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04.01.2014

13:52 Uhr

Geschäftsausrichtung

Commerzbank will Vermögensverwaltung ausbauen

Schweizer Banken wie die Credit Suisse ziehen sich aus dem deutschen Privatkundengeschäft zurück. In diese Lücke will die Commerzbank stoßen. Sie sieht in der Verwaltung des Kundenvermögens einen Wachstumsbereich.

Das Logo der Commerzbank: Die Commerzbank will sich künftig vermehrt um die Vermögensverwaltung kümmern. dpa

Das Logo der Commerzbank: Die Commerzbank will sich künftig vermehrt um die Vermögensverwaltung kümmern.

MünchenDie Commerzbank will nach Worten von Bereichsvorstand Gustav Holtkemper im Geschäft mit reichen Privatkunden vom Rückzug der Schweizer Institute aus Deutschland profitieren. „Ich rechne damit, dass Credit Suisse noch nicht die letzte Schweizer Bank war, die ihre Vermögensverwaltung in Deutschland aufgibt. Der Markt wird sich in den nächsten zwei, drei Jahren stark verändern“, sagte Holtkemper der Wirtschaftszeitung „Euro am Sonntag“. Vor kurzem hatte die Credit Suisse ihr deutsches Privatkundengeschäft an die Bethmann Bank in Frankfurt verkauft.

„Gerade den Rückzug der Schweizer sehen wir als Chance. Wir wollen in diesem Markt eine aktive Rolle spielen, das ist für uns ein absoluter Wachstumsbereich“, so der Commerzbank-Manager. Holtkemper zufolge verwaltete die Commerzbank Ende 2013 in der Sparte „Wealth Management“ Kundenvermögen von 53 Milliarden Euro, rund vier Prozent mehr als im Vorjahr. Mit einem Marktanteil von zehn Prozent sieht sich das Institut damit an zweiter Stelle nach der Deutschen Bank. „Wir streben klar einen Ausbau unseres Marktanteils an, wobei wir sehr eng mit unserer Mittelstandsbank kooperieren.“

Hohe Geldbußen für Banken

Einleitung

Für manipulierte Zinsen, fragwürdige Beratung bei Krediten oder für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte haben schon viele Banken mit hohen Summen büßen müssen. Einige Beispiele für Strafen im Zusammenhang mit Fehlverhalten von Finanzriesen.

Juli 2010

Die US-Investmentbank Goldman Sachs wendet eine Betrugsklage der US-Börsenaufsicht mit Zahlung einer Strafe von 550 Millionen US-Dollar ab. Die Börsenaufsicht SEC beschuldigte Goldman Sachs, Investoren bei einem komplexen Finanzgeschäft unzureichend informiert zu haben, darunter auch die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB.

Mai 2012

Die Deutsche Bank steht für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte einer Tochtergesellschaft in den USA gerade. Um eine Klage aus der Welt zu schaffen, zahlen die Frankfurter 202 Millionen US-Dollar. Der Bank drohte eine Strafzahlung und Wiedergutmachung von mehr als eine Milliarde Dollar. Die US-Justiz hatte der Tochter MortgageIT Betrug beim Geschäft mit Hypothekenfinanzierungen vorgeworfen.

Dezember 2012

Die Schweizer Großbank UBS zahlt wegen ihrer Rolle bei der Manipulation des weltweit wichtigsten Referenzzinssatzes Libor Bußen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar. Wie die Bank mitteilt, leistete sie entsprechende freiwillige Strafzahlungen an US-, britische und Schweizer Behörden.

Januar 2013

Die Bank of America überweist insgesamt mehr als zehn Milliarden Dollar an den staatlich gestützten Hausfinanzierer Fannie Mae, um Streitigkeiten bei Hypotheken-Deals aus der Welt zu schaffen. In einem anderen Fall müssen das Geldhaus und neun andere Finanzfirmen wie JPMorgan Chase oder die Citigroup mit zusammen 8,5 Milliarden Dollar für fehlerhafte Hauspfändungen geradestehen.

August 2013

Britische Banken müssen wegen falscher Beratung von Kunden erneut Entschädigungen in Milliardenhöhe zahlen. Die Aufsichtsbehörde FCA verdonnerte 13 Institute und Kreditkartenaussteller zu Kompensationsleistungen von insgesamt 1,3 Milliarden Pfund (1,5 Mrd Euro). Zu den bestraften Unternehmen zählen Barclays, HSBC und die Royal Bank of Scotland (RBS).

