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21.01.2008

10:13 Uhr

Finanzkrise

WestLB-Eigner greifen tief in die Geldbörse

Die Eigentümer der WestLB müssen die angeschlagene Bank mit zwei Milliarden Euro stützen. Das Rettungspaket deckt unter anderem einen unerwartet hohen Verlust für das Jahr 2007 ab, teilte die zweitgrößte Landesbank mit. Zu einem anderen Thema nennt das Institut unterdessen noch keine Zahlen.

Die Eigentümer der WestLB dringen auf eine rasche Sanierung. Foto: dpa Quelle: dpa

Die Eigentümer der WestLB dringen auf eine rasche Sanierung. Foto: dpa

pk/mm/pan HB FRANKFURT. Land, Landschafts- und Sparkassenverbände in Nordrhein-Westfalen (NRW) hätten sich bereit erklärt, den für 2007 erwarteten Verlust von rund einer Milliarde Euro auszugleichen, » hieß es am Montag. Für weitere Belastungen aus Wertverlusten im Portfolio im Zuge der weltweiten Finanzkrise, die nicht als Verlust verbucht, sondern über das Eigenkapital aufgefangen werden sollen, wollen die Eigentümer mit etwa einer Milliarde Euro geradestehen. Bisher hatte die WestLB nur mit einem niedrigen dreistelligen Millionenverlust und deutlich geringeren Abschreibungen gerechnet.

Die Vereinbarungen sind das Ergebnis eines sechsstündigen Krisentreffens am Sonntagabend, an dem auch Bundesbank -Präsident Axel Weber und der Chef der Finanzaufsicht BaFin, Jochen Sanio, teilgenommen hatten. "Die Kapitalstärkung versetzt die Bank in die Lage, die anhaltend negative Entwicklung an den internationalen Kapitalmärkten aufzufangen", erklärte die WestLB. Wie die Kapitalspritze zwischen Land und Sparkassen aufgeteilt wird und in welcher Form, steht noch nicht fest. "Die konkrete Ausgestaltung sowie die zeitliche Umsetzung der Kapitalmaßnahmen werden kurzfristig entschieden", erklärte die Bank.

Zudem drängen die Eigentümer auf eine rasche Sanierung der WestLB. Die Restrukturierung der Bank müsse jetzt eingeleitet und die Neuausrichtung forciert werden. Ein tragfähiges Geschäftsmodell der WestLB haben die Eigentümer der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) zur Bedingung für eine Fusion gemacht, mit der das Land NRW die WestLB gesunden lassen will. Die Gespräche mit der Helaba sollten fortgesetzt werden, hieß es.

Teil der Neuausrichtung könnte Eigentümerkreisen zufolge auch ein massiver Stellenabbau sein, der ebenfalls Thema der Krisensitzung gewesen sei. Zur Disposition stünden rund 2 000 der 5 900 Stellen der WestLB, davon allein 1 000 in Deutschland. Nach Angaben der Bank dagegen steht der Umfang des Stellenabbaus noch nicht fest. „Es gibt keine Pläne, 2 000 Stellen abzubauen“, sagte ein Sprecher der nordrhein-westfälischen Landesbank am Montag in Düsseldorf. Die Bank bekräftigte aber, dass die Kosten reduziert werden müssten. An einem Maßnahmepaket werde gearbeitet.

In welcher Form die Finanzspritze erfolgen soll, ist bislang unklar. Im Sparkassenlager will man möglichst vermeiden, echtes Eigenkapital aufzubringen. Stattdessen sollen beispielsweise Beteiligungen als Sacheinlagen eingebracht werden. Dies könne etwa der Anteil der Verbände am Wertpapierabwickler DWP-Bank sein. Auch die Beteiligung der WestLB am Fondsdienstleister Dekabank könne in die Verhandlungsmasse eingehen, hieß es in Bankkreisen.

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