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07.01.2010

17:38 Uhr

2010-Fehler

Sparkassen preschen bei Kartenpanne vor

VonHans G. Nagl , Laura de la Motte

Banken und Sparkassen arbeiten mit Hochdruck daran, das Jahr-2010-Problem bei EC- und Kreditkarten dauerhaft zu per Software lösen. Doch bislang sind nur die Sparkassen ganz sicher, dass dies gelingt. Private und Genossenschaftsbanken bleiben dagegen vorsichtig. Auch Experten sind skeptisch.

Der kleine Chip sorgt weiter für Unmut. Doch die Sparkassen sind zuversichtlich, das Problem bald in den Griff zu bekommen. dpa

Der kleine Chip sorgt weiter für Unmut. Doch die Sparkassen sind zuversichtlich, das Problem bald in den Griff zu bekommen.

FRANKFURT. Die deutschen Sparkassen lehnten sich dabei bereits am Donnerstag außergewöhnlich weit aus dem Fenster. "Mit einer Software wird der Fehler auf den Karten behoben", hieß es in einer Mitteilung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV). Noch diese Woche werde ein konkreter Zeitplan für das weitere Vorgehen vorgelegt.

Eine Sprecherin des Verbandes betonte zudem auf Nachfrage, die angepeilte Lösung werde auch bei Kreditkarten funktionieren - was andernorts seit Tagen angezweifelt wird. Das Sparkassen-Lager ist mit knapp 24 Mio. Bankkarten betroffen wie keine andere Säule der Branche. 3,5 Mio. davon sind Kreditkarten.

Private Banken und Genossen bleiben vorsichtig

Die offensive Ankündigung der Sparkassen sorgte am Donnerstag bei Experten für Kopfschütteln. Seit Tagen ist bekannt, dass die Branche und der französische Konzern Gemalto als Hersteller der rund 30 Mio. fehlerhaften Kartenchips prüfen, den Softwarefehler per Update umzuprogrammieren. Experten halten dieses Vorgehen, für das Geldautomaten genutzt werden sollen, technisch für durchaus machbar. Nur: Die Software existiert bislang noch gar nicht, wie auch die Dachorganisation der Branche - der Zentrale Kreditausschuss (ZKA) - am Donnerstag bestätigte. Pikant dabei ist, dass der ZKA derzeit turnusgemäß von den Sparkassen geleitet wird.

Die private Kreditwirtschaft sowie Volks- und Raiffeisenbanken gaben sich am Donnerstag deutlich zurückhaltender. "Wir prüfen derzeit noch eine Lösung", hieß es unisono mit Blick auf die unter Hochdruck laufenden Arbeiten.

Bei einer Großbank hieß es, möglicherweise zu Beginn kommender Woche sei klar, ob das angepeilte Software-Update auch umsetzbar sei. "Das muss erst entwickelt werden, dann muss man es testen", sagte ein Kenner der Materie. "Es wäre der größte GAU, wenn wir jetzt definitiv eine Lösung ankündigen, die dann nicht funktioniert."

Kommentare (1)

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Weltenbummlerin

08.01.2010, 09:00 Uhr

Ein weiterer beweis für die Unfähigkeit des Finanzmanagement. Diese agieren wie der betreiber einer "Frittenbude". Ausbeutung der Kunden geht vor Sicherheit. Ein beweis, dass das gegenwärtige Management mit seiner Aufgabe überfordert ist.

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