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11.11.2014

15:49 Uhr

Bank of Cyprus

Investoren wollen Ackermann als Aufsichtsrats-Chef

Der ehemalige Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann ist für den Aufsichtsratsvorsitz der Bank of Cyprus nominiert. Er gilt als Wunschkandidat einflussreicher Investoren des Geldinstituts.

Josef Ackermann könnte neuer Aufsichtsratschef der Bank of Cyprus werden. dpa

Josef Ackermann könnte neuer Aufsichtsratschef der Bank of Cyprus werden.

Josef Ackermann hat als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank seinen Einfluss bei der Euro-Rettung geltend gemacht, indem er die größte Umschuldung in der Geschichte mit auf den Weg brachte. Nun soll Ackermann sich um die Wiederbelebung eines der Opfer der damaligen Geschehnisse kümmern.

Der Schweizer ist nominiert für den Aufsichtsratsvorsitz der Bank of Cyprus. Einlagen der Bank wurden im Vorjahr als Teil eines internationalen Rettungspakets im Umfang von zehn Milliarden Euro eingefroren, als Deutschland sich weigerte, wohlhabende Russen mit Geldern auf zypriotischen Bankkonten vor Verlusten zu bewahren. Die Ernennung Ackermanns soll bei einer Aktionärsversammlung am 20. November in Nikosia, beschlossen werden.

Die Top-Verdiener unter den Bankern (2013)

Anshu Jain

Deutsche-Bank-Co-Chef Anshu Jain kommt nach einer Studie des Finanzanalysten SNL Finance auf ein Jahresgehalt von 10 Millionen Euro. Das setzt sich zusammen aus einem fixen Einkommen (23 Prozent), Boni (1,5 Prozent), erfolgsabhängigen Prämien (60 Prozent) und Sonderzahlungen (15 Prozent).

Stuart Gulliver

Stuart Gulliver, Chef der HSBC, kassiert rund 9,5 Millionen jährlich. Zusammengesetzt aus 15 Prozent fixem Gehalt, 22 Prozent Boni, 45 Prozent, erfolgsabhängigen Prämien sowie 16 Prozent Sonderzahlungen.

António Horta-Osório

António Horta-Osório von der Lloyds Banking Group darf sich über ein Jahresgehalt von 8,8 Millionen Euro freuen. Davon entfallen 14 Prozent auf das fixe Jahresgehalt, 22 Prozent auf Boni-Zahlungen, 41 Prozent auf erfolgsabhängige Prämien sowie 21 Prozent auf Sonderzahlungen.

Sergio Ermotti

8,7 Millionen streicht Sergio Ermotti (UBS) pro Jahr ein. Sein Einkommen ist wie folgt aufgeteilt: 23 Prozent fixes Jahresgehalt, 9 Prozent Boni, 64 Prozent erfolgsabhängige Prämien sowie 3 Prozent Sonderzahlungen.

Brady Dougan

Brady Dougan von der Credit Suisse verdient etwa 8 Millionen Euro jährlich. Seine Bezüge teilen sich auf auf ein fixes Jahresgehalt (25 Prozent), Boni (35 Prozent), erfolgsabhängige Prämien (39 Prozent) und Sonderzahlungen (1 Prozent).

Jürgen Fitschen

Im Vergleich mit seinem Co-Chef Anshu Jain bleibt Jürgen Fitschen (Deutsche Bank) zwar auf der Strecke. 7,3 Millionen jährlich sind aber noch immer eine sehr passable Ausbeute. Davon stammen 31 Prozent aus dem fixen Jahresgehalt, zwei Prozent aus Boni-Zahlungen, 59 Prozent aus erfolgsabhängigen Prämien und sieben Prozent aus Sonderzahlungen.

Stephen Hester

Ihren früheren Vorstandsvorsitzenden Stephen Hester hat die Royal Bank of Scotland im Jahr 2013 mit etwa sechs Millionen Euro bedacht. 23 Prozent fixes Gehalt, 70 Prozent erfolgsabhängige Prämien, 6,5 Prozent Sonderzahlungen. Zu Boni wurden keine angaben gemacht in der Studie.

Francisco González

Ziemlich gerecht aufgeteilt ist das Jahresgehalt von Francisco González (Banco Bilbao): 38 Prozent fixes Jahresgehalt, 30 Prozent Boni, 30 Prozent erfolgsabhängige Prämien. Für Sonderzahlungen bleiben 0,2 Prozent. macht am Ende etwa 5,2 Millionen Euro Jahresgehalt.

Peter Sands

Peter Sands (Standard Chartered) verdiente im vergangenen Jahr fast dieselbe Summe: 5,2 Millionen Euro. Die ergibt sich aus 24 Prozent fixem Gehalt, 59 Prozent Erfolgsprämien und 16 Prozent Sonderzahlungen.

José Marín

Die Top Ten komplettiert José Marín (Banco Santander). 4,7 Millionen Euro im Jahr kassiert der spanische Banker - 46 Prozent als fixes Gehalt, 21 Prozent aus Boni, 31 Prozent als Erfolgsprämie und ein Prozent aus Sonderzahlungen.

Wiktor Wekselberg und Wilbur Ross unterstützen seine Kandidatur. „Wir erstellten eine sehr kurze Kandidatenliste. Der prominenteste darauf war Josef Ackermann“, sagte Ross in einem Interview in New York. Ross steht einer Investorengruppe vor, die 360 Millionen Euro in die größte Bank Zyperns investiert hat. Für Ross ist Ackermann eine Schlüsselfigur in der Sanierung der Bank. Etwa die Hälfte der vergebenen Kredite der Bank ist notleidend. Darüber hinaus ist Zypern das einzige Land im Euroraum mit Kapitalverkehrskontrollen.

Der 66-jährige Ackermann wollte sich nicht dazu äußern. In der Finanzkrise führte Ackermann die Bank mit dem größten Investmentbanking-Geschäft in Europa durch unruhige Zeiten und bekleidete zu dieser Zeit auch den Vorsitz des in Washington ansässigen Institute for International Finance. Der Interessenverband mit weltweit 450 Finanzunternehmen spielte 2012 eine zentrale Rolle, als es darum ging, Investoren davon zu überzeugen, Verluste bei der Umschuldung Griechenlands in Kauf zu nehmen.

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