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16.01.2008

10:33 Uhr

Bundestagssauschuss zur Finanzkrise

Ratingagenturen in der Pflicht

Jetzt hat sich auch der Finanzausschuss des Bundestages seine Gedanken über die Folgen der Finanzmarktkrise germacht - und die großen Ratingagenturen zum Gespräch nach Berlin geladen. Mit ihnen zusammen wollen die Politiker die Schwächen des Bewertungssystems finden und Reformvorschläge machen.

fmd. BERLIN. Der Bundestagsfinanzausschuss wird die Ratingagenturen Standard & Poors, Fitch und Moody’s voraussichtlich im kommenden Monat in die Hauptstadt bitten. In einem internen Fachgespräch, an dem auch die Bundesbank sowie die Finanzaufsicht BaFin teilnehmen sollen, will man über die Konsequenzen der Finanzmarktkrise sprechen.

„Ich sehe einen Interessenkonflikt bei den Ratingagenturen, wenn sie komplexe Finanzprodukte strukturieren und diese dann auch gleichzeitig bewerten,“ sagte der CDU-Finanzexperte Leo Dautzenberg dem Handelsblatt.

Ratingagenturen sind im Zuge der schwelenden Finanzmarktkrise in die Kritik geraten. Ihnen wird vorgeworfen, strukturierte Finanzmarktprodukte, zu lange zu gut bewertet zu haben. Bei strukturierten Produkten handelt es sich um von Banken verkaufte Kredite, die gebündelt und in neue Anlagen verpackt werden. Diese wurden dann von den Ratingagenturen bewertet. Gerade in den USA wurden in großem Stil Immobilienkredit-Forderungen nicht nur erstklassiger Schuldner verbrieft. Als Käufer traten häufig spezielle Zweckgesellschaften auf, die auch von deutschen Banken außerbilanziell geführt wurden. Die Ratingagenturen könnten „durch eine spezifische Skala für strukturierte Produkte deutlich machen, dass es sich hierbei um weniger liquide und mit höheren Risiken der Neubewertung behaftete Aktiva handelt“, schlägt der Sachverständigenrat beispielsweise vor.

Dautzenberg ist klar, dass es keine deutschlandspezifische Reform der Ratings geben könne. Aber für einen internationalen Austausch wollen die Finanzexperten präpariert sein. „Es kann nicht so bleiben, wie es ist“, heißt es.

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