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10.02.2014

17:40 Uhr

Autozulieferer

Continental suspendiert Landeschef in Brasilien

VonMark C. Schneider

ExklusivSandro Beneduce, der bisherige Brasilien- und Argentinien-Chef des Dax-Konzerns Continental, ist suspendiert worden. Beneduce steht im Verdacht, sich persönlich bereichert zu haben.

Continental trennt sich von seinem Landeschef für Brasilien und Argentinien. dpa

Continental trennt sich von seinem Landeschef für Brasilien und Argentinien.

DüsseldorfDer Autozulieferer und Reifenhersteller Continental sucht wenige Monate vor der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien einen neuen Landeschef in dem wichtigen südamerikanischen Wachstumsmarkt. Der bisherige Brasilien- und Argentinien-Chef des Dax-Konzerns, Sandro Beneduce, wurde Ende Januar „bis auf Weiteres von allen unternehmerischen Pflichten entbunden“, erfuhr das Handelsblatt (Dienstagausgabe) aus Konzernkreisen.

Eine Continental-Sprecherin bestätigte, dass Beneduce suspendiert sei, wollte aber mit Verweis auf weitere Ermittlungen keine Einzelheiten nennen. Wie andere Großkonzerne hat sich der Konzern mit Hauptsitz in Hannover strenge Verhaltensregeln gegeben, international Compliance genannt. Sie schließen etwa die Bestechung von Behörden aus und regeln den Umgang mit Kunden.

Noch laufen die internen Untersuchungen,  die brasilianische Justiz ist bisher nicht mit dem Fall befasst. „Für uns ist das ein klarer Beleg dafür, dass unsere internen Compliance-Systeme greifen“, heißt es bei Continental. Im Raum steht der Verdacht persönlicher Bereicherung. Ob weitere Manager daran beteiligt waren oder davon wussten, ist noch unklar. Einen direkten Zusammenhang mit dem Engagement von Continental als Sponsor der Fifa gibt es bei den Vorwürfen gegen Beneduce dem Vernehmen nach nicht.

Wenige Monate vor der Weltmeisterschaft, die im Juni startet, muss Continental in Brasilien damit aber die Führung austauschen. Das Unternehmen ist mit allen Geschäftsfeldern (Autokomponenten, Reifen und der Spezialgummisparte ContiTech) in Brasilien vertreten und betreibt zehn Werke. Der Konzern beschäftigt dort mehr als 6.000 Mitarbeiter. Die Deutschen sind seit 1959 in Brasilien aktiv und erwirtschaften dort mehrere hundert Millionen Euro Umsatz.

Um den Schaden zu begrenzen, fungiert der langjährige Continental-Manager Matthias Schönberg neben seinen bisherigen Aufgaben interimshalber als Chef für Brasilien und Argentinien. Schönberg leitet bei ContiTech das Geschäft mit Industrieschläuchen. Der Manager kennt Brasilien gut und spricht fließend Portugiesisch.

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