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31.01.2014

08:37 Uhr

Autobauer

Volkswagen will scheidenden Daimler-Vorstand

Volkswagen will wohl so schnell wie möglich den scheidenden Daimler-Manager Andreas Renschler ins Unternehmen holen. VW und Daimler kommentieren Spekulationen um einen angeblichen Renschler-Wechsel nicht.

Wenn es nach VW geht, posiert Andreas Renschler künftig auf einem VW. dpa

Wenn es nach VW geht, posiert Andreas Renschler künftig auf einem VW.

Hannover/StuttgartVolkswagen will nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa den scheidenden Daimler-Manager Andreas Renschler so schnell wie möglich ins Unternehmen holen. Renschler soll sich um die Verzahnung des konzernweiten Nutzfahrzeuggeschäfts kümmern, das seit Herbst 2012 in den Händen des früheren Chefs der schwedischen VW-Tochter Scania, Leif Östling, liegt. Östling ist 68 Jahre alt, Renschler 55. Der Daimler-Manager, der bei den Schwaben jahrelang das Truck-Geschäft verantwortete, hatte vor kurzem völlig überraschend das Unternehmen verlassen. VW und Daimler kommentieren Spekulationen um einen angeblichen Renschler-Wechsel nicht.

Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte am Donnerstag einen schnellen Wechsel des scheidenden Produktionschefs Renschler zur Konkurrenz ausgeschlossen. Von der Vertragsgestaltung her werde Renschler „in absehbarer Zeit“ für keinen Wettbewerber arbeiten. VW-Patriarch und Chefkontrolleur Ferdinand Piëch hatte die Anwerbebemühungen nicht dementiert und der „Stuttgarter Zeitung“ gesagt: „Ich habe noch keinen Kommentar dazu.“ Zunächst müsse der Aufsichtsrat entscheiden.

Wie Ferdinand Piëch einen Weltkonzern schuf

1990er-Jahre

1993: Als Ferdinand Piëch im Januar 1993 den Vorstandsvorsitz von VW übernimmt, kämpft der Konzern mit einem Einbruch des Nordamerikageschäfts, hohen Kosten und Verlusten. Der neue Chef holt den Sanierer José Igancio López nach Wolfsburg. Weil der Spanier Betriebsgeheimnisse mitgenommen haben soll, entbrennt ein langwieriger Rechtsstreit mit seinem alten Arbeitgeber General Motors.
1997: Dank Piëchs Internationalisierungsstrategie laufen fast zwei von drei Autos im Ausland vom Band. 
1998: Mit der Übernahme der Marken Bentley (Foto) und Bugatti steigt Volkswagen ins Luxussegment ein. 
1999: Der Lupo kommt als erstes Drei-Liter-Auto auf den Markt. Im gleichen Jahr übertrifft Volkswagen als erster europäischer Hersteller die Schwelle von 100 Millionen produzierten Fahrzeugen

2000

Mit der im Juni eröffneten Autostadt setzt Piëch sich und dem VW-Konzern ein Denkmal in Wolfsburg. 

2001

Mit dem Luxusmodell „Phaeton“ erweitert VW das Oberklassenangebot. Für die Produktion des Kompaktvans Touran wird mit der IG Metall ein eigenes Tarifmodell entwickelt.

2002

Volkswagen übernimmt die schwedische Scania komplett und stärkt damit das Lkw-Geschäft. Der Aufsichtsrat wählt im April des Jahres Bernd Pischetsrieder zum Vorstandschef. Piëch übernimmt den Vorsitz im Aufsichtsrat.

2007

Im Januar tritt Martin Winterkorn das Amt des Vorstandsvorsitzenden an. Der VW-Konzern liefert 6,2 Millionen Fahrzeuge aus - so viele wie noch nie zuvor. Insbesondere in China, Brasilien und Osteuropa vermeldet VW Zuwächse von bis zu 32 Prozent im Vorjahresvergleich.

2009

Der von VW gesponserte VfL Wolfsburg gewinnt die Deutsche Fußball-Meisterschaft.

2011

Volkswagen legt in Silao in Mexiko den Grundstein für ein neues Motorenwerk. Nach zweijähriger Bauzeit eröffnet in den USA das neue Werk in Chattanooga mit einer Jahreskapazität von 150 000 Autos.

2012

VW hält über eine Holding 100 Prozent der Anteile an der Porsche AG, die als eigenständige Marke geführt wird - der integrierte Konzern von Volkswagen und Porsche entsteht.

Den dpa-Informationen zufolge ist der Zeitpunkt für den möglichen Eintritt Renschlers in den Konzern derzeit offen. Der VW-Aufsichtsrat trifft sich Ende Februar zur nächsten Sitzung.

Ein Daimler-Sprecher hatte am Donnerstag bestätigt, dass es in Renschlers Vertrag eine Wettbewerbsklausel gebe, die ihm einen Wechsel für eine bestimmte Zeit verbiete. Solche Regelungen sind üblich, ihre Schärfe hängt auch am Konkurrenzdruck der jeweiligen Branche. Das Bauen von Autos und das Herstellen von Software beispielsweise gelten als sehr wettbewerbsintensiv.

Von

dpa

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