Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.01.2010

16:45 Uhr

Finanzbranche

Institute bekommen Wut der Politiker zu spüren

VonMichael Maisch, Rolf Benders , Tanja Kuchenbecker

Die US-Regierung will mit einer Sondersteuer gegen überzogene Boni-Zahlungen vorgehen. Die Geldhäuser haben bereits auf den politischen Druck reagiert und suchen nach Ausweichstrategien. In Großbritannien hat die Regierung mit einer ähnlichen Maßnahme ihr Ziel, das Verhalten der Institute zu ändern, nicht erreicht.

Die französische Finanzministerin Christine Lagarde will, dass die Banken "ihre Gewinne in die Finanzierung der Wirtschaft und nicht in Boni für Manager investieren". Reuters

Die französische Finanzministerin Christine Lagarde will, dass die Banken "ihre Gewinne in die Finanzierung der Wirtschaft und nicht in Boni für Manager investieren".

LONDON/PARIS/NEW YORK. Kaum ein Jahr nach dem Höhepunkt der Finanzkrise verdienen viele Banken wieder Milliarden und schütten hohe Boni aus. Das hat rund um den Globus einen Sturm der Entrüstung ausgelöst, und immer öfter setzen Politiker ihre Wut in Maßnahmen um.

Jüngstes Beispiel sind die Pläne der US-Regierung, über eine Sondersteuer für Banken das zur Rettung des Finanzsektors ausgegebene Geld zurückzuholen und das Haushaltsdefizit zu verkleinern. Medienberichten zufolge dürfte die Steuer vor allem die großen Banken belasten. Bis auf die Citigroup haben diese die Staatshilfen zum Teil mit hohen Zinsen zurückgezahlt. Da aber auch der Versicherer AIG und die Autoindustrie Geld aus dem Bankentopf bekommen haben, wird derzeit damit gerechnet, dass der Staat 120 Mrd. Dollar des insgesamt 700 Mrd. Dollar großen Rettungspakets „Tarp“ abschreiben muss.

Auch gegen überzogene Boni will die US-Regierung vorgehen. Der Generalstaatsanwalt von New York, Andrew Cuomo, fordert von acht Banken, die Geld aus dem Tarp-Programm erhalten haben, detaillierte Rechenschaft über ihre Entlohnungssysteme. Zudem plant die Einlagensicherungsbehörde FDIC höhere Beiträge und Gebühren von Instituten zu nehmen, die riskante Kompensationspläne vorhalten.

Die Geldhäuser haben bereits auf den politischen Druck reagiert und suchen nach Ausweichstrategien. Nach einer Umfrage der Beratungsgesellschaft Mercer haben 65 Prozent der Institute die Grundgehälter ihrer Angestellten erhöht. Gleichzeitig kürzten 83 Prozent den Anteil der Boni am Gesamtlohn.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×