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13.01.2010

13:14 Uhr

Banco Santander

Spanien stellt Europas Nummer eins

VonAnne Grüttner

Auf ihrer Internetpräsenz gibt sich die spanische Banco Santander selbstbewusst als beste Bank der Welt aus und auch Kritiker überschütten das spanische Finanzhaus mit Lobeshymnen. Wie sich Europas größtes Finanzinstitut mit geschickter regionaler Expansion in der Euro-Zone an die Spitze gesetzt hat.

Filiale der Banco Santander in Madrid. Die Bank konnte in der Krise durch hohe Gewinne und eine stark verbesserte Kosteneffizienz überzeugen. Quelle: Bloomberg

Filiale der Banco Santander in Madrid. Die Bank konnte in der Krise durch hohe Gewinne und eine stark verbesserte Kosteneffizienz überzeugen.

MADRID. Wir danken unseren Klienten, Aktionären und Mitarbeitern, denn ihr Vertrauen hat uns zur besten Bank der Welt gemacht", prahlt Spaniens größtes Kreditinstitut Banco Santander derzeit auf ganzseitigen Anzeigen in spanischen und englischsprachigen Medien. Die Bank hat allen Grund zum Selbstbewusstsein. Banco Santander sei "ohne Zweifel die internationale Bank, welche die Krise am besten überstanden hat - und Chancen ausnutzte, die sich aus ihr ergeben haben", schrieb jüngst das britische Finanzmagazin "The Banker", als es Santander den Titel "Beste Bank der Welt 2009" verlieh. Nach Ansicht von "Euromoney" war das spanische Finanzhaus 2009 immerhin die beste Bank Westeuropas. Bei den meisten Investmentbanken wird Santander als einer der wenigen Bankwerte noch empfohlen; die Deutsche Bank etwa zählt sie zu ihren vier europäischen Favoriten.

Das mit einem Börsenwert von 97 Mrd. Euro größte Finanzinstitut der Euro-Zone überzeugte in der Krise durch hohe Gewinne und eine stark verbesserte Kosteneffizienz. Besonders eindrucksvoll ist die Kostensenkung bei Santanders in den letzten Jahren erworbenen Auslandstöchtern. In den ersten neun Monaten 2009 verzeichnete Santander einen Nettogewinn von stolzen 6,740 Mrd. Euro - mehr als jede andere europäische Großbank.

Zum richtigen Zeitpunkt in Großbritannien eingekauft

Nach Meinung von Jesús Martínez, Bankenexperte bei Standard & Poor?s in Madrid, ist Santanders Erfolgsgeheimnis die geschickte internationale Expansion. "Die Bank ist in Regionen vertreten, die kaum von der Krise betroffen waren, wie Lateinamerika. Teils hat sie Institute zum richtigen Zeitpunkt übernommen wie in Großbritannien."

Denn als Santander 2004 die britische Abbey übernahm, befand sich die Bank in einer kritischen Situation. "Santander begann, Abbey zu sanieren und komplett umzustrukturieren, im Zuge dessen machte Abbey einige Jahre keinen Gewinn", sagt Martínez. "Als die Finanzkrise begann, war dieser Prozess gerade abgeschlossen, und Abbeys Portfolio bestand ausschließlich aus erstklassigen Hypotheken. Es waren praktisch keine problematischen Papiere mehr übrig."

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