem Portfolio gehört etwa auch der Diamantenschürfer De Beers. Anglo American ist der größte Platinförderer der Welt.

Quelle: Bloomberg,

Platz 4

Xstrata

Der Minenkonzern Xstrata ist der größte Zinkproduzent der Welt und hat sich mit dem berühmt-berüchtigten Rohstoffhändler Glencore zusammengeschlossen. Xstrata hatte an der Börse einen Wert von 55,1 Milliarden Dollar. Beide Unternehmen aus der Schweiz waren bereits eng verflochten. Glencore hielt rund 34 Prozent an Xstrata.

Platz 3

Vale

Der brasilianische Rohstoffkonzern Vale kommt auf einen Börsenwert von 107,9 Milliarden US-Dollar. Das einstige Staatsunternehmen verzeichnete ein rasantes Wachstum und stieg zum weltweit größten Förderer von Eisenerz auf. Zudem betreibt Vale die weltgrößte Eisenerzmine in Brasilien. In der Ferr Carajas-Mine werden 110 Millionen Tonnen Erz pro Jahr gefördert. Der Grundstoff für die Stahlerzeugung wird über rund 900 Kilometer per Eisenbahn in den nächsten Hafen gefahren.

Platz 2

Rio Tinto

Der britisch-australische Gigant rangiert auf Platz zwei der Eisenerzförderer. Das Traditions-Unternehmen mit zwei Hauptsitzen, in London und Melbourne, kommt auf eine Börsenwert von 111,6 Milliarden Dollar. Zudem betreibt Rio Tinto wichtige Kupferminen, wie etwa in West Australien. Die Anglo-Australier übernahmen sich 2007 fast am Kauf des kanadischen Aluminiumkonzerns Alcan und wurden selbst Ziel eines Übernahmeversuchs durch den Konkurrenten BHP Billiton.

Platz 1

BHP Billiton

Ein echtes Schwergewicht an der Börse mit einer Marktkapitalisierung von 199,7 Milliarden Dollar ist der britisch-australische Gigant BHP Billiton. Das Unternehmen betreibt Eisenerz- und Kupferminen, erweitert aber auch sein Geschäft etwa auf Schiefergasressourcen in den USA.

Gina Rinehart hasst mit Leidenschaft alles, was ihrem Geschäft der Kohle- und Eisenerzproduktion im Wege stehen könnte. Dazu gehören nicht nur unabhängige Medien und Journalisten – Interviews gibt sie nicht - sondern auch Gesetze und Regulierungen. Als erklärte Klimaskeptikerin kämpft sie vehement und mit hohem finanziellen Einsatz gegen alle Maßnahmen zur Eindämmung von CO2-Emissionen.

2010 war sie laut Kommentatoren gemeinsam mit anderen Bergbauunternehmern an einer Schmierkampagne gegen den damaligen Premierminister Kevin Rudd beteiligt. Der hatte sich erdreistet, die historisch hohen Gewinne der Rohstoffindustrie leicht höher besteuern zu wollen. Die Laborpartei gab dem Druck nach, setzte Rudd ab und machte Julia Gillard zur Regierungschefin.

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Gina Rinehart, 1954 als Tochter von Lang Hancock geboren, des Entdeckers der gigantischen Eisenerzvorkommen im Nordosten von Westaustralien, hätte sich eigentlich ein ruhiges Leben leisten können. Papa hatte vorgesorgt: mit dem Verkauf von Eisenerz-Lizenzgebühren an Hamersley Iron (heute Rio Tinto) garantierte er der Familie einen steten Geldfluss. Gut 70 Millionen Euro, gemessen am heutigen Preis für Eisenerz, laufen pro Jahr automatisch in die Kasse. Doch Rinehart hatte nach dem Tod ihres abgöttisch verehrten Vaters 1992 anderes vor.

Kommentare (8)

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nieveau

19.06.2012, 12:50 Uhr

Diese Frau ist fanatisch und sollte für mehrere Jahre auf Entzug in eine Psychia eingeliefert werden. Sie ist eine Zumutung für die Menschen, die mit ihr kommunizieren ja kooperieren müssen. Geld verdirbt den Charakter, es macht saudumm, prüde und drückt den Geist, Charakter, die Persönlichkeit auf das niederste, so eher nicht mehr erklärbare Niveau, - eher NIE-VEAU. Sie wird aufgrund natürlicher, eigener Gegebenheiten einen H-infarkt (2 Möglichkeiten, gleicher Effekt) bekommen. An diesem Tag wird ein Seufzer der Erleichterung durch Australien wippen, gleich den Surferwellen vor Melbourne. Denn diesen Stress, den Sie sich antut, stehen nur körperlich robuste Figuren über Jahrzehnte, durch!

mkn

19.06.2012, 13:06 Uhr

"stehen nur körperlich robuste Figuren über Jahrzehnte durch!" - na dann, diese körperliche robuste Figur hat sie jedenfalls. Aber was wird sie mal mit ins Grab nehmen? Keine Ausidollars, nur das Gift in ihrer Seele, so viel ist sicher - das "Schicksal" holt alle ein und kommt dazu sogar persönlich vorbei ;-)

Account gelöscht!

19.06.2012, 13:29 Uhr

Bei Ihrem Artikel "legendärer Enteckungsflug des Vaters"3/3,ist mir wie schon so oft aufgefallen das keine Korrektur mehr gelesen wird.Gleich im ersten Satz wird das Wort erzählt gleich zweimal folgend geschrieben.Liest sich etwas seltsam.Nun ja,leider eine Sparte die in fast allen Verlagen und Druckereien eingespart wurde.Ich bin von Beruf Drucktechniker und kenne noch die Zeiten mit Korrektoren. M.F.

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