September 2013

Das Debakel um einen 6,2 Milliarden US-Dollar hohen Spekulationsverlust hat für die größte US-Bank JP Morgan Chase ein teures juristisches Nachspiel. Mehrere Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien haben nach Angaben der US-Notenbank Fed Strafen über insgesamt rund 920 Millionen Dollar gegen das Institut verhängt.

Oktober 2013

Der Libor-Skandal kostet die niederländische Rabobank 774 Millionen Euro. Es ist die höchste Strafe in der Geschichte der Genossenschaftsbank. Die Bank hatte mit britischen, amerikanischen und niederländischen Behörden einen außergerichtlichen Vergleich getroffen. Drei Viertel der Summe fließen in die USA an das Justizministerium und die Finanzaufsicht CFTC.

November 2013

JP Morgan Chase büßt mit 13 Milliarden Dollar (9,6 Milliarden Euro) für fragwürdige Hypotheken-Geschäfte. Die führende US-Bank hatte sich nach wochenlangem Tauziehen mit dem US-Justizministerium und anderen staatlichen Stellen auf diese Summe geeinigt. Es ist der bisher größte Vergleich mit einem einzelnen Unternehmen in der amerikanischen Geschichte.

Dezember 2013

Im Skandal um Zinsmanipulationen hat die Deutsche Bank von der EU-Kommission die branchenweit höchste Strafe aufgebrummt bekommen. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia verhängte gegen sechs internationale Großbanken Rekord-Geldbußen von zusammen 1,71 Milliarden Euro. Allein der deutsche Branchenprimus muss im Rahmen des Vergleichs 725 Millionen Euro zahlen.

Von

dpa

Kommentare (7)

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@FRAgezeichen

06.01.2014, 08:01 Uhr

Zitat:

"Die Commerzbank will nach Worten von Bereichsvorstand Gustav Holtkemper im Geschäft mit reichen Privatkunden vom Rückzug der Schweizer Institute aus Deutschland profitieren."

- - -

Wollen kann die Commerzbank so einiges, aber ob sie überhaupt noch Privatkunden für ihr Vorhaben gewinnen kann, ist meines Erachtens äußerst fraglich.

Denn was etlichen Privatkunden wohl bisher von der Commerzbank zugemutet worden ist, spricht wohl eher dagegen (z. B. sehr hohe Verluste durch vermittelte unternehmerische Beteiligungen und damit verbundene gerichtliche Auseinandersetzungen, usw.).

Meines Erachtens ist es daher nur sehr schwer vorstellbar, dass es überhaupt noch Privatkunden gibt, die ihr Vermögen der Commerzbank anvertrauen würden.

Hinweis:

Nähere Informationen darüber erhält man im Internet.

Einfach die Begriffe 'Commerzbank', 'Falschberatung', 'unternehmerische Beteiligungen' bei www.taglikeme.com eingeben und sich einfach die entsprechenden Suchergebnisse der drei führenden Suchmaschinen (bing, google und yahoo) anzeigen lassen.

OLDENDORP

07.01.2014, 07:43 Uhr

@FRAGzeichen
..
wer die neuausrichtung anhand der ad-hoc-meldungen und
geschäftszahlen verfolgt, wird die positiven auswirkun-
gen nachvollziehen können..
..
seit monaten ist die aktie der stärkste wert im dax und
hat sich seit ihrem tief mehr als verdoppelt..
..
am kapitalmarkt zählt die zukunft - nicht die vergangen
heit..!!




th235

07.01.2014, 14:17 Uhr

Love me

Was, nun will die Coba für Privatkunden die Vermögensberatung aufbauen??
Da können die Leute gleich das Geld zum Sozialamt schaffen, da ist es besser aufgehoben als bei der Coba. Die Coba und Ihre Vorstandsriege um Blessing, hat die Coba in die Insolvenz geführt und rühmt sich jetzt diesen Anspruch, es ist nicht mehr nachvollziehbar, dass diese Leute noch an der Spitze der Coba stehen !! Der Aktienkurs wird manipuliert bis zum "Geht nicht Mehr" und damit verbunden die Vorstände, die Aktien bei einem Kurs von 6 Euro 50 gekauft haben, nun gleich wieder die Vermögen"den" abzocken will. Die sollte lieber hinter Gitter gebracht werden. Die Bafin sollte hier einschreiten !! Aber der sind die Hände gebunden, weil Deutschland noch ein Aktienpaket innehat. Oder wollen oder sollen die Aktien dann der Vermögensverwaltung übertragen werden, damit dann Deutschland raus ist ???? UNglaublich, was sich hier abspielt. Das ist kriminell. Wo ist endlich die Staatsanwaltschaft????

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