Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.01.2005

10:04 Uhr

Großbank arbeitet an Sparprogramm

HVB-Chef Rampl hat weiter zu kämpfen

VonCaspar-Peter Busse (Handelsblatt)

So hatte sich Dieter Rampl das sicher nicht vorgestellt. Noch Mitte 2004 zeigte sich der meist gut gelaunte Vorstandssprecher der Hypo-Vereinsbank, optimistisch. Nach dem Aufräumarbeiten und einer milliardenschweren Kapitalerhöhung wollte er jetzt die Früchte ernten. Doch daraus wird nichts.

HB MÜNCHEN. Rampl muss weiter kämpfen und die Zweifel, welchen Kurs Deutschlands zweitgrößter Geschäftsbank steuert, steigen. Auch die HVB-Aktie gehörte zuletzt zu den Verlierern im Dax. Spekulationen, das vierte Quartal sei schlecht gelaufen, setzten zum Jahresende das Papier zusätzlich unter Druck.

Erst im November musste Rampl die Gewinnprognosen für 2004 kassieren – das Deutschlandgeschäft lief schlecht, bei Immobilien gab es neue Risiken, das Handelsergebnis brach ein. Und kurz danach musste er gar seine Vorstandsmannschaft einmal mehr umbauen. Das verursachte innerhalb der Bank Unruhe. Analysten, wie etwa die von Merrill Lynch, sahen das Revirement zudem kritisch. Für viel Wirbel sorgte insbesondere die Personalie Gerhard Randa: Der mächtige Österreicher, zuletzt für fast das gesamte Auslandsgeschäft und die operativen Abläufe im Konzern zuständig, muss seinen Posten gegen seinen Willen im Mai räumen. Mangelndes Ergebnis- und Effizienzbewusstsein attestierte Randa daraufhin öffentlich der Münchener Großbank. Mit seinen Sparbemühungen sei er gegen „Gummiwände“ gerannt, erzählte er freimütig in Interviews.

Rampl hörte die Vorwürfe nicht gerne, denn sie enthalten teilweise auch Wahrheiten. Der Konzern mit der sehr verzweigten Struktur auf Effizienz zu trimmen, ist nicht leicht. Schon seit Jahren versuchen Rampl und sein Vorgänger Albrecht Schmidt das Deutschland-Geschäft auf Gewinn zu trimmen – ohne Erfolg. Jetzt sollen es die beiden neuen Vorstandsmitglieder Christine Licci und Johann Berger richten. Licci kommt von der Citibank Deutschland und soll die Mitarbeiter, die von den jüngsten Sparmaßnahmen verunsichert sind, wieder motivieren. Berger, bisher im Vorstand Immobilienbank Hypo Real Estate, muss das Immobilienportfolio umbauen. Er hat sich zuletzt einen Namen als Sanierer gemacht.

Gleichzeitig arbeitet Rampl an einem Sparprogramm. Spekulationen, das damit die Kosten um 300 Mill. Euro gesenkt und 2 000 bis 3 000 Arbeitsplätze gestrichen werden sollen, wurden bisher nicht bestätigt. Die Berater von Mc Kinsey sind im Haus. Anfang des Jahres sollen Einzelheiten kommen. Auf Unterstützung durch einen Aufschwung in Deutschland wird die HVB nicht zählen können. Die meisten Experten, unter anderem auch Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller, rechnen erneut mit einem schwierigen Bankenjahr.

Eigentlich hatte Rampl für 2005 versprochen, dass die Bank endlich ihre Kapitalkosten erwirtschaftet. Doch ob sein Haus das auch schafft, scheint ihm selbst sogar fraglich. „Es wird mit Sicherheit nicht einfach. Aber was ist heutzutage schon einfach in diesen Märkten“, sagte der Bankchef zuletzt der „Börsenzeitung“.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×