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11.01.2008

19:39 Uhr

Finanzmarktbericht

Finanzbranche hofft auf Wachstumsmärkte

Die Finanzkrise und ihre Auswirkungen werden den internationalen Banken auch in den kommenden Monaten noch erhebliche Probleme bereiten. Das schreibt das Institute of International Finance (IIF) in seinem Finanzmarktbericht.

egl BERLIN. Das Institute of International Finance (IIF) hat den sogenannten „Global Economic & Capital Market Forecast 2008“ am Donnerstag in Washington vorgelegt. Das Institut wird von den weltweit führenden Kreditinstituten finanziert.

Die Unsicherheiten bestünden fort, solange die Banken nicht die notwendigen Anpassungen in ihren Bilanzen vorgenommen hätten, heißt es in dem Bericht weiter. Die wachsende Zahl notleidender Kredite und Insolvenzen sowie Verluste aus dem Kreditkartengeschäft würden die anstehenden Quartalsergebnisse der Banken erneut belasten.

Helfen wird den Ökonomen zufolge die Entspannung am Interbankenmarkt. Die gelockerte Geldpolitik der Zentralbanken sowie die ungebrochene Wachstumsdynamik in den aufstrebenden Volkswirtschaften wie China oder Indien dämpften die Krisenauswirkungen. Die großen Finanzhäuser dürften insbesondere von den weiterhin riesigen globalen Kapitalströmen und dem massiven Aufbau von Währungsreserven in den aufstrebenden Weltregionen profitieren.

Führende „Emerging Marktes“ werden nach Schätzungen des IIF im Jahr 2008 bei Leistungsbilanzüberschüssen von 386 Mrd. US-Dollar (2007: 441 Mrd.) private Netto-Kapitalzuflüsse von 670 Mrd. Dollar (2007: 681 Mrd.) erhalten. Das Geld fließt praktisch ausschließlich in den privaten Sektor. Nach Schätzungen der Ökonomen werden Direktinvestoren mit 277 Mrd. Dollar sogar mehr in Schwellenländern investieren als im vergangenen Jahr.

Hinzukommen private Portfolio-Anlagen, die mit 46 Mrd. Dollar nur zwei Mrd. Dollar unter dem Niveau des letzten Jahres liegen. Mit einem geschätzten Kreditvolumen von 168 Mrd. Dollar (2007: 194 Mrd.) kann von einem krisenbedingten Rückzug führender Banken aus den Schwellenländern keine Rede sein. Umgekehrt werden private Anleger aus den Schwellenländern im neuen Jahr mit 269 Mrd. Dollar mehr Geld bei Banken aus den führenden Industrienationen deponieren als im vergangenen Jahr (181 Mrd.).

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