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20.01.2011

17:29 Uhr

Autobauer

Daimler beruft Verfassungsrichterin in den Vorstand

VonCarsten Herz

Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche ist bei der Suche nach einer Frau für den Vorstand des Autoherstellers fündig geworden. Die Dame ist als derzeit noch amtierende Bundesverfassungsrichterin keine Unbekannte.

Bundesverfassungsrichterin Christine Hohmann-Dennhardt soll in den Daimler-Vorstand einziehen. dpa

Bundesverfassungsrichterin Christine Hohmann-Dennhardt soll in den Daimler-Vorstand einziehen.

STUTTGART. Nach Informationen aus dem Umfeld des Unternehmens hat der Stuttgarter Autokonzern die 59-jährige Bundesverfassungsrichterin Christine Hohmann-Dennhardt für das neue Vorstandsressort Recht und Integrität entschieden. Die Topjuristin soll noch im ersten Quartal berufen werden, bestätigte eine Person, die mit der Situation vertraut sind, einen Bericht des "Manager Magazins". Noch liegt dem Kontrolleuren allerdings keine Beschlussvorlage vor, weshalb das Unternehmen nach außen mauert. Eine Sprecherin wollte zu den Informationen keine Stellung nehmen.

Die Zurückhaltung hat ihren Grund. Denn die Toppersonalie hat Sprengkraft für das Unternehmen. Hohmann-Dennhardt, die bereits für die SPD im hessischen Kabinett saß, scheidet erst Ende dieses Monats aus dem höchsten deutschen Gericht in Karlsruhe aus. Außerdem ist die Juristin, die dieses Jahr 60 Jahre alt wird, in einem Alter, in dem Daimler-Vorstände normalerweise in den Ruhestand wechseln.

Doch Zetsche hatte keinen Hehl daraus gemacht, dass er sich eine Frau für den Vorstand des Autoherstellers wünscht. Bereits im November hatte er auf einem Kongress in Berlin betont, dass in ehrgeizigen Unternehmen reine Gentlemen-Clubs ein Auslaufmodell seien. Der Autohersteller hat sich unter Zetsche bereits seit längerem zum Ziel gesetzt, den Frauenanteil in der Belegschaft bis 2020 auf 20 Prozent zu steigern. Derzeit liegt er allerdings erst bei 12,5 Prozent.

Ein erster Anlauf von Zetsche, eine Frau in das oberste Führungsgremium zu berufen, war vor zwei Jahren jedoch gescheitert. Damals hatte er Margret Sukale, als Bahn-Personalchefin bekannt geworden, in die engere Wahl gezogen - der Plan scheiterte jedoch am Aufsichtsrat. Zetsche scheint es mit der Frauenförderung jedoch ernst zu meinen. Bereits die Leitung der Kleinwagenmarke Smart und die Führung der weltweiten Konzernsicherheit gab er in weibliche Hände.

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