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05.01.2004

08:17 Uhr

Institute bauen gezielt Kapazitäten aus

Banker rechnen mit Fusionswelle

VonA. Cünnen (R. Landgraf, Handelsblatt)

Klaus Diederichs sprüht vor Optimismus. Der Chef des Investmentbanking von JP Morgan Chase in Europa sagt für das Jahr 2004 einen Boom bei Fusionen und Übernahmen (M&A) voraus. Die Pipeline des Instituts für geplante Deals sei um 50 % besser gefüllt als in den vergangenen zwölf Monaten.

FRANKFURT/M. Die weltweit im M&A-Geschäft unter den ersten fünf rangierende Investmentbank setzt mit dieser Aussage ein Zeichen des Optimismus, das von der gesamten Branche getragen wird. 2004 soll endlich alles besser werden.

Die wachsende Zuversicht zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Investment-Banking. Auch mit Börsengängen wollen die Institute wieder mehr Geld verdienen. Das gilt insbesondere für Deutschland, wo mit der Postbank nach langer Flaute in diesem Jahr wieder eine milliardenschwere Neuemission auf dem Programm steht. Bei Anleiheplatzierungen gilt es, das hervorragende Niveau von 2003 zu halten. Auch der Eigenhandel wird weiterhin ein wichtiges Standbein für die Banken bleiben – trotz der zuletzt deutlich gestiegenen Risiken in diesem Bereich. Die Institute hätten inzwischen die Technologie aufgebaut, um die Gefahren zu beherrschen, heißt es aus der Chefetage einer der großen amerikanischen Investmentbanken.

Die Zeiten des Personalabbaus scheinen 2004 endgültig vorbei zu sein. Zwar rechnen die Banken nach den bitteren Erfahrungen der vergangenen Jahre mit mehr als 100 000 Entlassungen nicht mit einer Welle von Neueinstellungen. Aber in einigen Bereichen bauen die Geldhäuser ihre Kapazitäten gezielt aus. Das gilt gerade für Deutschland. So bekommt beispielsweise der Frankfurter Ableger von Lehman Brothers mit Christian Meissner prominenten Zuwachs. Der ehemalige Banker von Goldman Sachs ist als Co-Leiter verantwortlich für das deutsche Investment-Banking und soll das Geschäft mit Fusionen und Aktienplatzierungen beleben.

Eine herausragende Rolle im Investment-Banking werden auch im neuen Jahr die Finanzinvestoren spielen. Beteiligungsgesellschaften wie Blackstone oder Permira waren 2003 für über 25 % der Fusionen und Übernahmen in Deutschland verantwortlich. Das hatte es bisher noch nicht gegeben. „Die Finanzinvestoren werden weiter als Käufer, aber verstärkt auch als Verkäufer auftreten“, meint Stephan Leithner, Co-Head Investment- Banking der Deutschen Bank in Frankfurt. Die Beratungsgesellschaft M&A International aus Kronberg erwartet beispielsweise, dass der Verkauf von Dynamit Nobel durch MG Technologies am Ende durch „einen Finanzinvestor entschieden wird.“

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