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21.01.2008

12:07 Uhr

Bank-Chef Stuhlmann schreibt an Mitarbeiter

Weitere Abschreibungen bei WestLB möglich

Die WestLB kann weitere Verluste nicht ausschließen. „Können wir weiteren Abschreibungsbedarf ausschließen? Nein, denn niemand weiß heute wie sich der Markt künftig entwickeln wird“, schreibt Bankchef Alexander Stuhlmann in einem Brief an die Mitarbeiter. Darin geht er auch auf Berichte über Stellenstreichungen ein.

WestLB-Chef Alexander Stuhlmann wendet sich per Brief an die Mitarbeiter. Foto: ap Quelle: ap

WestLB-Chef Alexander Stuhlmann wendet sich per Brief an die Mitarbeiter. Foto: ap

HB DÜSSELDORF. „Sicher beunruhigen Sie aktuelle Meldungen, nach denen die WestLB plant, 2 000 Stellen abzubauen““, heißt es in dem » Schreiben weiter. „Um es klar zu sagen: Dieser Plan existiert nicht“, machte Stuhlmann deutlich.

Richtig sei allerdings, dass die WestLB „erhebliche Anstrengungen“ unternehmen müsse, um ihre Sach- und Personalkosten deutlich zu senken. Der Vorstand arbeite bereits an einem Maßnahmenpaket zur Effizienzsteigerung, zur Ausrichtung der Bank und zur Stärkung ihres Geschäftmodells. „Mit der Umsetzung wollen wir bereits im ersten Quartal dieses Jahres beginnen.“ Die WestLB habe zudem weiter „das klare Ziel“, ein Zusammengehen mit der Helaba auszuloten.

Hintergrund für das Schreiben ist die US-Immobilienkrise treffen die durch misslungene Aktienspekulationen ohnehin angeschlagene WestLB erheblich stärker als bisher bekannt. Die Bank wird für 2007 einen Jahresverlust von rund einer Milliarde Euro ausweisen. Außerdem muss sie in ihrer Bilanz auf Grund der Finanzmarktkrise annähernd eine Milliarde Euro als „nicht dauerhafte Wertminderung“ verkraften, » wie sie am Montag mitteilte.

Um den Fortbestand der Bank zu sichern, beschlossen die WestLB-Eigentümer – das Land Nordrhein-Westfalen, die Landschafts- und die Sparkassenverbände – in der Nacht zum Montag bei einer Krisensitzung in Köln, den Jahresverlust sowie die Wertminderungen durch eine Kapitalspritze in Höhe von zwei Mrd. Euro auszugleichen. Diese Kapitalstärkung versetze die Bank in die Lage, die anhaltende negative Entwicklung an den internationalen Kapitalmärkten aufzufangen, hieß es. Bank-Chef Alexander Stuhlmann sagte: „Unsere Eigentümer haben unter Beweis gestellt, dass sie voll hinter der Bank stehen.“

Voraussichtlich noch im Januar soll die WestLB Finanzkreisen zufolge eine Milliarde Euro von ihren Eigentümern zur Stützung erhalten. Diese erste Kapitalspritze solle „kurzfristig“ zur Verfügung gestellt werden, hieß es in den Kreisen. Das könne noch in diesem Monat geschehen. Eine zweite Tranche solle später folgen.

Von der WestLB war zunächst keine Stellungnahme zu den Angaben zu erhalten. Eine Sprecherin des Finanzministeriums in Düsseldorf verwies auf die Erklärung der WestLB und wollte sich darüber hinaus nicht äußern.

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