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15.01.2010

20:19 Uhr

Finanzdienstleister

Die Hoffnung lebt, die Skepsis bleibt

VonGeorge Clegg

War es das? Bei Finanzdienstleistern setzt sich nach dem brutalen Absturz des Stimmungsbildes wieder eine leicht optimistischere Grundhaltung durch. In der KURS-Trendumfrage 2009 keimt das Pflänzchen Hoffnung. Doch noch begegnet man den Aufschwungpropheten mit realistischer Skepsis.

Für die Versicherungsbranche im Jahr 2010 eine seltene Situation: Ein Kunde füllt einen Antrag für eine Lebensversicherung aus. Die Finanzdienstleister sehen mit Skepsis auf die kommenden Monate. dpa

Für die Versicherungsbranche im Jahr 2010 eine seltene Situation: Ein Kunde füllt einen Antrag für eine Lebensversicherung aus. Die Finanzdienstleister sehen mit Skepsis auf die kommenden Monate.

DÜSSELDORF. War es das? Ist das Gröbste überstanden - das Tal der Tränen durchschritten? Zumindest bei den Konjunkturerwartungen setzt sich bei Finanzdienstleistern wieder eine leicht optimistischere Grundhaltung durch. Nach dem brutalen Absturz des Stimmungsbildes in der KURS-Trendumfrage 2009 keimt das Pflänzchen Hoffnung, es möge genug sein mit der Krise und auf die konjunkturelle Eiszeit nun der milde Hauch eines heranziehenden Tauwetters folgen. Allerdings erschließt sich bei näherem Hinsehen ein sehr differenziertes Prognosebild. Noch begegnet man den Aufschwungpropheten mit realistischer Skepsis, was sich in der weiterhin sehr vorsichtigen Beurteilung der eigenen unternehmerischen Perspektiven widerspiegelt.

Zwar beurteilen Assekuranzen und Investmentanbieter ihre Situation einen Hauch optimistischer als vor Jahresfrist, doch wahrer Optimismus sieht anders aus. Vor allem aber sind es die unabhängigen Vermittler, die einen positiven Effekt für ihr Unternehmen aus der leichten Konjunkturerholung noch nicht ableiten wollen. Die Lage bleibt fragil - und daran ändert auch die Tatsache nichts, dass eine Mehrheit von Vermittlern, Versicherungen und Fondsanbietern positive gesamtwirtschaftliche Langzeiteffekte durch die neue Koalition in Berlin erwartet.

Sorge vor erneutem Witterungsumschwung

Das Pflänzchen Hoffnung ist in der Vorsorgebranche noch sehr schwach entwickelt - und die Sorge vor einem erneuten Witterungsumschwung mit den Händen zu greifen. So schließt sich zwar die deutliche Mehrheit von 61 Prozent der Vermittlerunternehmen der von den Konjunkturforschern vertretenen Meinung einer moderaten gesamtwirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung in 2010 an - ein wahrer Quantensprung im Vergleich zum Krisenjahr 2009, als nur 28 Prozent dieser Ansicht waren. Doch auch das für die Finanzmärkte wieder aufgehellte Stimmungsbild kann die Skepsis nicht mildern, die sich in der Beurteilung der eigenen unternehmerischen Perspektiven im Maklerlager hartnäckig hält. Im Gegenteil: Der Anteil jener Vermittlerfirmen, die für 2010 von einer rückläufigen Entwicklung der Geschäfte ausgehen, ist im Vergleich zur Prognose 2009 sogar noch einmal leicht auf 21,2 Prozent angewachsen.

Dass auch die Zahl derer, die für 2010 einen "eher guten" (21,2%) oder zumindest "befriedigenden" (48,5%) Geschäftsverlauf erwarten, leicht unter dem schon schwachen Vorjahresergebnis liegt, macht deutlich, welch tiefe Verunsicherung die Vermittlerbranche nach den teilweise schlimmen Einbrüchen im laufenden Vertriebsgeschäft auch für die nähere Zukunft noch umtreibt. Das im vergangenen Jahr boomende Geschäft gegen Einmalbeiträge scheint jedenfalls in der Maklerschaft kaum zu einer positiveren Grundstimmung beigetragen zu haben.

Auch im Langfristvergleich haben sich die Vermittler in den von KURS erhobenen Jahresprognosen seit 2003 mit Blick auf die eigenen unternehmerischen Perspektiven noch nie so skeptisch gezeigt, wie es nun für das aktuell vor ihnen liegende Geschäftsjahr 2010 zum Ausdruck kommt.

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