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12.01.2010

07:02 Uhr

Deutsche Bank

Resteverwertung bei Sal. Oppenheim

VonPeter Köhler, Robert Landgraf, Hans G. Nagl

Die Deutsche Bank arbeitet mit Hochdruck daran, die verbliebenen Teile des Investment-Bankings der Privatbank Sal. Oppenheim zu veräußern. Doch die Resteverwertung gestaltet sich schwierg. Nun will die die Deutsche zur Not sogar einem Interessenten etwas dazuzahlen.

Die Deutsche Bank ist in erster Linie an der Vermögensverwaltung für reiche Kunden interessiert, das Investment-Banking von Sal. Oppenheim soll verkauft werden. Quelle: dpa

Die Deutsche Bank ist in erster Linie an der Vermögensverwaltung für reiche Kunden interessiert, das Investment-Banking von Sal. Oppenheim soll verkauft werden.

FRANKFURT. In Frankfurter Finanzkreisen hieß es, das größte deutsche Geldhaus könnte am Ende einen „symbolischen Preis“ akzeptieren oder sogar noch Geld dazu geben. „Man ist derzeit bei der Deutschen Bank sehr bemüht, die Reste des Investment-Bankings von Sal. Oppenheim zu platzieren“, sagt ein hochrangiger Frankfurter Banker, dem die Einheiten nach eigenen Angaben angeboten wurden. „Da legt man sogar noch Geld drauf“, fügte der Manager hinzu. Grund sei die Sorge der Deutschen Bank vor Image-Schäden, je länger sich das Haus mit dem Thema beschäftigen müsse. Dagegen hieß es im Umfeld der Deutschen Bank, man sei nicht bereit, um jeden Preis zu verkaufen. Ein Oppenheim-Sprecher sagte, man prüfe auf verschiedenen Gleisen die Optionen für eine Fortführung des Investment-Bankings. Das schließe einen strukturierten Prozess zur Veräußerung mit ein.

Die Deutsche Bank hatte 2009 die Übernahme des Luxemburger Traditionshauses angekündigt, wobei sie aber in erster Linie an der Vermögensverwaltung für reiche Kunden interessiert ist. Das zur Disposition stehende Investment-Banking umfasst das Beratungsgeschäft für Fusionen und Übernahmen, das Research sowie eine Sales-Plattform für Wertpapiere und Devisen.

Dem Vernehmen nach gibt es derzeit eine Handvoll Kaufinteressenten für das Investment-Banking als Paket oder für Teile davon. In Finanzkreisen heißt es, dass Hauck & Aufhäuser, Berenberg, MM Warburg und – auch wieder – Macquarie angesprochen wurden. Ziel sei es, die Sparte spätestens im Februar verkauft zu haben. Die Zeit dränge, weil bereits immer mehr Investmentbanker die Bank verließen.

Leidtragende wären bei einem Dumping-Preis die Altgesellschafter von Oppenheim

Als Obergrenze für einen „negativen Kaufpreis“ werden die Kosten für einen Sozialplan angesehen. So viel Geld könne man dem Erwerber im Maximalfall mitgeben, heißt es in Finanzkreisen. Leidtragende eines Geldgeschenkes bei einem Verkauf wären die bisherigen Gesellschafter von Sal. Oppenheim. Neben den festgelegten 1,3 Mrd. Euro für das 220 Jahre alte Institut gibt es nämlich als „Kaufpreisbesserung“ noch einen zusätzlichen Topf von 500 Mio. Euro. Durch ihn sollen möglicherweise neu auftauchende Löcher und Kosten abgedeckt werden, wie das bei einem negativen Kaufpreis oder aber bei einem Sozialplan der Fall wäre. Die Gesellschaften erhalten am Ende das in diesem Topf verbliebene Geld nach einem bestimmten Schlüssel.

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