Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.11.2014

10:00 Uhr

Banken buhlen um Milliardäre

Das große Geschäft mit den Superreichen

VonPeter Köhler

Weltweit wird die Zahl der Superreichen in den kommenden zehn Jahren um ein Drittel steigen. Gleichzeitig steigen auch ihre Ansprüche – eine Herausforderung für die Betreuer in den Banken.

Allein auf der privaten Insel: Die wirklich Reichen dieser Welt suchen die ultimative Abgeschiedenheit. Picture Alliance

Allein auf der privaten Insel: Die wirklich Reichen dieser Welt suchen die ultimative Abgeschiedenheit.

FrankfurtEin Penthouse in London oder New York – das war vielleicht im vorigen Jahrhundert der letzte Schrei. Heute suchen die wirklich Reichen dieser Welt die ultimative Abgeschiedenheit. Vielleicht mit Heli-Port, um dann doch relativ schnell zum nächsten Meeting einschweben zu können. „Eine private Insel ist wohl das größte Prestigeobjekt“, sagt Nicholas Candy, Chef des Immobilienspezialisten Candy & Candy.

Die Top 5 seiner Insel-Hitliste belegen Klassiker wie die Bahamas oder die britischen Virgin Islands. In Bermuda, der Insel mit der höchsten Konzentration von Immobilien für Super-Reiche außerhalb der USA, kostet eine typische Immobilie mit vier Schlafzimmern mindestens vier Millionen Dollar.

„Solche Studien oder die Ranglisten der Top-100- Super-Yachten bringen zwar etwas Glamour ins Geschäft, aber man darf sich nicht täuschen: Die Arbeit mit reichen Kunden ist anstrengend“, sagt ein Frankfurter Vermögensverwalter. Trotzdem bleiben die Ultra High Net Worth Individuals – kurz UHNWI – ein attraktives Marktsegment für die Banken. Einer der Hauptgründe: Hier gibt es noch echtes Wachstum zu verzeichnen.

So legen Vermögende ihr Geld an

Ab wann ist man „vermögend“?

Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln gehört man bereits mit einem Nettovermögen von rund 261.000 Euro zum reichsten Zehntel der erwachsenen Bevölkerung. Das bedeutet, dass 6,7 Millionen Menschen in Deutschland vermögend sind. Durchschnittlich kommen sie auf ein Nettovermögen von 639.000 Euro je Erwachsener.

Wie viel Vermögen hat der deutsche Durchschnittsbürger?

Das durchschnittliche Nettovermögen beträgt 115.000 Euro.

Wie viele Millionäre gibt es in Deutschland?

Über ein Nettovermögen von mindestens 1 Million Euro verfügt nur ein Prozent der Erwachsenen, das sind rund 670.000 Menschen.

Wie wird man reich?

Ein Blick auf die Altersstruktur der Vermögenden zeigt: Reichsein ist häufig das Ergebnis eines Lebenswerkes. Fast drei Viertel des reichsten Bevölkerungszehntels sind mindestens 50 Jahre alt, rund 40 Prozent sogar bereits in Rente. Und: Neben dem Alter ist vor allem der berufliche Status wichtig. Im vermögensstärksten Zehntel sind gut 21 Prozent Selbstständige – dreimal so viel wie in der gesamten Bevölkerung.

Wie legen Vermögende ihr Geld an?

Durchschnittlich hat ein Vermögender in Deutschland 41.000 Euro auf dem Sparkonto, 16.000 Euro Fondsanteile sowie 11.500 Euro in Anleihen und 12.000 Euro in Aktien. Außerdem sind 199.000 Euro im Eigenheim angelegt und 202.000 Euro in sonstigen, beispielsweise vermieteten Immobilien.

Wie legt der Durchschnittsdeutsche sein Geld an?

Der durchschnittliche Erwachsene hat 12.000 Euro auf dem Sparkonto, 3.000 Euro Fondsanteile, 1.500 Euro Anleihen und 2.000 Euro Aktien sowie 54.000 Euro im Eigenheim und 27.000 in sonstigen, beispielsweise vermieteten Immobilien angelegt.

Nach Branchenschätzungen wird allein die Zahl der Dollar-Milliardäre bis zum Jahr 2023 um 38 Prozent auf gut 2300 Personen wachsen, die der „Centa-Millionäre“ mit einem Vermögen von mehr als 100 Millionen Dollar um knapp ein Drittel auf 48.500.

Die Musik spielt in den kommenden Jahren im asiatisch-pazifischen Raum mit Wachstumsraten im Wealth-Management-Markt von mindestens zehn Prozent pro Jahr – in Europa werden es wohl nur rund drei Prozent werden. Verglichen mit dem breiten Retailgeschäft, das unter der Niedrigzinspolitik der Notenbanken leidet, suchen viele Geldhäuser ihr Heil beim Millionärsklientel.

Aber die Ansprüche der Kunden sind hoch – und sie fordern die Betreuer in den Banken heraus, weil sie meist selbst über eine exzellente Ausbildung an Elite-Universitäten verfügen. Und nicht selten beschlagen sind in Finanzfragen.

Kommentare (15)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Paul Mueller

10.11.2014, 10:22 Uhr

Was will der Artikel sagen? Das es ein Problem ist, Geld auszugeben? Fragen Sie mal die Hungernden in Afrika?

Herr Niccolo Machiavelli

10.11.2014, 10:27 Uhr

Reichtum ist per se nichts Verwerfliches.

Doch Reiche sind dem Allgemeinwohl verpflichtet.

Das heißt zuerst, sich die Frage zu stellen, welche Wirkungen ihre Investitionen und ihr Verhalten auf die Gesellschaft haben, und entsprechend zu handeln.

Das heißt weiter, Reichtum nicht zur Schau zu stellen, sondern sich in Bescheidenheit zu üben. Gerade reiche Unternehmerdynastien leben persönlich oft recht einfach.

Herr J.-Fr. Pella

10.11.2014, 10:38 Uhr

Die Arbeit des Armen ist
die Mine des Reichen.

John Bellers (1696) Hat noch immer Gültigkeit!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×