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03.01.2005

14:26 Uhr

Experten rechnen mit verbessertem Angebot

Neue Gespräche über Börsenfusion angeblich am Donnerstag

Die Chefs der Frankfurter und der Londoner Börse, Werner Seifert und Clara Furse, treffen sich am Donnerstag zu weiteren Verhandlungen zur Übernahme der LSE. Experten rechnen damit, dass die Deutsche Börse ihr Angebot nachbessert.

HB FRANKFURT. Der Chef der Deutschen Börse, Werner Seifert, soll in dieser Woche zu weiteren Verhandlungen über eine Übernahme der London Stock Exchange (LSE) mit LSE-Chefin Clara Furse zusammentreffen, heißt es aus Finanzkreisen. „Herr Seifert wird am Donnerstag mit Frau Furse die Verhandlungen über eine Übernahme der LSE fortführen“, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters. Experten rechnen damit, dass die Deutsche Börse AG bei dem Treffen die bisherige Übernahmeofferte nachbessert. Die Deutsche Börse verhandelt mit der LSE seit einigen Wochen über ein offizielles Übernahmeangebot. Erwartungsgemäß hatte nach dem Bekanntwerden der Gespräche auch der Konkurrent Euronext, eine fusionierte Vierländerbörse, Interesse an dem Handelsplatz in London gezeigt und einen Bieterkampf ausgelöst.

„Es ist davon auszugehen, dass Seifert sein bisheriges Übernahmeangebot von 530 Pence je Aktie der LSE in Richtung 600 Pence erhöht“, schreibt Olaf Kayser, Analyst bei der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) in einer Studie. Das würde einem Gesamtwert von 2,15 Mrd. Euro entsprechen. Die Deutsche Börse wollte sich zu einer Austockung des Angebots nicht äußern. Es komme jedoch nicht in Frage, die Abwicklungstochter Clearstream zu verkaufen, um damit ein Zusammengehen mit der LSE zu ermöglichen, sagte ein Sprecher der Deutschen Börse. „Clearstream ist ein integraler Bestandteil der Deutschen Börse“, sagte der Sprecher. Er dementierte damit einen Bericht der britischen „Financial Times“.

Die Frankfurter sind deutlich breiter aufgestellt als die LSE, da neben dem klassischen Wertpapiergeschäft auch die Bereiche Abwicklung und Verwahrung sowie die gemeinsam mit der Schweizer Börse betriebene Terminbörse Eurex zu dem Finanzdienstleistungskonzern gehören. Die Deutsche Börse hatte den luxemburgischen Anbieter Clearstream 2002 vollständig übernommen. Es ist in Fachkreisen umstritten, ob eine Übernahme der LSE am Widerstand der Kartellbehörden scheitern könnte. Einige Branchenkenner vertreten die Ansicht, dass die Konsoliderung der europäischen Börsen den Wettbewerb speziell im Segment Abwicklung zu stark einschränken würde.

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